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Mit knallenden Gaskanonen gegen wilde Gänse

Gülpe Mit knallenden Gaskanonen gegen wilde Gänse

Überall auf den Feldern im Westhavelland lassen sich in der kalten Jahreszeit Wildgänse und andere gefiederte Wintergäste nieder, um sich satt zu fressen. Weil die Schäden immer größer werden, setzen die Landwirte verschiedene Mittel ein, um die Tiere zu vergrämen. Die Agrargenossenschaft Gülpe hat derzeit drei laut knallende Gaskanonen im Einsatz.

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Enrico Voigt, Vorstandsvorsitzender der AG Gülpe, zeigt eine Gaskanone, mit der Gänse vergrämt werden.

Quelle: Norbert Stein

Gülpe. Die Gänse halten die Landwirte im Westhavelland auf Trab. Die gefiederten Gäste fressen ihnen die Wintersaaten kahl. Die Gänse mögen das Grün und kommen in Scharen auf die mit Getreide und Raps bestellten Felder. Um die Schäden in Grenzen zu halten, versuchen die Landwirte, die gefiederten Gäste von ihren Feldern zu vergrämen. Der Aufwand ist enorm und verlangt von den Landwirten Einfallsreichtum, weil die Gänse sich auch an Abschreckungsmaßnahmen gewöhnen. Flatterbänder oder alte Autowracks auf die Felder stellen, hatte nur zeitweilige Wirkung und wird von den Landwirten nicht mehr angewendet.

Die Agrargenossenschaft (AG) Gülpe hat derzeit einen Mitarbeiter im Einsatz, der täglich mit einem Traktor auf die Felder fährt, um Gänse zu vergrämen. Dazu kommen weitere Maßnahmen, die Geld kosten. Rechnet der Vorstandsvorsitzende Enrico Voigt alle Kosten zusammen, kommt er auf 300 Euro, die seine AG Gülpe täglich aufwendet, damit die Gänse nicht ständig auf den Feldern bleiben.

Für die Gaskanonen wird eine behördliche Genehmigung gebraucht

Die Landwirte im Ländchen Rhinow setzen zum Vergrämen der Gänse von den Wintersaaten auch handelsübliche Gaskanonen ein. Bisher war alles unproblematisch. Nun haben die Landwirte vom Ordnungsamt in Rhinow Post bekommen. Das Betreiben der Gaskanonen sei nur mit einer ordnungsbehördlichen Genehmigung gestattet, hat Ordnungsamtsleiter Michael Mirschel mitgeteilt. Deshalb müssen die Landwirte nun zum Betreiben von Gaskanonen beim Ordnungsamt eine Genehmigung einholen. „Der Einsatz akustischer Vogelabwehranlagen ist dem Emissionsschutzgesetz des Landes zufolge genehmigungspflichtig“, erklärt Michael Mirschel, dass die Landwirte nun das Betreiben der Gaskanonen beantragen müssen. Beschwerden von Bürgern, die sich in ihrem Wohnumfeld vom wiederholten „Wumm...!“ der Gaskanonen auf den Feldern gestört fühlen, haben Michael Mirschel zum Handeln veranlasst.

Zwei Landwirtschaftsbetriebe haben bereits den weiteren Einsatz von Vogelabwehranlagen (also Gaskanonen) beim Ordnungsamt beantragt. Ausreichender Abstand zu Wohnbebauungen, Zeit und Häufigkeit des beabsichtigten Einsatzes der Geräte nennt Michael Mirschel als wesentliche von ihm zu prüfende Parameter. Sei alles in Ordnung, werde er die Genehmigung erteilen. Benennen müssen die Landwirte in dem Antrag auch die Flurstücke, auf denen sie die Gaskanonen aufstellen möchten.

Die AG Gülpe hat vier Vogelabwehranlagen beantragt

Die AG Gülpe hat vier Vogelabwehranlagen beantragt. Derzeit hat die Agrargenossenschaft drei Gaskanonen mit elektronischen Karussell an verschiedenen Standorten im Einsatz. Alle Geräte würden über 1000 Meter von der nächsten Wohnbebauung entfernt stehen, erklärt Enrico Voigt auf einem Feld bei Gülpe. Betreiben würde die Agrargenossenschaft die Geräte in der Zeit von 7 bis 12 Uhr und 15 bis 18.30 Uhr. Auf dem Feld zeigt der Vorstandsvorsitzende, wie eine Gaskanone funktioniert. In einstellbaren Abständen gibt das Gerät in 30 Minuten dreimal zwei Knallschüsse ab. Das Karussell sichert, dass die zwei Knallschüsse jeweils in eine andere Richtung gehen, um möglichst viele Gänse im Umfeld zu vergrämen. In der Nacht ist das Gerät ausgeschaltet.

Dauerhaft würden sich die Gänse aber auch an Gaskanonen etwas gewöhnen, räumt Enrico Voigt ein. Die wirksamste Methode, um Gänse von Wintersaaten fernzuhalten, sei das Befahren der Felder mit einem Traktor. Traktoren mögen die Gänse nicht. Wie hoch der Schaden ist, den die gefiederten Gäste auf den Feldern der AG Gülpe anrichten, kann der Vorstandsvorsitzende noch nicht sagen. Man müsse abwarten, sagt Voigt, weil ja noch die Kraniche kommen und sich sicherlich im Frühjahr über die Maissaat hermachen. Er danach könne er eine Gesamtschadensbilanz erstellen.

Von Norbert Stein

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