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Mit der Wende kam die Herausforderung

Industriegeschichte Premnitz Teil 9 Mit der Wende kam die Herausforderung

Mit der Wiedervereinigung stand der Industriestandort Premnitz vor großen Herausforderungen, aber auch vor neuen Chancen: Neue Wohnviertel entstanden, das Schwimmbad wurde eröffnet und auf dem Gelände des ehemaligen Chemiefaserwerkes wurden Neuansiedlungen von Unternehmen gefördert.

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Polyamid 2000, heute Kunststoffrecycling-Anlagen

Quelle: Jürgen Mai

Premnitz. Mit der Wiedervereinigung Deutschlands standen Herausforderungen und auch neue Chancen vor dem Industriestandort Premnitz. Während im Werk um den Fortbestand der Produktionsanlagen gekämpft werden musste, wurde in der Stadt mit einer sinnvollen Stadtentwicklung begonnen, deren Ziele die Erhöhung der Wohnqualität, die Gestaltung eines attraktiven Stadtbildes und die Belebung der Innenstadt durch Handel und Gewerbe sind.

Bereits im Juni 1991 gab es für Premnitz ein überaus erfreuliches Ereignis: nach 16jähriger Bauzeit wurde das Schwimmbad mit beheizten Becken, Sauna und Fitness-Studio eröffnet. Fördermittel hatten es möglich gemacht.

In den vergangenen Jahrzehnten wurden in Premnitz zwar umfangreiche Wohnviertel angelegt, aber ein Stadtzentrum gab es eigentlich nicht. Am 20. Juli 1993 wurde feierlich der Grundstein für ein neu gestaltetes Stadtzentrum gelegt, das sich im November 1995 mit dem Kaufhaus „dixi“ und Ende 1996 mit dem Wohn- und Geschäftskomplex „Havelpassage“ präsentierte. Im Dezember 1996 wurde der Marktplatz eingeweiht, der neben Markttreiben auch die Voraussetzung für städtische Veranstaltungen bietet.

Blühende Stadt zur Buga 2015

Blühende Stadt zur Buga 2015

Quelle: Jürgen Mai

Auf dem Gelände des ehemaligen Chemiefaserwerkes wurden Neuansiedlungen von Unternehmen gefördert, um eine Branchenvielfalt zu erreichen und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Auf einer mit Unterstützung der Landesentwicklungsgesellschaft geschaffenen neuen Industriefläche siedelte sich 1997 die Havelländische Zinkdruckguss GmbH an, die hier eine äußerst positive Entwicklung nahm.

Am 29. April 1998 legte Ministerpräsident Manfred Stolpe den Grundstein für eine Anlage zur chemischen Aufarbeitung von Teppichen In dieser hochmodernen Chemieanlage werden gegenwärtig leistungsfähige Kunststoff-Recyclingprozesse betrieben.

Es folgten Ansiedlungen von Unternehmen der Dienstleistungsbranche und Produktion, zum Beispiel eines leistungsfähigen Bauunternehmens und einer Anlage zur Herstellung von Adsorbentien und Spezialschutzbekleidung.

Seit 2002 wird durch die „Märkische Faser GmbH“ mit der Produktion der Polyesterfaser Grisuten die Premnitzer Chemiefasertradition erfolgreich fortgeführt.

„Havelpassage“ und Marktplatz

„Havelpassage“ und Marktplatz

Quelle: Jürgen Mai

Natürlich kann durch diese Unternehmen der hohe Arbeitsplatzabbau, der durch die Schließung von Produktionsbetrieben wie zum Beispiel Wolpryla 65 und die Kunstseidenanlage, nicht ausgeglichen werden. Aber es ist als positiv zu vermerken – es herrscht Leben auf dem seit 2005 als „Industriepark Premnitz“ (IPP) benannten Areal. Die Möglichkeit für weitere Neuansiedlungen ist gegeben.

Als wichtige Neuinvestition nahm im August 2008 das Kraftwerk „Energy from Waste“, eine energetische Verwertungsanlage auf Basis der Abfallverbrennung, ihren Betrieb auf.

Neues Logo für die Stadt

Seit 2011 präsentiert sich Premnitz mit dem neuen Logo „Premnitz – Stadt voller Energie“. Der drastische Arbeitsplatzabbau durch die Schließung von Produktionsanlagen führte zu einem erheblichen Rückgang der Einwohnerzahl. Die notwendige Folge davon ist der Rückbau, das heißt der Abriss von Wohnblocks, die einst in Verbindung mit Investitionsmaßnahmen im damaligen Chemiefaserwerk errichtet wurden.

Bezüglich der Verbesserung der Wohnqualität besteht eine hohe Nachfrage nach Einfamilienhäusern. Im individuellen Wohnungsbau entstanden zum Beispiel die attraktiven Wohngebiete in Mögelin im Bereich „Zur alten Havel“ und in Premnitz „Am Feld“.

Premnitz ist in diesem Jahr einer der Standorte der Bundesgartenschau. Wünschen wir den Premnitzer weiterhin eine blühende Zukunft.

Von Jügen Mai

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