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Havelland Mit Graffiti und Apfelsaft gegen Nazis
Lokales Havelland Mit Graffiti und Apfelsaft gegen Nazis
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16:53 23.09.2016
Corvin Fels (l.) und Amadeus Fräser sprayen ihre Parolen auf einer der Stellwände. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Nauen

„Deutschland ist überfüllt. Wie wär’s: pro Flüchtling rein, ein Nazi raus!“ Knapp eine Stunde hatte es gedauert, bis Angelina und ihre fünf Mitstreiter aus der Klasse 10 b eine der Stellwände mit ihrer Parole besprüht hatten. „Die Grundidee haben wir uns aus dem Internet geholt und dann etwas abgewandelt“, erzählte die Schülerin. Die Gruppe war eine von vielen, die am Donnerstagnachmittag auf der Piazza des Leonardo-da-Vinci-Campus Nauen an der Aktion „Schöner leben ohne Nazis“ teilnahm. Initiiert wurde diese vom Aktionsbündnis Brandenburg.

„Wir sind in den vergangenen Wochen in mehreren Städten in Brandenburg unterwegs gewesen, um mit verschiedenen Aktionen auf das Thema der Sommertour ’Schöner leben ohne Nazis’ aufmerksam zu machen“, erzählte Melanie Ebell vom Landesjugendring Brandenburg. Unterstützt wird die Veranstaltungsreihe von der Flick Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit mit 40 000 Euro in diesem Jahr. Nauen war die vorletzte Station der Tour.

Der Leonardo-da-Vinci-Campus hatte sich als Austragungsort beworben. „Das ist für uns selbstverständlich, weil wir Schule ohne Rassismus sind, weil bei uns einige Flüchtlingskinder lernen und weil wir für Toleranz in allen Bereichen sind“, erklärte Geschäftsführerin Irene Petrovic-Wettstädt. Außerdem hätten die etwa 900 Schüler des Campus den vermeintlich von Nazis verübten Brandanschlag auf die benachbarte Turnhalle des Oberstufenzentrums Havelland und deren Folgen unmittelbar mitbekommen. „Umso erfreulicher ist es, dass der Landkreis relativ schnell den Wiederaufbau auf den Weg gebracht hat“, so Petrovic-Wettstädt.

Bis in den frühen Abend hinein herrschte auf der Piazza des Campus am Donnerstag Gewusel. An verschiedenen Stationen konnten die Schüler entweder Klettern, sich beim Balancieren beweisen (Slackline), Fußball spielen, am Dichterwettstreit (Poetry Slam) teilnehmen oder einfach nur auf der mitten auf der Piazza stehenden Wohnzimmercouch abhängen. Die sollte eigentlich auch für Gespräche zum Thema „Bunt statt braun“ gut sein, aber daraus wurde nichts, weil die Schüler lieber Aktion erleben wollten. Und das geschah vor allem beim Graffiti-Wettstreit.

Mehr als 100 Spraydosen in verschieden Farben hatten Mark Straeck und Robert Segner vom Landesjungendring auf einem langen Tisch aufgebaut. Die Schüler konnten sich bedienen, bekamen auch noch einen Mundschutz und Handschuhe dazu, bevor sie ihre Slogans auf die Stelltafeln sprayen konnten.

Corvin (12) und Amadeus (11) schnappten sich einige der Dosen und legten sofort los. Sie hatten sich schon im Vorfeld etwas überlegt: „Wir wollen die Buchstaben des Campus, also LDVC, und die Buchstaben SLON für Schöner leben ohne Nazis auftragen“, so Corvin.

Gleich nebenan versuchten sich Eva und Anton beim Sprayen. Er war der Vorsprüher, sie „malte“ die Buchstaben aus. „Ich habe das noch nie gemacht“, erzählte die 15-Jährige. Anton (17) gab die künstlerische Note vor.

Am Abend wurden die meisten der Tafeln mit den Graffiti am Zaum des Campus so befestigt, dass man sie von der Straße „Zu den Luchbergen“ aus sehen kann. Zur Belohnung gab es für die Schüler den ganzen Nachmittag kostenfrei Apfelsaft mit der Aufschrift „Schöner leben ohne Nazis“. „Die Etikette hat uns die Firma Ostmost spendiert“, sagte Melanie Ebell vom Landesjugendring.

Von Jens Wegener

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