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Havelland Minister besuchte Nauener Unternehmen Störk
Lokales Havelland Minister besuchte Nauener Unternehmen Störk
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00:19 18.06.2017
Minister Gerber begrüßte bei seinem Rundgang mit Jörg Ebert (l.) und Cordula Schmude auch Mitarbeiter Habib Mahmoud. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Nauen

An einer Verpackungsanlage im ehemaligen Rinderstall schaut Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber zu, wie ein Sack nach dem anderen mit Rindenmulch befüllt wird. Er erfährt, dass 20 Paletten pro Stunde gepackt werden können. Dann geht’s im Freigelände vorbei an riesigen Bergen mit Substraten, gegenüber steht eine Mischanlage. In Boxen lagern Bioprodukte. Und auf einer großen Fläche stehen unzählige Paletten mit Blumenerde-, Substrat- oder Rindenmulchsäcken, die auf den Abtransport warten.

Gerber besuchte am Mittwoch das Umwelttechnik-Unternehmen Störk GmbH im Norden von Nauen – auf Einladung von Geschäftsführerin Cordula Schmude. Kennengelernt hatten sie sich in einer Gesprächsrunde, mit der bei jungen Frauen für Selbstständigkeit und Unternehmertum geworben wurde. „Es ist mir wichtig, dass es mehr Unternehmensgründerinnen gibt“, so Gerber. Denn die Männer sind in dieser Frage derzeit weit vorne. „Aber Frauenunternehmen leben länger“, sagt der Minister. Prozentual gesehen würden mehr Firmen, die von Frauen gegründet wurden, die ersten zehn Jahre überstehen, als von Männern ins Leben gerufene Unternehmen. „Das liegt daran, dass Frauen vorsichtiger sind, sie schätzen die Risiken des Scheiterns besser ein“, sagt der Minister. „Und so wollte ich mal einen Betrieb von einer Unternehmerin besuchen.“

Cordula Schmude wusste es zu schätzen, denn ihrer Ansicht nach würden mittelständische Unternehmen gegenüber großen Firmen wie Amazon oder Zalando von der Politik oft vergessen. 2003 hatte sie die Firma im Eichhorstweg als Geschäftsführerin übernommen, war aber auch zuvor schon ein paar Jahre in der Firma tätig. „Unser Slogan heißt ’Aus der Natur für die Natur’“, sagt die Geschäftsführerin, die sich in der täglichen Arbeit als Frau immer wieder neu durchsetzen muss. 90 Prozent der Geschäftspartner in ihrer Branche sind Männer. „Das ist nicht immer leicht.“

Ihr macht die Arbeit aber trotzdem Spaß. „Ich will etwas bewegen, etwas entwickeln“, begründet Cordula Schmude ihre Motivation, das Unternehmen mit seinen 35 Mitarbeitern zu führen. Sie ist stolz darauf, was aus der damals heruntergekommenen Stallanlage der einstigen LPG mittlerweile geworden ist. Innerhalb von zehn Jahren wurden rund zehn Millionen Euro investiert, auch mit Förderung. „Ohne dieses Geld wären wir langsamer gewachsen.“ Erst vor Kurzem erfolgte die Erweiterung der Betriebsfläche, und bis Dezember soll eine fünfte Verpackungsanlage in Betrieb genommen werden, die auch kleinere Beutel ab 2,5 Liter abpacken kann. Bisher funktioniert es nur ab zehn Liter.

„Mit der neuen Linie wollen wir unter anderem den älteren Leuten in den Großstädten gerecht werden, die für ihre Balkonkästen nur geringe Mengen Erde benötigen“, erklärt Betriebsleiter Jörg Ebert.

Die Störk GmbH fährt zweigleisig. Etwa ein Drittel der Produktion sind Biofiltermaterialien. Bei Firmen wie Tierkörperbeseitigungsoder Kläranlagen reinigen die Mikroorganismen in den Filtern die schlechte Abluft – und das weltweit. Zuletzt wurden Filter nach Vietnam geliefert. Größtenteils werden jedoch Rindenmulch sowie Blumenerde und Substrate wie etwa Orchideen- oder Rosenerde hergestellt und verpackt – mehr als 380 Artikel.

Bei seinem Rundgang begrüßte Gerber auch Habib Mahmoud aus dem Tschad, der seit einiger Zeit bei Störk arbeitet. Alle sind mit dem Asylbewerber zufrieden, auch Cordula Schmude. „Wir haben viel Kraft investiert.“ Sie wollte als Unternehmerin mit seiner Integration ein Zeichen senden, beklagt allerdings den ständigen Bürokratismus. So kam jetzt die Anweisung der Behörden, dass der 33-Jährige eine Ausbildung machen soll, sonst werde er abgeschoben. Gerber will nun gucken, ob er da auf irgendeine Art helfen kann. Ebenso wie bei einem Anliegen, das die Geschäftsführerin als Vorstandsmitglied der Gütegemeinschaft Substrat e.V. vortrug. Es geht um das geplante EU-Düngemittelrecht, das in seiner Entwurfsfassung „allen Firmen, die mit Substrat arbeiten, das Genick brechen wird“.

Von Andreas Kaatz

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