Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Mit Dahlien und Datschen

Ausstellung über Falkenseer Gärten entsteht Mit Dahlien und Datschen

Villengärten, Nutzgärten, Datschengärten – die Gartenvielfalt in Falkensee ist im Laufe der Geschichte groß geworden. Zwei Falkenseer Frauen sammeln Material über das grüne Kapitel der Stadt und bereiten eine Ausstellung vor.

Voriger Artikel
Die Elstal-Löwin ist an einem geheimem Ort
Nächster Artikel
Baum-Unfall: Fahrer lässt Verletzte zurück

Ging als Postkarte um die Welt: Das Haus am Heidberg.

Quelle: Sammlung Antik Falkensee

Falkensee . Das war ein Glücksumstand. „Auf dem Backofenfest hat mich eine Frau angesprochen, sie hätte alte Plattenfotos“, erzählt Claudia Jörg. Die Fotos zeigten die Anfänge der Besiedlung in der Falkenseer Alpensiedlung. Wenig, Bäume, wenig Häuser und ganz viele Nutzgärten.

Das war genau das, was Claudia Jörg suchte. Die Falkenseerin sammelt mit Martina Dahms Material für eine Ausstellung über die Geschichte der Gärten in Falkensee. Wenn genug Wissens- und Zeigenswertes zusammenkommt, könnte die Ausstellung im Museum der Stadt zu sehen sein. „Das ist noch eine Weile hin, aber wir brauchen den Vorlauf, um Material zu sammeln“, sagt Martina Dahms. Denn die Materialsuche hat es in sich.

„Es ist viel über die Architektur und über Persönlichkeiten von Falkensee geschrieben worden“, hat Claudia Jörg festgestellt, aber Gärten wurden höchstens mal in einem Nebensatz erwähnt.

Die beiden Frauen kennen sich aus der Finkenkruger Baumschutzgruppe. Als die sich im Herbst vergangenen Jahres eine allgemeine und nicht unpolemische Gartenausstellung ansah, entstand die Idee für ihre Falkenseer Garten-Ausstellung. „Wir wollen zeigen, welche Gartentypen es gab und zu welcher Zeit sie vorherrschten“, erklärt Claudia Jörg. „Villengärten, Nutzgärten, Bauerngärten, Datschengärten – da gab es viele“, zählt Martina Dahms auf. Die Frauen wollen herausfinden, wie sich Gartengestaltung und Gartennutzung veränderten, wie sich die Weltkriege auswirkten, wie die Teilung Deutschlands; was geschah zur DDR-Zeit, wie wirkte sich die Nachwendezeit?

Claudia Jörg ist studierte Biologin, sie arbeitete in Berlin in einem Pharmaunternehmen. Irgendwann wurde das Bedürfnis nach mehr Grün so mächtig, dass sie wegzog. Seit 2010 wohnt sie in Falkensee, ist als Storchenbeauftragte im Osthavelland unterwegs. Martina Dahms kam 1998 aus Spandau nach Falkensee. Von Hause aus Sozialpädagogin setzt sie sich aus Überzeugung für mehr Grün ein.

„Garten – das ist ein Thema, das Falkensee prägt“, sagt Claudia Jörg, dem Begriff „Gartenstadt“ wollen sie mehr Gesicht geben. Das erste Material haben sie bereits zusammen. Neben den Plattenfotos aus der Alpensiedlung sind das Exponate aus dem Museum und aus privaten Kartensammlungen. Die Frauen haben bereits in Archiven gearbeitet, auch im Stadtarchiv wollen sie nach Plänen und Aufzeichnungen forschen. Sie haben mit Gärtner, Maklern und Ortschronisten gesprochen.

Und sie sind durch die Stadt gelaufen. „Wir sind einfach losgezogen und haben die Leute über den Gartenzaun angesprochen“, erzählt Claudia Jörg. Sie stießen immer auf aufgeschlossene Frauen und Männer und hörten mehrmals Sätze wie: „Meine Mutter liebte Dahlien.“ Oder auch: „Den Apfelbaum hat mein Großvater gepflanzt.“ Schwerer als Geschichten waren Fotos zu finden. Deshalb wenden sich die Ausstellungsmacher auch an die MAZ-Leser. Sie suchen Bilder, egal, ob die Gärten darauf die Haupt- oder Nebenrolle spielen. Das könne alte Aufnahmen aus der Nachkriegszeit sein ebenso wie die stolz gezeigte erste Hollywoodschaukel in den Sechziger Jahren oder die Invasion der praktischen Betonkübel.

Und sie suchen Spuren, die bekannte Potsdamer Gärtner wie Karl Foerster oder Hermann Göritz in Falkensee hinterlassen haben. Die Frauen haben sich den Garten am Hans-Scharoun-Haus in Falkensee angesehen, sich mit den Gedichten der Dichterin Gertrud Kolmar befasst,die oft Bezug auf ihren Finkenkruger Garten nahmen. Manche alte Fotoaufnahmen können die beiden Neu-Falkenseerinnen nicht zuordnen. Wie ist es mit dem imposanten Haus am Heidberg in Falkenhagen. Gibt es das noch? Wenn nicht, wo stand es? „Wir setzen auf die MAZ-Leser“, sagt Claudia Jörg.

Kontakt: Martina Dahms (Telefon 0 33 22-20 27 75 oder per E-Mail über martina.dahms@web.de) und Claudia Jörg (Telefon 0 33 22-12 87 95 oder per E-Mail claudia.joerg-FK@t-online.de)

Von Marlies Schnaibel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Havelland
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg