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Mit Celloklang und Räuberrommé

Falkenseer Kulturhaus als Ort der Begegnung Mit Celloklang und Räuberrommé

11000 Besucher kamen im vergangenen Jahr ins Falkenseer Becher-Kulturhaus. Das bietet eine Mischung aus Klassikkonzerten, Kabarett, Lesungen, Hobbyklubs und Selbsthilfegruppen und ist vor allem bei älteren Besuchern beliebt.

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Quelle: Achim Kleuker

Falkensee. Ein Haus voll Kultur - so hat es sich Erna Offeney gewünscht. Schon zu Lebzeiten hatte die Schauspielerin und Tänzerin ihr Haus der Stadt vermacht, nach ihrem Tod 1977 wurde das Gebäude vom Kulturbund genutzt, doch schon seit 1961 bestand der Klub „Johannes R. Becher“. Er lud zu musikalischen Veranstaltungen, zu Lesungen, Konzerten und Gesprächsrunden ein.

In dem Sinne hat sich in dem Haus nicht viel geändert. „Es ist immer noch ein Ort der Kultur, ein Ort der Begegnung“, sagt Juliane Wutta, die heutige Leiterin der Einrichtung. Etwa 11000 Besucher waren im vergangenen Jahr in das Haus gekommen. Da sind die Zuhörer des Klassikkonzerts ebenso gezählt wie die Besucher des Familienfestes oder der Hospizgruppe und die Teilnehmer des Mittagessens. Unter den Besuchern ist traditionell das weibliche Geschlecht stärker vertreten. Beim Chor und in der Handarbeitsgruppe bleiben die Frauen unter sich, die Briefmarken werden dagegen von Männern gesammelt.

17 Gruppen treffen sich regelmäßig im Haus. Das reicht vom Awo-Ortsverein bis zur Zeichengruppe. Manche Gruppe arbeitet auch weiter, nachdem die Leitung gewechselt hat. So führt Beate Comish jetzt den Chor, Hanns Vogler übernahm die Geschicke für die Diabetiker-Selbsthilfegruppe.

Senioren-Computer-Club, Senioren-Union, Tanzgruppe der SPD- Senioren, Pädagogen-Senioren – die Gruppennamen weisen schon auf die Altersgruppe hin, die im Becher-Kulturhaus den Großteil der Besucher stellt. „Im vergangenen Jahr haben wir mit einem Flamenco-Konzert mal etwas anderes angeboten, da kam auch gleich ein anderes Publikum“, hat Juliane Wutta beobachtet. Trotzdem halten das kleine Team des Hauses und sein Förderverein am bewährten Konzept fest: regelmäßige Kulturveranstaltungen, Reiseangebote, Info-Nachmittage.

Mit Bewährtem war das Haus auch in diesem Jahr gestartet. Der Cellist Hans-Joachim Scheitzbach, seit Jahrzehnten rund um Berlin unterwegs, war zu Gast. Unter dem Motto „Verklungene Tage“ gab er mit Hendrik Heilmann ein gut besuchtes romantisches Konzert. Monatlich ein Sonntagskonzert – diese Tradition wird im Becher-Kulturhaus weiterhin hochgehalten. Im Februar mit „Klavier zu vier Händen“, im März mit einem humoristischen Konzert für Violine, Violoncello und Klavier. Ob das für den 24. April geplante Konzert mit russischer Zigeunermusik stattfindet, das hängt dann von der Landratswahl ab. Gibt es an dem Tag eine Stichwahl, ist das Haus Ort für zwei Wahllokale.

Kabarett mit Lothar Boelck, Lesestunde mit Dietrich Groß, Hofkonzert mit dem Saxofonensemble „Tonfall“, Winzerfest – der Terminkalender ist bunt gefüllt. Manches ist in den letzten Jahren gewachsen: Aus einem Zeitzeugen-Gespräch wurde ein regelmäßiger Treffpunkt, aus einer Mittagsrunde wurde eine Räuberrommégruppe.

Vieles ist nur möglich, weil sich die Frauen und Männer des Fördervereins engagieren. Und weil es Unterstützung von Sponsoren gibt. Die Sparkasse, die Berliner Volksbank und der Landkreis gehören dazu. „Wir konnten mit dem Geld die technische Ausstattung verbessern“, freut sich Juliane Wutta, eine neue Leinwand und eine Verdunklung machen den unteren Gruppenraum vielseitig nutzbar. Und wenn von Veränderungen die Rede ist, dann auch diese, erzählt sie lachend: Die Diskokugel, die nie so recht in den Salon passen wollte, ist abgebaut.

Von Marlies Schnaibel

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