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Möbelwerkstatt dank Linoleum gut im Geschäft

Wansdorf Möbelwerkstatt dank Linoleum gut im Geschäft

Die Referenzliste kann sich sehen lassen: Die Möbelwerkstatt von Christian Kuhl hat im Kanzleramt mitgewirkt, in der Berliner Staatsbibliothek und am Flughafen BER. „Wir haben aber auch in Wansdorf schon Schränke eingebaut“, sagt er. Im dortigen Gewerbegebiet hat das Unternehmen seit zehn Jahren seinen Sitz. Mittlerweile gibt es auch einen ganz speziellen Online-Shop.

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Christian Kuhl zeigt in seiner Möbelwerkstatt einen Tisch aus Linoleum.

Quelle: Philip Häfner

Wansdorf. Die Referenzliste kann sich sehen lassen: Die Möbelwerkstatt Kuhl hat im Kanzleramt mitgewirkt, in der Berliner Staatsbibliothek und am Flughafen BER. Sämtliche Boarding-Counter stammen dort aus dem Betrieb von Christian Kuhl. „Wir haben aber auch in Wansdorf schon Schränke eingebaut“, sagt er.

Im dortigen Gewerbegebiet Am Rosengarten hat das Unternehmen seit zehn Jahren seinen Sitz. Kuhl war als gelernter Tischler zuvor bei einem Innenausstatter in Bötzow (Oberhavel) beschäftigt gewesen, der sich vor allem auf den Ausbau von Schienenfahrzeugen spezialisiert hatte. „Aber ich wollte wieder gestalterisch tätig sein und Möbel bauen. Deshalb hatte ich mich ja einst für den Tischlerberuf entschieden.“

Der Veltener machte sich selbstständig. In Wansdorf stand eine Halle frei, in der sich früher schon einmal eine Tischlerei befunden hatte. Christian Kuhl startete dort im Mai 2006 mit zwei Mitarbeitern, mittlerweile sind es 14, darunter zwei Meister. „Wir bilden auch aus. Es ist wichtig den Nachwuchs zu fördern.“ Zwar übernehmen Maschinen mittlerweile viele Produktionsschritte – zuschneiden, hobeln, beschichten, fräsen, bohren –, doch für den letzten Schliff wird immer noch Hand angelegt.

Trotzdem habe sich der Beruf des Tischlers verändert, erzählt Christian Kuhl. Noch immer denke man dabei in erster Linie an Holz, doch heutzutage hätten Tischler mit ganz verschiedenen Materialien zu tun, so der 47-Jährige. „Man muss schon einiges können, um Möbeltischler zu sein“, sagt Kuhl. Er schätzt die Abwechslung seines Jobs: „Jeder Auftrag ist anders.“

Besonders hat es ihm jedoch Linoleum angetan. Im Osten wird dieses bis heute oft mit den PVC-Böden gleichgesetzt, die überall verbaut wurden, weshalb man sich dort noch immer schwer tut mit diesem Material. „Die meisten unserer Kunden kommen deshalb aus dem Westen“, sagt Kuhl. Dabei ist Linoleum eigentlich ein natürlicher Werkstoff aus Leinöl, Holzmehlen, Harzen und Farbstoffen, mit dem sich Möbeloberflächen hervorragend beschichten lassen. „Von der Haptik her ist das unvergleichbar“, meint Christian Kuhl: warm und weich, aber dennoch so verschleißfest, dass man daraus sogar Küchenarbeitsplatten herstellen kann.

Im Februar ist die Werkstatt mit ihren Linoleumtischen ins Internetgeschäft eingestiegen. Die Kunden können sich dort mittels eines speziellen Konfigurators ihren Wunschtisch zusammenstellen; als Entscheidungshilfe verschickt die Firma auf Wunsch kostenlose Musterpakete. „Das Geschäft ist besser angelaufen, als wir erwartet hätten“, berichtet Kuhl. Rund 50 Tische verkauft er jeden Monat auf diese Weise, vor allem Großbestellungen etwa von Gaststätten nähmen zu. Der Online-Shop soll deshalb bald noch ausgeweitet werden. „Wir haben mit den Linoleumtischen unsere Nische gefunden“, so Kuhl.

Von Philip Häfner

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