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Sorgenkinder bringen junge Mode in die Stadt

Mode made in Rathenow Sorgenkinder bringen junge Mode in die Stadt

Das junge Mögeliner Modelabel Sorgenkinder hat in den vergangenen Jahren in der Modebranche für Furore gesorgt. Nun haben die kreativen Köpfe ihren ersten eigenen Laden in Rathenow eröffnet. Und das soll erst der Anfang sein. Irgendwann soll auch in Berlin Mode made in Rathenow verkauft werden.

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Die Sorgenkinder in ihrem neuen Domizil Dennis Pflanz (3.v.r.) mit seinem Kollegen Patrick Voß (2.v.l.) und Unterstützern.

Quelle: Fotos: Christin Schmidt

Rathenow. „Wenn ich mal Kohle über habe, dann mache ich ein Modelabel“, hatte Dennis Pflanz einmal gesagt. Ob ihn damals überhaupt jemand ernst nahm, ist schwer zu sagen. Mittlerweile hat der heute 28-Jährige Skeptikern jedenfalls bewiesen, dass damals mehr dahinter steckte als nur ein cooler Spruch eines verträumten jungen Mannes war. Im Jahr 2012 hatte Dennis Pflanz mit „Sorgenkinder“ das erste Modelabel im Havelland gegründet. Inzwischen hat er mit seinem Team diverse Auftritte in der Berliner Modeszene absolviert. 2014 räumten sie den Jugendförderpreis des Landkreises Havelland ab. Erst kürzlich kam die zweite Einladung zur Fashion Week nach Vancouver in Kanada und am vergangenen Freitag eröffneten die Sorgenkinder ihr erstes Geschäft in Rathenow. Es läuft ziemlich gut für jungen Kreativen.

„Das Geschäft hier entstand eigentlich nur aus der Not heraus“, verrät Dennis Pflanz zwischen Sekt, Blumensträußen und Glückwünschen am Freitagnachmittag. Ende des Jahres flatterte dem Team eine saftige Mieterhöhung für ihre alte Produktionsstätte in Mögelin ins Haus. Die jungen Modemacher konnten sich die großzügigen Räumlichkeiten auf dem Gelände des ehemaligen VEB Carl Zeiss Jena nicht mehr leisten. Also wandte sich Pflanz an die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft Rathenow (KWR). Das Unternehmen hatte den Sorgenkindern vor etwa einem Jahr das Schaufenster eines leerstehenden Geschäfts in der Berliner Straße als Werbefläche überlassen.

Nun füllen die Sorgenkinder nicht nur das Schaufenster sondern den gesamten Landen. Im rund 80 Quadratmeter großem Verkaufsraum hängen die eigenwilligen, lässigen Jeans, Pullis und Shirts mit den ungewöhnlichen, zum Teil frechen und sozialkritischen Aufdrucken. Im hinteren Bereich befinden sich die Produktionsräume. Mehrere Siebdruckmaschinen, jede Menge Farbe und verschiedenste Designs, die das Team direkt hier auf die Stoffe bringt.

Siebdruckmaschine für die Kunden

Aber nicht nur die Sorgenkinder selbst drucken hier. Zwischen den Teilen der aktuellen Kollektion steht eine Siebdruckmaschine Marke Eigenbau, die mehr als nur Deko ist. „Hier kann jeder selbst unser Logo zum Beispiel auf einen Stoffbeutel bringen“, ermuntert Patrick Voß, ein Sorgenkind der ersten Stunde, die Gäste und drückt weiße Farbe durch ein Sieb. Kurz darauf prangt das Engel-Signet der Sorgenkinder auf einem schwarzen Stoffbeutel.

Auch KWR-Geschäftsführer Hartmut Fellenberg war zur Eröffnung des Ladens gekommen. Wenngleich man sich diesen Mann nur schwer in den Klamotten, die hier hängen vorstellen kann, sein Gesicht verriet Freude und Erleichterung. Nach etwa vier Jahren wird das Geschäft in bester Zentrumslage endlich wieder belebt.

Der nächste große Auftritt der Sorgen findet im März statt. Dann betreten die Modemacher aus dem Havelland einmal mehr den Walk of Fashion in Berlin, um Modebegeisterten aus allers Welt ihre neue Kollektion zu präsentieren. Auch die Fashion Week im Sommer ist fest eingeplant.

Neben Dennis Pflanz und Patrick Voß gehören mittlerweile drei Angestellte zum Unternehmen. Sie haben es geschafft, das Label zu einer festen Marke der hiesigen Jugendkultur zu entwickeln. Verkauft werden die Sachen im Internet sowie in Partnergeschäften in Brandenburg/Havel, Leipzig und der Schweiz. Demnächst soll es auch in Berlin Mode made in Rathenow geben. Das Geschäft in der Berliner Straße in Rathenow ist übrigens der erste eigene Sorgenkinder-Laden.

Labelgründer Dennis Pflanz trägt Sorgenkinder nicht nur als Shirts oder Hose

Labelgründer Dennis Pflanz trägt Sorgenkinder nicht nur als Shirts oder Hose. Er hat sich sein Modelabel in den Nacken tätowieren lassen.

Quelle: Ch. Schmidt

Von Christin Schmidt

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