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Havelland Mit Weihrauch und Gesang zum Landtag
Lokales Havelland Mit Weihrauch und Gesang zum Landtag
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18:45 04.01.2016
Die Rhinower Sternsinger Lea, Carlos und Nayra (v.l.) auf Hausbesuch in Begleitung von Jürgen Schindler-Clausner (l.) und Christian Gottschalk (r.). Quelle: Privat
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Rhinow

Normalerweise klopfen Rhinows Sternsinger ausschließlich an die Türen ihrer Heimat. In diesem Jahr werden sie aber nicht nur hier mit Weihrauch, geweihter Kreide und Gesang Segen bringen und Spenden sammeln. Die Sternsinger der Katholischen Kirchengemeinde Heilig Geist in Kyritz, zu der Rhinow gehört, wurden für einen Besuch im Brandenburger Landtag ausgewählt und treffen sich am 5. Januar mit Landtagspräsidentin Britta Stark und Bildungsminister Günter Baaske.

Üblicherweise ziehen Sternsinger jedes Jahr zwischen dem 25. Dezember und 6. Januar von Haus zu Haus. Während sie in Rathenow am Dienstag unter anderem das Rathaus besuchen, haben die Rhinower Sternsinger ihre Tour durchs Ländchen bereits am 28. und 29. Dezember absolviert. Lea (12 Jahre), Carlos (13) und Nayar (12) hatten sich als Caspar, Melchior und Balthasar verkleidet und in insgesamt 35 Haushalte in Rhinow, Neuwerder, Kietz, Stölln und Strodehne den traditionellen Sternsingersegen 20*C+M+B+16 gebracht. Mit dabei war auch wieder Jürgen Schindler-Clausner, der die Rhinower Sternsinger seit rund 20 Jahren begleitet und mit dafür gesorgt hat, dass das Dreikönigssingen in der Region zur Tradition geworden ist.

Singen für den guten Zweck

Als Sternsinger bezeichnet man drei als Heilige Drei Könige gekleidete Menschen, die während der zwölf Weihnachtstage vom 25. Dezember bis zum 6. Januar und zum Teil darüber hinaus Geld für wohltätige Zwecke sammeln.

Der Heischebrauch ist ab dem 16. Jahrhundert nachweisbar und wird mitunter auch als Dreikönigssingen bezeichnet.

Im Erzbistum Berlin haben sich in der letzten Saison über 110 Gemeinden und Gruppen am Sternsingen beteiligt.

Zwischen Rügen, Fläming, Prignitz, Havelland und der Oder wurden insgesamt 337.115,56 Euro gesammelt.

Knapp 2.200 Kinder waren insgesamt mit rund 650 Begleitpersonen beim Sternsingen unterwegs.

Anfangs genügte ein Tag um die 15 bis 20 Haushalte zu besuchen, die sich angemeldet hatten. Viele kannten diesen Brauch gar nicht, so Schindler-Clausner. Inzwischen hat sich unter Katholiken und Evangelen rumgesprochen, dass die Sternsinger jeden besuchen, der sich anmeldet, unabhängig von Glaube oder Konfession. Mittlerweile benötigen die Sternsinger für ihre Tour in Rhinow zwei Tage. 2014 hatten sich 39 Haushalte angemeldet, 2015 waren es 35, darunter auch wieder das Evangelische Pfarramt und das Amt Rhinow.

Während üblicherweise traditionelle Sternsingerlieder gesungen werden, steht in Rhinow das gemeinsame Singen im Vordergrund. „Wir greifen nicht auf typische Lieder zurück, da die meisten Menschen diese nicht kennen. Stattdessen singen wir gemeinsam bekannte Weihnachtslieder, das kommt sehr gut an und macht auch uns Freude“, so Schindler-Clausner. Immerhin haben Lea, Nayra und Carlos so auf ihrer Sternsinger-Tour, die dieses Mal unter dem Motto „Respekt für Dich, für mich und für andere“ stand, insgesamt 684 Euro gesammelt. Das Geld wird für gemeinnützige Zwecke verwendet.

Gesungen wird sicher auch am Dienstag beim Besuch im Landtag, denn dann werden 13 Sternsinger der Kyritzer Gemeinde Heilig Geist den Segen für 2016 20*C+M+B+16 in der Politik verbreiten. Angesichts der anstehenden Aufgaben für die Damen und Herren im Landtag kommt dieser Besuch sicher gut an. Nach einem Empfang am Fortunaportal des Landtages werden die Sternsinger noch Günter Baaske einen Besuch abstatten. Der Bildungsminister wird die Schirmherrschaft über die Mitmach-Aktion „Leben retten“ des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“ übernehmen. Die Mädchen und Jungen wollen diese Gelegenheit auch nutzen, um über ihr eigenes Engagement zu informieren.

In der Vorbereitungszeit für die weltweit größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder hatten sie sich mit dem Leben von Kinder und Jugendlichen in Bolivien beschäftigt und dabei unter anderem erfahren, dass diese dort zum Teil ausgeschlossen, diskriminiert oder respektlos behandelt werden, weil sie eine andere Herkunft haben, anders aussehen oder einfach anders sind.

Von Christin Schmidt

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