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Moai-Figuren bereichern den Optikpark

Rathenow Moai-Figuren bereichern den Optikpark

Seit Beginn der Saison stehen drei massive Holzskulpturen im Rathenower Optikpark, die Bezug nehmen auf die Moai-Tradition der Osterinseln. Eigentlich sollten die Köpfe in Kützkow stehen, aber die Gemeindespitze wollte das nicht. So kam der Optikpark zu einer echten Attraktion.

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Joachim Muus, Helmut Polanik, Elfie Balzer und Bernhard Teichert und zwei der drei Moai-Figuren im Optikpark.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Wer den Steg der Farbraum-Insel im Rathenower Optikpark entlangschlendert, dem wird an dessen südlichen Ende ein besonderer Empfang zuteil. Drei überlebensgroße Holzköpfe stehen dort seit Beginn dieser Saison. Sie sind den legendären Moai-Figuren der Osterinsel ähnlich. Wer sich auf die Skulpturen mit den ernsten Mienen einlässt, der wird sich der Faszination dieser Kunstwerke schwerlich entziehen können. Im Angesicht dieser zeitlosen Antlitze kommt einem die Jetztzeit mit ihren ständig wechselnden Moden plötzlich ganz weit weg vor.

Schöpfer dieser Unikate ist der Holzkünstler Ernst Kaiser. Aus mächtigen Eichenstämmen, geschlagen im Seelensdorfer Forst, hat er sie im Jahr 2014 gefertigt. Dass sie je im Optikpark stehen würden, war damals nicht abzusehen. Denn eigentlich hatten die Auftraggeber der Arbeit etwas anderes im Sinn. Bernhard Teichert, Peter Wozniczka, und Helmut Polanik, drei Bürger aus Kützkow, wollten die Köpfe am Havelufer platzieren. Gleich neben der Pritzerber Fähre sollte das hölzerne Trio Gäste und Passanten im Stile eines Begrüßungskomitees in Empfang nehmen. „Wer diese Köpfe sieht, der behält sie in positiver Erinnerung“, sagt Teichert. „Das hätte dem Ort sicher gut getan.“

Viele Kützkower sahen das genauso. Doch der Kützkower Ortsvorsteher und der Bürgermeister der Stadt Havelsee waren von der Idee ganz und gar nicht begeistert. In die Südsee würden die Skulpturen ja passen, so ihr Argument, aber zum Havelland fehle jeglicher Bezug.

Skulpturen standen auf Premnitzer Buga-Areal

Auf Streitereien hatten die drei Männer keine Lust, und als sich der Buga-Zweckverband für die Kunstwerke interessierte, kam ihnen das gerade recht. Als Leihgabe erfreute das am Premnitzer Havelufer postierte Trio im vergangenen Jahr die Buga-Besucher. Dort sah auch Optikpark-Geschäftsführer Joachim Muss die Skulpturen zum ersten Mal – und war gleich hin und weg. So beeindruckt war er, dass er über die Buga-Verantwortlichen Kontakt zu den Kützkower Eigentümern aufnahm. Und die Skulpturen mit deren Zustimmung als Attraktion in den Optikpark holte.

Den Standort auf dem Farbformen-Gelände hat er ganz bewusst gewählt. Zum einen sei diese ruhige Ecke, die vom Süden nur mit dem Floß erreichbar ist, einer Insel ähnlich. So werde der Bezug zum Ursprung der Moai-Tradition, der auf der Osterinsel liegt, hergestellt. Zum anderen verstärkten die Skulpturen mit ihrer Ausstrahlung die meditative Atmosphäre, die von den Farb-Klang-Skulpturen und der diese umgebenden exotischen Pflanzenwelt ausgehe. Bernhard Teichert und Helmut Polanik, die jüngst den Standort der Köpfe begutachteten, sehen das genauso. „Anfangs waren wir schon enttäuscht, dass die Skulpturen in Kützkow keine Heimstatt finden“, sagt Teichert. „Aber nun sind wird erleichtert und froh, dass sie an einem so würdigen Platz stehen. Etwas Besseres konnte uns nicht passieren.“

Kultfiguren aus Polynesien

Als Moai werden die kolossalen Steinstatuen auf der Osterinsel genannt. Sie sind Bestandteil größerer Zeremonialanlagen wie sie ähnlich auch aus anderen Bereichen der polynesischen Kultur bekannt sind.

Charakteristisch für die Moai ist der übergroße Kopf mit den detailliert ausgestalteten Gesichtszügen. Unter tief liegenden Augenhöhlen beherrscht eine große, sorgfältig ausgebildete Nase das Gesicht. Ein breites, vorgeschobenes Kinn ergänzt den verschlossenen Gesamteindruck.

Das genaue Alter der Figuren ist umstritten, mittlerweile gilt jedoch als gesichert, dass sie keinesfalls älter als 1500 Jahre sind.

Von Markus Kniebeler

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