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Havelland Mit gesenktem Blick unterwegs
Lokales Havelland Mit gesenktem Blick unterwegs
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07:43 18.07.2014
Petra Radlmaier mit einem ihrer Fotos. Quelle: Annett Lahn
Schönwalde-Glien

Manchmal taucht ein Stadtwappen auf. Hin und wieder sieht man schöne Ornamente auf den 50 Kilogramm schweren Platten. Meistens sind sie jedoch ganz profan mit Schrift und einem geometrischen Muster. Petra Radlmaier beschäftigt sich schon seit 2010 mit dieser Ästhetik. Die Schönwalderin fotografiert Gullydeckel oder gießt sie in Ton. Gerade läuft eine Ausstellung ihrer Fotos und Tonarbeiten in der Berliner Wassergalerie.

Ihre erste Entdeckung – ein Kanaldeckel aus vielen blinkenden Sternen – sah sie am Eingang des U-Bahnhofs Zitadelle in Spandau. Danach ging Petra Radlmaier häufig mit gesenktem Blick durch Städte, Straßen und Gassen. Ihr Favorit ist der Berliner Gullydeckel, auf dem alle bekannten Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt zu sehen sind. Davon nahm die Hobbykünstlerin einen Abdruck. In der Frühe hockte sie dafür in der Spandauer Fußgängerzone und klatschte Ton auf das Designerobjekt. Daraus entstand ein weißblauer Nachbau, der einem schmucken Fliesenelement ähnelt.
Die meisten der insgesamt 26 Kanaldeckel hat Petra Radlmaier mit ihrer Kamera anvisiert und für ihre Ausstellung farblich passend und reflexionsfrei auf Platten arrangiert. Manchmal sieht der Betrachter erst auf den zweiten Blick, dass es sich bei den Rechtecken und Rondellen um Kanaldeckel handelt, die eine Art Türen zur Unterwelt sind.

Petra Radlmaiers Schau zeigt, wie verschieden Städte und Gemeinden mit dem gusseisernen Gebrauchsgegenstand umgehen. Die Weimarer Kanaldeckel erinnern an die Geometrie des Farbkreises. Armenische Deckel zieren kirchliche Kreuze. In Trier gibt es kämpferische Posen, im amerikanischen Seattle florale Ornamente, im türkischen Izmir typisch orientalische Muster und im kanadischen Vancouver sind Lachse abgebildet. Lichtenstein hat kleine, feine Gullydeckel. Manche glänzen, sehen wertvoll aus, wie übergroße Münzen, nach denen man sich bücken möchte. Andere sind schlicht zugewachsen, vergrast und von der Natur zurückerobert, wie ein von Radlmaier abfotografiertes Modell im Olympischen Dorf Elstal. Wo auch immer sie in den vergangenen vier Jahren war, richtete sie die Kamera nach unten. Die Fotos hat sie bereits in der Galerie des Schönwalder Kreativvereins ausgestellt. „Dann entstand die Idee, für Schönwalde mit seinen sechs Dörfern und Bötzow einen Kanaldeckel zu kreieren.“ Mittlerweile ist der Entwurf mit allen Wappen genehmigt. „Davon sollen 50 Gullydeckel bestellt werden“, so die Hobbykünstlerin.

Aufgewachsen ist sie im bayrischen Freising, was man noch immer am leichten Akzent hört. Nachdem sie einen Teil ihres Medizin-Studiums in Rom absolviert hatte, ging sie nach Berlin und zog später nach Schönwalde.

Petra Radlmaier, die eigentlich Ärztin in Hennigsdorf ist, pflegt mit ihren künstlerischen Objekten einen sehr intensiven, geradezu konzentrierten Umgang. Sie sagt: „Ich finde es gut, sich auf eine Sache einzulassen. Man betrachtet etwas aus verschiedenen Perspektiven. Damit hat es mehr Gewicht.“ In jedem Fall animiert die Künstlerin dazu, hin und wieder mal den Kopf hängen zu lassen, wenn einem ein auffälliger Deckel begegnet.

Petra Radlmaiers Kanaldeckel sind bis zum 1.August in der Berliner Wassergalerie, Stralauer Straße 33 zu sehen. Geöffnet ist die Ausstellung freitags zwischen 16 bis 19 Uhr und samstags zwischen 10 bis 13 Uhr. Eine weitere Schau ist im Oktober im Kulturhaus Spandau geplant.

Von Annett Lahn

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