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Havelland Mittelalterfest zum 575. Dorfgeburtstag
Lokales Havelland Mittelalterfest zum 575. Dorfgeburtstag
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18:10 03.10.2016
Ortsvorsteher Silvio März freute sich mit den Akteuren vom Heimatverein über ein gelungenes Mittelalterfest. Quelle: Norbert Stein
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Spaatz

Regenschirm statt Sonnenschirm. Dabei hätten die Einwohner von Spaatz gerne noch einen Tag länger gewartet auf den schon lange ersehnten Regen. Weil sich das Wetter aber nicht planen lässt, mussten sie am Samstag ihr 575. Dorfjubiläum auch bei immer wieder einsetzenden Niederschlagsschauern feiern. Die gute Stimmung ließen sich die Spaatzer und ihre vielen Gäste aber nicht vom Regen vermiesen.

„Wir haben ein schönes Fest“, resümierte am Abend dann auch Ortsvorsteher Silvio März. Gefeiert wurde der 575. Geburtstag der urkundlichen Ersterwähnung von Spaatz in einer Lehnbestätigung des Kurfürsten Friedrich II. für die Familie von der Hagen mit einem Mittelalterfest auf dem Dorfnager. Gemeindebürgermeister Guido Quadfasel zog zum Auftakt am Vormittag als Herold durch das Dorf, um zu verkünden: „Höret, höret liebe Leut ! Es ist wahr, unser Dörp feiert heut das 575. Jahr. Kommet heraus von Hof und Haus und lasset daheim Hund, Katz und Maus“.

Die Feierlichkeiten begannen mit einem Gottesdienst in der Kirche

Hjalmar Bong als Leierkastenmann begleitete Quadfasel durch das Dorf. Es gebe viel „Gesöff und Schmaus“ auf dem Platz, versprach der Herold, deshalb lohne es sich, zu dem vom Spaatzer Heimatverein organisierten Mittelalterfest zu kommen. Seine Tour endete vor der alten Feldsteinkirche, in der das Dorfjubiläum mit einem festlichen Gottesdienst begann.

Kantorin Christina Görlitz spielte die Orgel. Das Kircheninstrument wurde in den letzten Wochen repariert und erneuert. Rund 10 000 Euro hatte der Freundeskreis Spaatzer Dorfkirche dafür mit Hilfe von Spenden und Veranstaltungen eingesammelt. Der Superintendent des Kirchenkreises Nauen-Rathenow, Thomas Tutzschke, hielt die Festpredigt. Spaatz habe eine offene und lebendige Kirche, in der Menschen zu vielfältigen Veranstaltungen kommen, sagte der Superintendent, bevor er auf die Geschichte des Dorfes einging. Er nannte 1441 als Jahr der urkundlichen Ersterwähnung des Dorfes und sprach über dessen Entwicklung im 18. Jahrhundert, als sein Handy klingelte. „Damit sind wir wieder in der Gegenwart“, sagte Thomas Tutzschke, schaltete das Handy aus und setzte die Predigt fort.

Es gab eine Ausstellung mit alten Dokumenten aus der Dorfgeschichte

Am Nachmittag kamen über 200 Besucher in die Kirche und besichtigten eine Ausstellung zur Spaatzer Dorf- und Schulgeschichte. Auf einem Tisch lagen historische Dokumente, wie das älteste Spaatzer Kirchenbuch aus dem 18. Jahrhundert und eine Kopie der urkundlichen Ersterwähnung des Dorfes. Über 635 Euro spendeten die Kirchenbesucher am Samstag. Für den Freundeskreis das Startkapital für sein neues Vorhaben, die Beschaffung einer neuen Glocke für die Kirche.

Vor der Kirche spielte Erik Dohn aus Spaatz Posaune. Auf dem herbstlich geschmückten Dorfanger unterhielt die Gruppe „Irrgang“ eine große Besucherschar mit mittelalterlicher Musik. Die Spaatzer Dorfband „Gleis 5“ spielte zum Tanz auf. Petra Schäfer führte mittelalterliche Tänze vor und Amtsdirektor Jens Aasmann lobte bei der Festeröffnung das vielfältige und engagierte Vereinsleben in Spaatz. Annabell Hansen erzählte und spielte mit Kindern in einer modern überarbeiteten Fassung die Sage von den Riesen, die den Spaatzer Zwergen aus Dankbarkeit erlaubten, eine Kirche zu bauen. Marktstände, Bogenschießen, Fischsuppe, Stockbrot und Gulaschsuppe auf offenen Feuer zubereitet und Schweinebraten vom Grillspieß gaben dem Fest ein besonderes Flair, wie auch eine Feuershow und Feuerwerk am Abend. Die Förderverein der Ortsfeuerwehr zeigte in einer Ausstellung Traktoren, Mopeds, Landwirtschaftsmaschinen und Autos. Für die Besucher war es eine sehenswerte Schau alter und neuer Technik mit über 80 Fahrzeugen.

Von Norbert Stein

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