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Mit Litfaßsäule und Willkommens-Tafel

MAZ-Serie „Zu Hause in Priort“ Mit Litfaßsäule und Willkommens-Tafel

Im Zuge der MAZ-Serie „Zu Hause in...“ geht es heute um Priort – mit knapp 1200 Einwohnern der drittgrößte Ortsteil der Gemeinde Wustermark. Im neuen Ortszentrum können sich Touristen und Einheimische an einer Litfaßsäule über das Dort und Veranstaltungen informieren.

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Ortschronistin Friedegund Mantey ist froh, dass die alte Litfaßsäule saniert wurde und heute noch als Informationsquelle dient.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Priort. Vieles dreht sich in Priort um die Kommunikation. Damit möglichst jeder der knapp 1200 Einwohner erfährt, was so los ist im Dorf, kann er mehrere Wege (auch ohne das Internet) nutzen. Der Erste: Man sammelt die quartalsweise erscheinenden Ausgaben der „Priorter Nachrichten“, herausgegeben von Mitgliedern des Vereins „Memoria“. „Wir bemühen uns, viele Thermen aufzugreifen. Jeder, der will, kann uns etwas schreiben, dann wird sortiert“, sagt Friedegund Mantey. Die 64-Jährige ist die gute Seele des Dorfes, war von 2011 bis 2014 Ortsvorsteherin, hat Führungen in Priort geleitet, ist Ortschronistin und gehört dem Vorstand des 2001 gegründeten Heimatvereins „Memoria“ an. Sie freut sich, dass die Gemeinde Wustermark das Erscheinen der Ortszeitung finanziell unterstützt und so dazu beiträgt, das vor 20 Jahren begonnene Projekt am Leben zu erhalten.

Der zweite Weg: Einheimische oder Gäste besuchen das „Priorter Backstübchen“, das nur wenige Meter von der Ortsdurchfahrtsstraße (Chaussee) entfernt liegt.

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Im Zuge der MAZ-Serie „Zu Hause in...“ geht es heute um Priort – mit knapp 1200 Einwohnern der drittgrößte Ortsteil der Gemeinde Wustermark. Im neuen Ortszentrum können sich Touristen und Einheimische an einer Litfaßsäule über das Dort und Veranstaltungen informieren.

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Seit November 2008 ist der Bäckerladen mit Café der Treffpunkt im Dorf. Inhaberin Elen Treutner führt mit Hilfe ihres Mannes das kleine Geschäft, von dem man dank der Rundumverglasung einen herrlichen Ausblick hat. Von der bei passendem Wetter geöffneten Terrasse ganz zu schweigen. „Bei uns erfährt man den neuesten Dorftratsch“, sagt Elen Treutner. Fast jeder Priorter kauft bei ihr Brot und Brötchen oder mal ein Eis. Und wenn Touristen und Wanderer kommen, die den in der Nähe liegenden Eingang in die Döberitzer Heide nicht finden, dann hilft Elen Treutner weiter.

Ein Hahn aus Eisen

Kommunikationspunkt Nummer drei ist eine bunte Litfaßsäule in der Ortsmitte. „Die wurde schon zweimal abgerissen und wieder aufgebaut oder besser gesagt saniert“, erzählt Friedegund Mantey. Ein Hahn aus Eisen steht auf dem Dach der Säule, die unter Anleitung von Künstlern aus Potsdam auch von Priorter Kindern farblich gestaltet wurde. Veranstaltungsplakate, Ankündigungen, Hinweise auch für Touristen findet man an dem runden Bauwerk.

Gleich daneben steht eine Willkommens-Tafel. Die Idee für die Gestaltung hatte der ortsansässige Künstler Michael Lachmund. Er war schon im Dezember 2012 dafür, solch einen informativen Hingucker genau gegenüber vom Gemeindehaus zu schaffen. Memoria rief zum Ideenwettbewerb und zu Spenden auf. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, hat ein Alleinstellungsmerkmal in der Gemeinde Wustermark. Gäste erhalten auf Fototafeln einen Einblick in die Geschichte von Priort, erfahren etwas über die ortsansässigen Vereine und dass es von Priort nach Monteton in Frankreich 1281 Kilometer sind.

Bis zum heutigen Tag sind Spuren der Familie Monteton in Priort zu finden. Jean Jaques de Digeon, Baron de Monteton, erwarb Mitte des 18. Jahrhunderts des Priorter Rittergut. Die Güter blieben bis 1935 im Besitz seiner Nachkommen. Aus dem Gutshaus der Familie Monteton unweit des Friedhofes und der Kirche im alten Dorf ist ein Wohnhaus geworden. Ein 1806 errichtetes Denkmal zu Ehren von Johann Ludwig Friedrich Monteton ist unweit des Eingangs der Gartensparte „Am Weinberg“ zu bewundern. Außerdem trägt die Priorter Kita „Zwergenburg“ den Zusatznamen „Veronika de Monteton“. Sie ist die Tochter des letzten Monteton-Besitzers in Priort, wie Friedegund Mantey sagt „Die Dame hat für die Kita und die Kirche soviel getan, auch finanziell.“

Bahngleise trennen das Dorf

Dass das Dorf durch die Bahngleise in zwei Teile geteilt ist, spielt für die Einheimmischen kaum eine Rolle, meint die Ortschronistin. Wichtiger sei der Wunsch nach einer besseren Bahnverbindung nach Potsdam und Wustermark. „Wer abends in Potsdam eine Kulturveranstaltung besuchen will, muss entweder früher gehen, weil um 21.40 Uhr der letzte Zug in Richtung Priort fährt, oder mit dem Auto oder Taxi fahren“, klagt Anwohner Manfred Koeppen. „Bis 23 Uhr sollten Züge fahren“, wünscht sich der Rentner.

Gaststätte wird vermisst

Apropos Wünsche. Schmerzlich vermisst wird in Priort eine Gaststätte. Zuletzt hatte der langjährige Feuerwehrchef Dieter Julmy die frühere Konsumgaststätte im Ortszentrum betrieben, aber schließlich keinen Nachfolger gefunden und dann das Lokal geschlossen. Heute steht das Gebäude leer und trägt nicht gerade zur Verschönerung des Ortsbildes bei.

Neben dem Heimatverein, dem Awo-Ortsverein Priort-Buchow-Karpzow und dem örtlichen Angelverein zählt der Kirchbau- und Kulturförderverein zu den aktivsten Gruppen im Dorf. Die weit fortgeschrittene Sanierung der Dorfkirche ist vor allem dem Engagement der Mitglieder zu danken. Ebenso stolz sind die Priorter auf ihr Gemeindehaus mit großem Saal, einem Arztzimmer und dem Frisörladen. „Dank der Mieteinnahmen, vor allem der beiden Wohnungen im Obergeschoss, und einiger Spenden konnte die Sanierung des Gebäudes finanziert werden“, sagt Friedegund Mantey.

Bildergalerie: Weitere Impressionen zum Dorf sind zu finden unter www.MAZ-online.de/Priort

Von Jens Wegener

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