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Mit der Motorsäge wird aus Holz ein Kunstwerk

Künstler im Westhavelland Mit der Motorsäge wird aus Holz ein Kunstwerk

Olaf Richter schnitzt mit Motorkettensägen aus Holz Eule und Bären. Auf seinem Hof in Buschow arbeitet er für einen kleinen Skulpturenpark. Dabei ist er eigentlich eher ein Männ fürs Grobe, wie er selber sagt. Manchmal geht ihm auch das ein oder andere Detail an seinen Kunstwerken kaputt.

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Olaf Richter mit zwei seiner Kunstwerke.

Quelle: Stein

Buschow. Früher haben in den Dörfern viele Familien Schweine oder Bullen im Stall gehalten. Die private Tierhaltung sicherte ihnen einen Nebenverdienst. Heute hört man kaum noch auf einem Hof Schweine quieken oder Bullen brüllen. Das Leben auf dem Land hat sich in den letzten 25 Jahren kräftig gewandelt. Kunst und Kultur gehören deutlich mehr zum dörflichen Alltagsleben, auch durch den Zuzug neuer Bewohner. Bahnitz in der Gemeinde Milower Land oder Strodehne im Amt Rhinow sind für diesen Wandel Paradebeispiele im Westhavelland.

Buschow im Amt Nennhausen hat da noch etwas Nachholbedarf. „Etwas mehr Kunst würde dem Dorf guttun“, meint Olaf Richter auf seinem Grundstück Kolonie 21. Doch Olaf Richter hat auch Verständnis, weil Kunst und Kultur Zeit und Freiräume verlangen, die viele Dorfbewohner neben ihrer Arbeit nicht zu Genüge haben für solche Hobbys.

Olaf Richter war früher Kraftfahrer

Noch vor zehn Jahren hätte er jeden belächelt, der ihm gesagt hätte, mach doch einmal selbst Kunst. „Ich war eher ein Mann für grobe Arbeiten“, sagt der heute 64-jährige Mann rückblickend. Olaf Richter war Kraftfahrer.

Krankheitsbedingt musste er vor einiger Zeit mit der Arbeit aufhören. Zuhause nur herumsitzen konnte er aber nicht. Neben dem Garten entdecke der seine Leidenschaft zur Kunst und machte sie zum Hobby. Seine Frau war dafür und die Nachbarn redeten zu. „Du kannst das“, sagten die Nachbarn und brachen damit seine letzte Hemmschwelle.

Olaf Richter bei der Arbeit

Olaf Richter bei der Arbeit.

Quelle: Stein

Olaf Richter schnitzte mit Motorkettensägen aus Holz eine erste Eule und schenkte sie den Nachbarn. Seither schnitzt er ständig mit Motorkettensägen Kunstwerke aus Holz. Derzeit für einen kleinen Skulpturenpark, der auf dem Hof aufgebaut wird und noch wachsen soll. Bären, Stelen und andere Kunstwerke aus Holz stehen schon in der Anlage. Eine Flamme aus Kirschholz ist auch schon fertig und bekommt nun die letzte wetterfeste Glasur.

Ein Adler aus einem Eichenstamm soll noch hinzukommen. Mit den vorbereitenden Arbeiten hat Olaf Richter bereits begonnen. Drei in Größe und Verzahnung unterschiedliche Motorkettensägen sind sein Schnitzwerkzeug. Eiche, Birke und Lärche gehören zu den Holzarten, die er am liebsten bearbeitet. Nicht alles glückt auf Anhieb.

Der Skulpturenpark

Der Skulpturenpark.

Quelle: Stein

Dass er einer Eule ein Ohr abgesägt hat, ist schon vorgekommen. Solche Fehlschnitte sind ärgerlich, passieren aber nun einmal auch“, sagte er. Dann macht er aus dem Stück Kaminholz und fängt von Neuem an. Olaf Richter malt auch, Aquarell und vornehmlich Landschaften aus der Region. Er belegt Malkurse an der Kreisvolkshochschule in Rathenow.

„Man muss es nur wecken wollen “, meint er aus voller Überzeugung, dass in jedem Menschen ein gewisses künstlerisches Talent schlummert. Sein Talent glaubt er seinem Onkel, dem Maler und Bildhauer Willi Hahn, geerbt zu haben. Ein fester Wille und Leidenschaft gehören auch zur künstlerischen Arbeit. Olaf Richter hat beides und so die Kunst zu seinem Hobby gemacht.

Von Norbert Stein

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