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Missbrauch? Eltern verdächtigen Kita-Erzieher

Rathenow (Havelland) Missbrauch? Eltern verdächtigen Kita-Erzieher

Gegen einen Erzieher der Kita „Havelkinder“ in Rathenow ermittelt die Staatsanwaltschaft Potsdam. Ausgangspunkt ist ein Schreiben von Eltern, in dem ein Missbrauchsverdacht geäußert wird. Der Erzieher ist noch am Tag des Bekanntwerdens der Vorwürfe von der Arbeit freigestellt worden.

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Die Kita Havelkinder liegt am Aufgang zum Weinberg.

Quelle: Bernd Geske

Rathenow. Die Staatsanwaltschaft Potsdam bestätigt, dass ein Ermittlungsverfahren gegen einen Erzieher der Rathenower Kita Havelkinder geführt wird. Es gebe ein Schreiben von Eltern, teilt Staatsanwalt Christoph Lange mit, das eine Verdachtsäußerung enthalte. Es sei gegenwärtig völlig offen, ob an dem Vorwurf etwas dran sei. Richtig sei aber, dass es ein Ermittlungsverfahren gibt.

Träger der Kita Havelkinder ist die Kinderwelt gGmbH mit Sitz in Potsdam. Deren Geschäftsführer Gerald Siegert teilt auf Nachfrage mit, dass der Träger am 11. Oktober durch das Jugendamt des Kreises darüber informiert worden ist, dass dort eine Beschwerde eingegangen sei, die „einen Vorwurf in Sachen Kinderschutz“ beinhalte. Der von den Eltern beschuldigte Mitarbeiter sei noch am selben Tag von der Arbeit freigestellt worden.

Mitarbeiter am Tag danach zu den Beschuldigungen angehört

Ebenfalls noch am selben Tag, so die Kinderwelt gGmbH, seien alle Beteiligten über die Anschuldigungen und Maßnahmen des Trägers informiert worden. Das seien die Stadtverwaltung Rathenow, das Jugendamt Havelland und das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport gewesen. Am Tag danach sei der Mitarbeiter vom Träger zu den Beschuldigungen angehört worden. Noch am gleichen Tag habe der Träger Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Potsdam erstattet.

Die Eltern der Kita seien vom Träger umfassend über die Anschuldigungen und die Maßnahmen informiert worden, teilt Gerald Siegert mit. Es bestehe nach wie vor ein Vertrauensverhältnis zwischen den Eltern, die ihre Kinder in der Kita betreuen lassen, den Mitarbeiterinnen und dem Träger.

Sechs Familien wollen die Kita Havelkinder verlassen

Ohne dass der Missbrauchsvorwurf öffentlich bekannt war, wurde der Kita Havelkinder schon vor einigen Wochen besondere Aufmerksamkeit zuteil. In einer öffentlichen Ausschusssitzung der Stadt hatten Eltern sich beklagt über angebliche Ereignisse, die es in der Kita Havelkinder gegeben haben sollte, die aber auch auf Nachfrage dieser Zeitung von Eltern nicht genauer benannt worden sind.

Jörg Zietemann, Pressesprecher der Stadt, erklärt, dass es gegenwärtig sechs Familien gibt, die gegenüber der Verwaltung den Wunsch geäußert haben, dass ihre Kinder nicht mehr in der Kita Havelkinder betreut werden sollen, sondern in einer anderen Einrichtung. Bereits im Sommer habe es erste Anfragen dazu gegeben. Die geschilderten Geschehnisse seien aber nicht von der Natur gewesen, dass man andere Behörden hätte einschalten müssen. Von Missbrauch sei keine Rede gewesen. Weil alle Kitas der Stadt voll belegt sind, kann den Wechselwünschen der Eltern nur schrittweise gefolgt werden.

Der beschuldigte Erzieher, der von einer Berliner Rechtsanwaltskanzlei vertreten wird, hat sich nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Von Bernd Geske

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