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Abschied für die Montgolfiade in Wagenitz

Zum letzten Mal treffen sich die Ballonfahrer am 14. Juni Abschied für die Montgolfiade in Wagenitz

Der Himmel über dem Havelland wird um eine sportliche und zugleich touristische Attraktion ärmer. Am 14. Juni startet der Ballonsportclub Havelland seine 20. und zugleich letzte Montgolfiade. Grund dafür sind geänderte EU-Richtlinien, die dazu führen, dass das Heißluftballontreffen ab 2015 nicht mehr finanziert werden kann.

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Bunt geht’s zu, wenn die Heißluftballone für den Start vorbereitet werden.

Quelle: Privat

Havelland. Aber in diesem Jahr werden am 14. Juni noch einmal Piloten aus vielen Gegenden Deutschlands nach Wagenitz kommen und mit ihren Heißluftballons um 4.45 Uhr und 18.30 Uhr auf dem Sportplatz zu Fahrten über das Havelland aufsteigen. 13Ballons werden es voraussichtlich sein, die in 300 bis 800Meter Höhe weithin sichtbar durch die Luft fahren. Voraussetzung dafür ist entsprechendes Wetter.
Mit dabei sein werden auch bei diesem letzten Mal Betty und Peter Born – zwei von fünf Mitgliedern des Ballonsportclubs. Bis zu drei Gäste können Ballonsportler wie die beiden in dem Korb mitnehmen, der am Heißluftballon befestigt ist. Jeder Ballongast zahlt 180 Euro für eine Fahrt – so ist es auch schon seit Jahren bei der Montgolfiade. Aus diesen Einnahmen hat der Ballonsportclub bisher die Kosten für die Veranstaltung bezahlt.

Das wird in Zukunft nicht mehr möglich sein. „Veränderte Bedingungen, die schon vor längerer Zeit in Brüssel geschaffen wurden“ nennt Betty Born als Grund dafür, warum es den Ballonsportclub Havelland nicht mehr möglich sein wird, ab 2015 die Montgolfiade zu veranstalten. Deutschland wird nämlich zum April 2015 EU-Recht umsetzen. Ballonsportler und Privatpiloten dürfen sich danach von ihren Mitfahrern lediglich noch anteilige Kosten für Gas und Benzin erstatten lassen. Mit dieser neuen Regelung fallen dem Ballonsportclub Havelland allerdings die notwendigen Einnahmen weg, um eine Veranstaltung wie die Montgolfiade durchführen zu können. Fahrgastbeiträge, wie sie der Club bisher mit den 180Euro erhebt, sind ab 2015 nur noch gewerbsmäßigen Piloten vorbehalten.

Lieben seit vielen Jahren das Ballonfahren: Betty und Peter Born.

Quelle: Privat

„Wir werden ab April 2015 aber auch weiterhin mit unserem Ballon über dem Havelland und bei Veranstaltungen in ganz Deutschland zu sehen sein. Wir können dann aber keine zahlenden Gäste mehr mitnehmen“, blickt Betty Born voraus.

Die geschaffenen Realitäten müsse man akzeptieren, meint Peter Born. Der Region gehe aber eine Veranstaltung verloren, die in kurzer Zeit das Havelland bundesweit als gutes Terrain für den Ballonsport bekannt gemacht hat. „Allen, die dazu beigetragen haben, möchten wir danken“, sagen Betty und Peter Born übereinstimmend. Sie erwähnen stellvertretend die Unterstützung seitens der Wagenitzer, der Kommunalpolitiker und der Vereine.

Für die Borns ist Ballonfahren das letzte Abenteuer vor der Haustür. Den Sport hatten sie gleich nach der Wende als Hobby für sich entdeckt. Seit 1992, nach einjähriger Ausbildung, sind sie als Piloten am Himmel unterwegs. Je nach Windgeschwindigkeit und anderen meteorologischen Bedingungen geht eine Fahrt etwa über eine Strecke von 15 bis 25 Kilometer. Auf ihren Fahrten nahmen die Ballonfahrer bisher Gäste mit, für die sich aus der Vogelperspektive das Havelland in seiner ganzen Schönheit ausbreitete.

Wetterabhängig

Der Name Montgolfiade leitet sich von den Brüdern Montgolfier ab, die als Erste einen Heißluftballon konstruierten.
Ballonfahrten erfolgen bis zu drei Stunden ab Sonnenaufgang (Frühfahrt) und ab drei Stunden vor Sonnenuntergang (Spätfahrt). Die Zeit dazwischen ist wegen thermischer Böen zum Heissluftballonfahren meist nicht geeignet.
Etwa 1100 Heißluftballone und etwa 100 Gasballone gibt es in Deutschland. Bei Heißluftballonen wird die Luft in der Hülle mittels Propanbrennern mehr oder weniger stark erwärmt und somit die Fahrthöhe beeinflusst.

Von Norbert Stein

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