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Mit einer Puppenwiege fing alles an

Falkensee Mit einer Puppenwiege fing alles an

Holz ist Hannelore Thielkes Element – das war es schon immer. Vom Dackel auf Rollen, über Puppenhäuser oder kleine Holztierchen – Thielkes Repertoire an Holzspielzeug scheint endlos. Noch bis zum 17. September stellt sie rund 80 ihrer Werke in der Finkenkruger Kirche aus .

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Hannelore Thielke inmitten ihrer Holzkunstwerke.

Quelle: Laura Sander

Falkensee. Holz ist Hannelore Thielkes Element – das war es schon immer. Vom Dackel auf Rollen, über Puppenhäuser oder kleine Holztierchen – Thielkes Repertoire an Holzspielzeug scheint endlos. Noch bis zum 17. September stellt sie rund 80 ihrer Werke in der Kirche der Evangelischen Gemeinde Neufinkenkrug aus. Hier ist die 67-Jährige bereits seit dem Jahr ihrer Geburt Gemeindemitglied und hat unter anderem das Altarkreuz, Geländer sowie verschiedenste Deko für die Kindergottesdienste gefertigt – natürlich aus Holz.

Von Metall zu Holz

Und dabei fing 1966 alles mit einem ganz anderen Werkstoff an. Thielke, damals 16 Jahre alt, begann im VEB Polymat in Staaken eine Ausbildung zur Zerspanungsmechanikerin. „Schnell wechselte ich jedoch vom Metall zum Holz und fertigte für spätere Metallgüsse – hauptsächlich Hebel für Druckmaschinen – die Modelle. Das war am Standort in Elstal“, so Thielke. Es folgte eine Ausbildung zur Modelltischlerin. Abends wurde die Falkenseerin kreativ und werkelte an hölzernen Hampelmännern. „Nach der Arbeit waren das immer noch ein bis zwei Stunden in denen ich mich ausprobierte.“

Der Spaß war der Holzkünstlerin immer am wichtigsten

Der Spaß war der Holzkünstlerin immer am wichtigsten.

Quelle: Sander

Mit einer Puppenwiege für ihre Nichte ging es dann richtig los. Es folgten Eisenbahnen, Holzpferdchen oder Puppenhäuser, die Hannelore Thielke gemeinsam mit Mann Klaus, den sie während ihrer Ausbildung in Staaken kennengelernt hatte, auf verschiedenen Märkten präsentierte. „In Oranienburg war ein toller Markt für Kunsthandwerker. Mein Mann war der Verkäufer – ich konnte meine Babys immer so schlecht hergeben“, lacht die Falkenseerin. „Ich war die Einzige mit Holzspielzeug und die Nachfrage war gut, ich wollte aber nie expandieren und möglicherweise den Spaß an meiner Arbeit verlieren. Der war mir in all den Jahren immer das Wichtigste“, so die 67-Jährige, die sich 1986 schließlich selbstständig machte. „Mein damaliger Meister brachte mich auf die Idee. Das war alles sehr aufregend und ein großer Schritt.“

Ein Knallharter Beruf

Nachdem sich Thielke eine kleine Werkstatt eingerichtet hatte, nahm sie vor allem Aufträge von Kitas und Privatleuten an. „Plastik und Blech waren ja ausreichend da, Holz nicht. Da ich als Kunsthandwerkerin gemeldet war, fertigte ich außerdem jede Menge Tafel- und Raumschmuck, wie beispielsweise Kerzenhalter.“ Vom Entwurf, den sie in ihrer Anfangszeit auch mal auf alte Tapete gekritzelt hat, über Schablonen, bis hin zum fertigen Teil ist es ein langer Weg. Fünf bis sieben Mal hat Thielke jedes noch so kleine Einzelteil in der Hand, bevor sie es verbaut. „Der Beruf ist knallhart, viele sehen gar nicht, was alles dahinter steckt.“

Holzspielzeug

Holz ist neben Steinen und Knochen der älteste Rohstoff in der Spielzeugherstellung.

Wichtig bei der Herstellung ist, dass Holz als Hauptbestandteil verwendet wird. Verschiedene Techniken können angewendet und mehrere Holzarten verwendet werden.

In Deutschland ist Holzspielzeugmacher ein anerkannter Ausbildungsberuf.

Seit 1993 wird der Deutsche Designpreis für Holzspielzeug verliehen

Nach der Wende wurde der damalige Leiter des Spandauer Kunstamtes auf Hannelore Thielke aufmerksam. „Wir waren damals mit meinem Spielzeug bei einer großen Ausstellung in der Zitadelle und haben dann 24 Jahre in Folge auf dem Spandauer Weihnachtsmarkt verkauft – immer am selben Stand im Gotischen Haus“, so die Holzkünstlerin. In den vergangenen Jahren sei das Interesse an ihrem Spielzeug vor allem bei jungen Leuten wieder gestiegen. „Das Bewusstsein für den nachwachsenden Rohstoff Holz wächst. Das ist schön zu beobachten“, sagt die 67-Jährige. „Dieses Jahr sind wir das erste Mal nicht dabei. Wir wollen kürzer treten, um mehr Zeit für uns zu haben“, so Thielke, die sich von 1994 bis 2009 außerdem im Evangelischen Johannesstift in Spandau engagierte. „Ich habe dort die Holzwerkstatt geleitet und mit benachteiligten Jugendlichen gearbeitet. Das waren die schönsten Arbeitsjahre für mich“, so die Falkenseerin. „Das Gewerbe hatte ich weiterhin. Mein einziger Geselle ist mit 70 Jahren in Rente gegangen.“

Von Laura Sander

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