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Mit Schminke und Witz gegen Intoleranz

Aktionstag gegen Homophobie in Elstal Mit Schminke und Witz gegen Intoleranz

Sich über seine Empfindungen und sexuellen Neigungen klar zu werden ist für einige Jugendliche ein langer und belastender Prozess. Drei 10. Klassen der Elstaler Heinz-Sielmann-Oberschule nahmen am Mittwoch am Schulaktionstag gegen Homophobie teil und diskutierten über die unterschiedlichen Formen von Sexualität sowie HIV-Prävention.

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„Schwester Dominique“ klärt für die Aids-Hilfe auf.

Quelle: Laura Sander

Elstal. Hände schnellen nach oben, ein Tuscheln geht durchs Klassenzimmer. „Können wir uns aussuchen auf wen wir stehen?“, fragt Carsten Bock von der Beratungsstelle „Rat und Tat“ für HIV/Aids und andere sexuellübertragbare Krankheiten noch einmal. „Klar weiß ich auf wen ich stehe, wusste ich schon immer“, kommt es aus den hinteren Reihen, gefolgt von einem leisen Kichern. Aber so einfach und unkompliziert ist es nicht immer. Sich über seine Empfindungen und sexuellen Neigungen oder sogar sein Geschlecht klar zu werden ist für einige Jugendliche ein langer und belastender Prozess. Locker und mit viel Humor diskutierte Carsten Bock daher gestern in seinem Workshop im regen Austausch mit den Schülern über Geschlechtervielfalt und Sexualität.

Drei 10. Klassen der Elstaler Heinz-Sielmann-Oberschule nahmen am Schulaktionstag gegen Homophobie teil und lernten alles über die unterschiedlichen Formen von Sexualität, die Unterschiede zwischen Mann und Frau sowie HIV-Prävention. „Das Thema interessiert die Schüler und die Beteiligung ist sehr groß. Die Veranstaltung ist bewusst nahe an den Welt-Aids-Tag gelegt, der gestern begangen wurde“, so Biolehrerin Karin Friedrich, die den Aktionstag gemeinsam mit dem Elstaler Gemeindevertreter Tobias Bank (Die Linke) vor vier Jahren ins Leben gerufen hat. „Der Sexualkundeunterricht, den die Schüler in der 7. und 8. Klasse besuchen, ist oft einfach zu früh und wird leider im weiteren Lehrplan vernachlässigt. Viele interessieren sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht für Verhütung oder das andere Geschlecht.“ Umso wichtiger sei es daher, dass die Jugendlichen in einem Alter über Schwangerschaftsverhütung oder sexuell übertragbare Krankheiten aufgeklärt würden, in dem sie sich mit ihrer eigenen Sexualität bereits auseinandersetzen. „Aufklärung ist sehr wichtig, gerade in Zeiten, in denen sich wieder mehr Menschen mit HIV anstecken“, so Schulleiterin Christine Scharschmidt. „Die Gefahr dieser Krankheit ist anscheinend nicht mehr bewusst in den Köpfen der Menschen, da man heute in vielen Fällen schon gut mit ihr Leben kann.“
Das weiß auch Carsten Bock. Er hat täglich mit Menschen zu tun, die sich mit dem HIV-Virus infiziert haben. „Wir betreuen rund 150 Menschen in unseren Beratungsstellen in Potsdam und Cottbus. Zwei Drittel sind Homosexuelle.“

Für mehr Offenheit und Toleranz gegenüber Menschen, die nicht heterosexuell, sondern homo-, bi-, a- oder transsexuell sind, warb gestern farbenfroh Schwester Dominique. Als selbst ernannte Missionarin stand sie den Schülern Frage und Antwort. „Dass ein homosexueller Jugendlicher gemobbt oder beleidigt wurde, gab es bei uns an der Schule noch nie. Alle sind sehr tolerant“, so Schulleiterin Christine Scharschmidt. „Trotzdem muss man Aufklärungsarbeit leisten, um solchen Situationen vorzubeugen.“

Von Laura Sander

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