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Modellbauer aus Rathenow baut die ISS nach

Havelland Modellbauer aus Rathenow baut die ISS nach

Es gibt kaum einen Flugzeugtyp, den der passionierte Modellbauer Helmut Wernicke noch nicht nachgebaut hat. Nun hat der Mann aus Rathenow (Havelland) sich an die Weltraumstation ISS gemacht. Sie fliegt sogar. Um in die Luft zu steigen, braucht sie allerdings fremde Hilfe.

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Helmut Wernicke mit Ehefrau Edith und dem Modell der Weltraumstation im heimischen Garten.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Als der Rathenower Modellbauer Helmut Wernicke im vergangenen Sommer ein selbst konstruiertes Fluggerät vorstellte, das einem Adler täuschend ähnlich sieht, da konnte man vermuten, dass das der kreative Schlusspunkt einer langen und intensiven Modellbaukarriere hätte sein können. Denn eigentlich hat der 78-Jährige so ungefähr alles gebaut, was man sich denken kann: Segelflugzeuge, Motorflugzeuge, Wasserflugzeuge, Transport- und Kriegsflugzeuge und, nicht zu vergessen, etliche Modelle des Gleiters, mit dem Wernickes Idol Otto Lilienthal die ersten Flüge der Menschheit unternahm. Nun also ein flugfähiges Adlermodell. Was sollte da noch kommen?

Die Antwort führt Wernicke im hauseigenen Garten vor. Da steht es – das Modell der internationalen Raumstation ISS. So, wie man sie aus dem Fernsehen kennt. Mit den zu den Seiten ausragenden Solarmodulen und den Kapseln in der Mitte, in denen die ganze Technik sowie die Forschungs- und Aufenthaltsbereiche für die Weltraumforscher untergebracht sind. Die ISS hatte Wernicke schon immer fasziniert. Also kaufte er sich ein Buch über die Station und baute diese nach. Natürlich ist nicht jedes Teil der Originalstation am Modell zu finden. Aber man erkennt auf den ersten Blick, um was es sich handelt.

Da die Station nicht von alleine fliegen kann, Wernicke sie aber dennoch in die Luft bringen wollte, um die Zuschauer bei Flugschauen zu begeistern, legte er sich einen Multicopter zu. Mit einer Angelschnur verbindet er das ISS-Modell mit dem vierrotorigen Modellhubschrauber. Lässt er diesen aufsteigen, so zieht der die Raumstation in die Höhe. Um die Sache so realistisch wie möglich aussehen zu lassen, hat der Tüftler einen Astronauten modelliert, der sich wie beim Weltraumspaziergang außerhalb der Station befindet, mit dieser aber per Leitung verbunden ist.

„Die besondere Herausforderung war, die Station so leicht wie möglich zu konstruieren, ihr aber gleichzeitig die nötige Stabilität zu verleihen“, sagt Wernicke. Bei einer Spannweite von 1,70 Metern sei eine gewisse Festigkeit unabdingbar. Der Konstrukteur entschied sich für EEP – einen elastischen, leichten und dennoch stabilen Kunststoff. Die ersten Flugversuche gaben ihm recht. Mühelos stieg der Multicopter mit der anhängenden Station in die Lüfte und ließ sich trotz der Last zentimetergenau dirigieren.

Den Jungfernflug absolvierte Wernickes ISS bei der Flugschau am 10. Juni in Damelang. 3500 Zuschauer waren zugegen. Viele von ihnen applaudierten, als der Rathenower Bastler seine neueste Erfindung präsentierte. Auch auf dem Stöllner Gollenberg hat er die ISS schon steigen lassen. Und damit eine direkte Verbindung hergestellt: Von den ersten Flügen der Menschheit vor über 100 Jahren bis zum Modernsten, was die Luftfahrt zu bieten hat – der internationalen Weltraumstation ISS.

Von Markus Kniebeler

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