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Mögelin wächst und Premnitz profitiert

Mögelin Mögelin wächst und Premnitz profitiert

Die Stadt Premnitz verliert Einwohner – das ist nicht neu. Aber Mögelin wächst. Von 896 auf 1354 Einwohner in 16 Jahren – Ortsvorsteher Andreas Hille freut sich: „Das spricht für die Attraktivität des Dorfes“, sagt er.

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Andreas Hille, Ortsvorsteher von Mögelin, an der Döberitzer Straße, die rechts neben der Fahrbahn jetzt bald verbreitert werden soll.

Quelle: Bernd Geske

Mögelin. Die Stadt Premnitz verliert seit Jahren so viele Einwohner, dass man den Langzeit-Schwund in Tausendern angeben muss. Im Ortsteil Döberitz ist die Einwohnerzahl auch gesunken. Es sind seit der Wende aber nicht einmal 200 gewesen. Der Ortsteil Mögelin ist der einzige, der wächst. Standen für 1991 dort 896 Einwohner in der Statistik, sind es gegenwärtig 1 354. Die Anzahl schwankt auch ein bisschen, aber richtig abnehmen will sie nicht. „Das spricht für die Attraktivität von Mögelin“, sagt Ortsvorsteher Andreas Hille (SPD), „viele junge Familien ziehen hierher.“ Mögelin habe eine zentrale Lage, sei aber trotzdem ein ruhiger Ort. Es gebe viele Baustellen für Eigenheime. In der Ringstraße sei gerade das letzte Grundstück an Bauwillige verkauft worden. Die Verbindungen mit Bus und Bahn seien gut.

Die Vereine tragen das Leben

Es sind die Vereine, die das gesellschaftliche Leben in Mögelin tragen. Der Förderverein der Mögeliner Feuerwehr ist mit 220 Mitgliedern der größte Verein. Am Sonnabend hat er gerade erst wieder das Sommerfest auf dem Kirchplatz organisiert. Die Feuerwehr stellt im Oktober eine Halloween-Party auf die Beine und bietet auch Veranstaltungen mit Skat, Rommé und Würfeln an. Weitere Traditionsveranstaltungen im Ort sind das Osterfeuer, die Kindertagsfeier und das Adventsgrillen des Ortsbeirats. Der Mögeliner SC zählt derzeit rund 200 Mitglieder, der Angelverein 1947 hat 90, beim Ortsverband der Arbeiterwohlfahrt (Awo) sind es 47 und das Stippteam Havelland verbucht rund zehn Mitstreiter. Das Halloweenfest findet in diesem Jahr am 28. Oktober ab 18 Uhr statt und das Grillen des Ortsbeirates ist für den 17. Dezember ab 16 Uhr angesetzt.

Da war was los

Da war was los. Eine Aufnahme vom Mögeliner Sommerfest 2015.

Quelle: Uwe Hoffmann

Die wichtigste Baumaßnahme dieses Jahres in Mögelin ist die Verbreiterung der Döberitzer Straße von der Bushaltestelle bis zum Robinienweg um einen Meter. Im Spätsommer sollen die Arbeiten beginnen. Das Bushäuschen am Platz der Jugend ist repariert worden und sein Standpunkt wurde an den früheren Ort zurück verlegt. Der Ausbau der Ringstraße, der für 2019 vorgesehen war, wird indes um ein Jahr nach hinten verschoben. Das geschieht auf Wunsch des Wasser- und Abwasserverbandes Rathenow, der die Baumaßnahme erst 2020 finanzieren kann.

Die Havel ist verkrautet

Weil die Havel in der letzten Zeit relativ viel Wasser führt, hat das eine beständige Problemlage überdeckt. Bei normalem Wasserstand, erklärt Andreas Hille, sei zu sehen, dass die Havel in ihren drei Mögeliner Altarmen erheblich verkrautet sei. Bei Niedrigwasser sei es in einigen Bereichen zeitweise nicht einmal mehr möglich, mit einem Boot zu fahren. Die Stadt habe deshalb drei verschiedene Anträge auf Fördermittel beim Land, beim Naturschutzbund und beim Landkreis gestellt, um ein Entkrauten der Altarme finanzieren zu können.

Ein Fahrzeug für die Feuerwehr

Ein großes Problem, das dem Ortsvorsteher auf der Seele liegt, ist das überalterte Löschfahrzeug der Mögeliner Feuerwehr, das mittlerweile 34 Jahre ist. Ursprünglich hatte die Stadt vorgesehen, in diesem Jahr ein neues Löschfahrzeug zu kaufen. Die Hälfte der Gesamtsumme von 320 000 Euro sollte durch Fördermittel vom Land beglichen werden. Doch ist das nicht gelungen, weil der Landkreis das Mögeliner Fahrzeug auf seiner Prioritätenliste der Feuerwehr-Anschaffungen nicht weit genug nach vorn gesetzt hat. Nun will die Stadt Premnitz versuchen, das Löschfahrzeug im nächsten Jahr komplett aus Eigenmitteln zu bezahlen. „Ich befürworte die Anschaffung des neuen Löschfahrzeuges 2018 mit Nachdruck“, betont Andreas Hille, „es ist für die Einsatzbereitschaft unserer Feuerwehr unverzichtbar.“

Und noch mehr Grundstücke

Weil in Mögelin immer mehr Grundstücke für den Eigenheimbau gebraucht werden, hatte die Stadt einen Antrag gestellt, dass der alte Sportplatz des Ortsteils für den Wohnungsbau umgewidmet werden kann. Wie der Premnitzer Bürgermeister, und frühere Mögeliner Ortsvorsteher, Ralf Tebling (SPD) jetzt mitgeteilt hat, ist das von der Gemeinsamen Landesplanung Berlin-Brandenburg kürzlich abgelehnt worden. Die Hauptbegründung sei, dass die Stadt noch über andere Flächen für Wohnbebauung verfügt und der alte Sportplatz nicht im „Vorzugsraum Siedlung“ liegt. Mit anderen Worten, erklärt Ralf Tebling, sei im Moment das Vorhaben zu den Akten zu legen. Eine Wohnbebauung sei auf dem alten Sportplatz zwar „nicht unmöglich“. Sie sollte aber erst weiter verfolgt werden, wenn andere Stadtquartiere bebaut seien.

Von Bernd Geske

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