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Havelland Mittelmeer-Giftspinne besiedelt Falkensee
Lokales Havelland Mittelmeer-Giftspinne besiedelt Falkensee
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12:32 28.07.2016
Hier ein männliches Exemplar des Ammen-Dornfingers – gut zu erkennen an den stark ausgeprägten Kieferklauen.  Quelle: Tanja M. Marotzke
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Falkensee

 Carsten Scheibe lässt seinen Blick über die hüfthohen Gräser schweifen. Lange muss der Diplom-Biologe nicht suchen. Rund zehn Meter vom befestigten Rohrbecker Weg entfernt auf einer Wiese kurz vor dem Falkenseer Ortsausgang in Richtung Dallgow wird er fündig.

» Haben Sie auch eine Dornfinger-Spinne gesehen? Schreiben Sie uns, wann und wo Sie das Exemplar entdeckt haben: online@maz-online.de

Vorsichtig öffnet der Falkenseer das weiße Nest und zieht seine Hand sofort wieder zurück. Blitzschnell krabbeln zwei Exemplare des Ammen-Dornfingers ins Freie – von der Störung gar nicht begeistert. „Hier sehen wir ein Männchen und ein Weibchen, gut zu erkennen an ihrem rot-orangen Vorderkörper, dem gelb bis grünen Hinterkörper und den großen Kieferklauen“, erklärt Scheibe, der die Giftspinne vor drei Jahren erstmalig in der Gartenstadt entdeckte. „Ich war damals mit meinem Hund auf der Trockenwiese neben Herlitz spazieren. Krabbeltiere sind seit frühester Kindheit meine Leidenschaft, daher halte ich immer die Augen offen.“

Als er die Spinne, die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt, über die Hochstauden der Falkenseer Wiese krabbeln sah, traute er seinen Augen kaum. „Ich musste das erst einmal nachlesen, um sicherzugehen. Eigentlich war die Grenze des Verbreitungsgebiets vor einigen Jahren noch im Raum Köln festgesetzt.“

Hat die Giftspinne immer im Blick – Diplom-Biologe Carsten Scheibe. Quelle: Tanja M. Marotzke

Seither behält Scheibe die kleinen Tiere im Blick, die mit einem Biss beim Menschen erheblichen Schaden anrichten können. „Im besten Fall lässt sich der Biss mit einem Wespenstich vergleichen, im schlechtesten landet man für mehrere Tage im Krankenhaus. Neben der Wasserspinne ist der Ammen-Dornfinger die einzige Spinne, auf deren Gift der Mensch reagiert.“ Gut nur, dass die nachtaktiven Spinnen ihren Tag in ihren sogenannten Ruhegespinsten verbringen und erst nachts auf die Jagd gehen. „Die Wiesen mit den vielen Grashüpfern und sonstigen Insekten sind für den Dornfinger ein Schlaraffenland. Sie finden überall Nahrung, fühlen sich wohl und vermehren sich auch dementsprechend schnell“, so Scheibe. „Im vergangenen Jahr musste ich tatsächlich noch suchen, heute findet man die giftigen Tiere auf fast jeder noch so kleinen Hochstaudenwiese in Falkensee.“ Die milde Witterung, selbst im Winter, kommt der wärmebedürftigen Spinnenart entgegen.

Mit ihren Giftklauen kann der Ammen-Dornfinger problemlos die menschliche Haut durchdringen – auch Tiere sind vor der Giftspinne nicht sicher. Die Symptome reichen von einem brennenden Schmerz in den gebissenen Gliedmaßen über geschwollene Lymphknoten bis hin zu Schüttelfrost, Erbrechen, Fieber und Kreislaufversagen. „Auf Facebook haben schon einige Leute von ihren Begegnungen mit der Spinne berichtet. Das Problem ist, dass Ärzte gar nicht auf einen solchen Biss reagieren können, weil sie sich mit dem Gift nicht auskennen“, so Scheibe. Zum Kontakt käme es jedoch lediglich, sollten die Dornfinger in ihren Gespinsten gestört werden oder sich nachts versehentlich in ein Haus verirren. Die weitere Ausbreitung der Giftspinne betrachtet der Biologe mit Sorge. „Sie haben hier keine natürlichen Feinde. Alle Wiesen abzumähen, auf denen viele weitere Arten ihren natürlichen Lebensraum haben, ist auch keine Lösung“, gibt Scheibe zu bedenken.

Von Laura Sander

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