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Havelland Moderne Gästezimmer im alten Gutshof
Lokales Havelland Moderne Gästezimmer im alten Gutshof
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16:10 29.10.2017
Das Architektenpaar Arndt und Sonja Hermann haben mit dem Umbau des ehemaligen Kuhstalls zu vier Wohneinheiten und dem Bed & Breakfast ein weiteres Kleinod für Ribbeck geschaffen.
Ribbeck

Auf den ersten Blick wirken die Häuser der Hausnummer 13 der Straße „Am Birnbaum“ wie vier neue Reihenhäuser, die sich perfekt in das Ensemble des alten Gutshofes im Dörfchen Ribbeck einfügen. Erst auf den zweiten Blick wird deutlich, dass es gar keine neuen Gebäude sind, sondern dass es sich um ein perfekt saniertes altes Ensemble handelt: Es ist der alte Kuhstall des Ribbecker Gutshofs.

Das Ribbecker Architektenpaar Hermann hauchte dem lange leerstehenden Gebäude dabei neues Leben ein. „Da es sehr groß ist, haben wir versucht, eine Lösung zu finden und die Last auf mehrere Schultern zu verteilen“, berichtet Arndt Hermann. So wurde das Gebäude in vier Teilen verkauft, jedoch architektonisch von ihm und seiner Frau Sonja betreut.

Am westlichen Ende ist die Familie dann selbst eingezogen. Im Erdgeschoss. Oben, wo früher Heu lagerte, eröffnete die Familie im September mit einer Vernissage des Künstlers Roland Eckelt, der auch die Skulpturen am Schloss Ribbeck geschaffen hat, ihr Bed & Breakfast „Fuchs & Hase“.

Schon seit Jahren gebe es einen Zimmernotstand im Ort, berichtet der engagierte Architekt, was besonders bei Veranstaltungen zu spüren sei. Beispielsweise bei Hochzeiten, die zunehmend in Ribbeck stattfinden. Auch bei Radlern sei Ribbeck ein beliebter Halt. So können sich Hermanns schon jetzt nicht über eine mangelnde Auslastung beschweren. Die Gäste kämen zwar meist aus einem Umkreis von rund 200 Kilometern von Berlin bis Hannover, aber auch aus Bayern und Israel habe man schon Übernachtungswillige begrüßen können.

Mithilfe von EU-Fördermitteln des Leaderprogramms zur Stärkung ländlicher Räume entstanden im „Fuchs & Hase“ insgesamt vier Gästezimmer: zwei Doppel- und zwei Familienzimmer. Schlicht und ohne Schnörkel eingerichtet, verbinden alle Räume perfekt Altes mit Neuem. Im Fuchszimmer, das einen weiten Blick auf die havelländischen Wiesen frei gibt, schläft der Gast sogar in den Betten von Arndt Hermanns Urgroßeltern aus der Gründerzeit.

„Das ist unsere Philosophie“, erklärt der Fachmann. Man saniere Altes, schaffe jedoch klare Unterschiede zum Neuen, damit das Alte so noch besser zur Geltung gebracht werden kann. In der Mitte der Etage befindet sich ein Kubus, der – mit Tafelfarbe gestrichen – Raum für temporäre, künstlerische Entfaltung für Kreidezeichnungen der Gäste bietet.

Eine große Bücherwand lädt zum Schmökern ein, ein altes Klavier zum Musikzieren und ein großes Panoramafenster gen Westen gibt im Salon, der allen Gästen offen steht – es kann auch die gesamte Etage gemietet werden –, den Blick frei auf beeindruckende Sonnenuntergänge. Mit einem Teleskop können Vögel, Waschbären und natürlich Füchse und Hasen beobachtet werden. „Viele Besucher nutzen die Sitzmöglichkeit am Fenster, um zu lesen“, weiß Sonja Hermann.

Auch eine Küche beherbergt der Kubus, in der morgens für die Gäste ein Frühstück gezaubert wird. „Es macht Spaß“, verrät die Architektin, die auch Mitbegründerin des Kulturvereins ist, der seit 2007 jährlich mit der„Ribbecker Sommernacht“ rund 2000 Besucher in den Ort lockt. Wegen der guten Auslastung sei die Betreuung des B & B aber schwer neben dem Hauptberuf zu stemmen. Gesucht wird personelle Unterstützung.

Man schätze die Aufenthaltsqualität im Ort, erklären Hermanns, die mit ihren beiden Töchtern seit 2001 in Ribbeck heimisch geworden sind und dort bereits mehreren alten Gebäuden zur Wiedergeburt verholfen haben. „Wir sind mittlerweile überzeugte Provinzler und haben Freude daran, unser Umfeld schön zu machen“, sagt die Fachfrau.

Bei der Versorgung des Hauses, das mit Fußbodenheizung ausgestattet ist, komme man zudem gänzlich ohne fossile Energie aus: Geheizt wird mit Biogas vom Havellandhof, Strom kommt von der Sonne auf dem Dach und Abwasser wird mit einer eigenen Pflanzenkläranlage gereinigt.

Von Ulrike Gawande

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