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Mom GmbH geht gegen Plagiatsbehauptung vor

Rathenow Mom GmbH geht gegen Plagiatsbehauptung vor

Der Rathenower Mom GmbH ist im Februar von der Aktion Plagiarius der 1. Preis für eine besonders dreiste Produktkopie verliehen worden. Sie soll die Brillenfassung eines Unternehmers aus Saarbrücken frech nachgeahmt haben. Im Kampf gegen diese Behauptung hat das Rathenower Unternehmen jetzt ein erstes Urteil erstritten. Der Plagiats-Preis ist ausgesetzt.

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Mom-Geschäftsführer Mathias Schröder ist fest entschlossen, mit allen zur Verfügung stehenden Rechtsmitteln gegen die dreiste Plagiatsbehauptung vorzugehen.

Quelle: Bernd Geske

Rathenow. „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s gänzlich ungeniert.“ Mit dieser alten Lebensweisheit möchte man sich in der Mom GmbH Rathenow dann doch nicht anfreunden. Die Mechanisch-Optische Metallverarbeitungs GmbH (kurz Mom) ist im Februar mit dem 1. Preis des Plagiarius-Wettbewerbs 2016 „ausgezeichnet“ worden. Wie die Aktion Plagiarius dazu erklärt, ist das ein „gefürchteter Schmäh-Preis“, der an Hersteller besonders dreister Nachahmungen und Fälschungen vergeben wird. Zeitgleich mit der Preisvergabe hat die Aktion Plagiarius eine Medieninformation herausgegeben, in der die Mom GmbH auf Platz 1 und zwei weitere Firmen auf den Plätzen 2 und 3 als freche Nachahmer an den Pranger gestellt worden sind. Viele Medien haben das aufgegriffen und überall hin bekannt gemacht.

Der Vorwurf lautet, der Hersteller Mom GmbH habe mit seiner Brillenfassung „Grafix 2228“ eine Kopie der Fassung „Arles“ eines anderen Anbieters aus Saarbrücken auf den Markt gebracht. Auf der Internetseite der Aktion Plagiarius sind dazu zwei Fassungen nebeneinander gestellt worden, die sich zum Verwechseln ähnlich sehen. Von der Plagiarius-Seite ist dieses einprägsame Bild nach einigen Wochen entfernt worden. Als Platzhalter steht dort nun der Satz: „Um in laufende gerichtliche Verfahren nicht einzugreifen, ruht der Preis bis zur rechtskräftigen Entscheidung.“

Das ist die Fassung „Grafix 2228“, hergestellt von der Mom GmbH in Rathenow, um die es in mehreren juristischen Verfahren geht

Das ist die Fassung „Grafix 2228“, hergestellt von der Mom GmbH in Rathenow, um die es in mehreren juristischen Verfahren geht.

Quelle: Mom GmbH

Schon seit Monaten geht die Mom GmbH mit juristischen Schritten in mehreren Verfahren gegen die Plagiats-Behauptung des Geschäftsmannes Thomas M. aus Saarbrücken vor. Das Landgericht Heilbronn hat am 11. Oktober nun ein Urteil gesprochen, das in der Rathenower Firma Hoffnung aufkeimen lässt, am Ende doch noch ihr Recht durchsetzen zu können. Der Beklagte ist verurteilt worden, mehrere Behauptungen zu unterlassen. Nicht mehr behaupten darf er nun, bei den Brillen der Marke Grafix handele es sich um besonders auffällige Produkt-Kopien, die für den Negativ-Preis bei Plagiarius e.V. angemeldet worden seien. Das Gericht stellt außerdem fest, der Beklagte sei zum Ersatz des Schadens verpflichtet, der der Mom GmbH durch die genannten Behauptungen entstanden ist.

Bereits seit Mitte 2015 führe die Mom GmbH eine gerichtliche Auseinandersetzung mit dem Urheber der Plagiats-Behauptung, erklärt Mom-Geschäftsführer Mathias Schröder. Das Hauptverfahren laufe am Landgericht Köln. Es handele sich um einen früheren Geschäftspartner, von dem man sich vor Jahren im Streit getrennt habe. Der Unternehmer aus Saarbrücken behaupte schon seit 2015, elf Modelle der Mom GmbH seien Nachbauten seiner Kollektion. „Das ist aber nicht wahr“, sagt Mathias Schröder. Als Krönung sei die Mom GmbH dann von jenem Herrn für den Plagiarius-Preis angemeldet worden.

Mathias Schröder: „Die Aktion Plagiarius hätte genauer prüfen müssen“

„Die Aktion Plagiarius hätte den Fall viel genauer prüfen müssen“, betont der Rathenower Geschäftsführer. Als die Mom GmbH über ihre Nominierung für den Negativ-Preis informiert worden sei, habe sie ja den Verantwortlichen dort sofort eine entsprechende Stellungnahme geschickt. Der Saarbrücker Geschäftsmann habe seine Kollektion „Arles“ im September 2011 auf den Markt gebracht. Die Mom GmbH habe anhand von Lieferscheinen aber nachweisen können, dass ihre Grafix-Modelle bereits im Mai 2011 heraus gekommen waren. Die entsprechenden Unterlagen lägen alle beim Landgericht Köln vor.

„Die Verleihung des Plagiats-Preises hat der Mom GmbH ungeheuer geschadet“, resümiert Mathias Schröder. Neukunden hätten Aufträge gekündigt, Vertreter seien in Schwierigkeiten bekommen, der Ruf des Unternehmens in der Branche habe gelitten. Er sei aber fest entschlossen, sich die Falschbehauptungen nicht gefallen zu lassen und alles bis zum Schadenersatz durchzukämpfen.

Die Aktion Plagiarius

Die Aktion Plagiarius mit Sitz in Elchingen will durch die Vergabe des Preises Schäden durch Produktfälschungen ins öffentliche Licht rücken.

Der Negativ-Preis „Plagiarius 2016“ wurde am 12. Februar auf der Frankfurter Kosumgütermesse „Ambiente“ im Rahmen einer internationalen Pressekonferenz verliehen.

Bereits seit 1977 gibt es diesen Schmäh-Preis, er ist jetzt zum 40. Mal vergeben worden.

Die Aktion Plagiarius teilt dazu mit: Um in laufende gerichtliche Verfahren nicht einzugreifen, habe man den an die Mom GmbH verliehenen Preis bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung ausgesetzt, nicht zurückgezogen. Da in keinem der laufenden gerichtlichen Verfahren an diversen Gerichtsstandorten (Köln, Paris, Saarbrücken, Stuttgart) bislang ein rechtskräftiges Urteil vorliege, könne und werde man keine Stellungnahme vornehmen.

Von Bernd Geske

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