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Havelland Mopsfledermaus erobert das Westhavelland
Lokales Havelland Mopsfledermaus erobert das Westhavelland
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02:15 10.03.2017
Heike Rothe (rechts) und Klaus Thiele bei der Bestandskontrolle von Fledermäusen mit Jugendlichen in einem Winterquartier. Quelle: Nabu
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Das Westhavelland ist für Fledermäuse ein interessanter Lebensraum. Die diesjährige Bestandskontrolle, die ehrenamtliche Helfer des Naturschutzbundes seit 25 Jahren am Ende des Winters vornehmen, hat zwei wichtige Ergebnisse gebracht: Erstens sind die seit langem häufigsten Arten wie das Braune Langohr und die Fransenfledermaus weiterhin stabil vertreten.

Zweitens kommt die Besonderheit, die etwas ganz Neues ist: Die Mopsfledermaus zieht ein ins Westhavelland. War sie bei früheren Kontrollen nur in Einzelfällen anzutreffen, ist sie 2016 mit drei und 2017 nun mit sogar acht Funden erstmals häufiger vertreten.

Die Mopsfledermaus ist im Anhang der FFH-Richtlinie (FFH = Flora – Fauna – Habitat) genannt. Sie gehört zu den dort für Deutschland aufgelisteten 134 Tier- und Pflanzenarten, die nach dem Bundesnaturschutzgesetz einen besonders strengen Schutzstatus haben. Wenn so eine Art ins Westhavelland einwandert, ist das für Naturfreunde ein Grund zur Freude und ein Anzeichen für geeignete Lebensräume.

Die Mopsfledermaus hat ihren Namen der gedrungenen Nase zu verdanken, mit der ihr Gesicht dem Hund Mops ähnlich sieht. Nasenlöcher nach oben. Sie hat ein dichtes, langes, seidiges Fell. Flügelspannweite zwischen 26 und 29 Zentimetern.

Eine Mopsfledermaus, gefunden, begutachtet und beringt im Westhavelland. Quelle: Nabu

Verlässliche und über Jahre hinweg vergleichbare Zahlen über die Fledermausbestände erhält der Naturschutzbund, indem er Winterquartiere kontrolliert. Wichtige Anlaufpunkte sind die einstigen Bunker der Nationalen Volksarmee der DDR, der sowjetischen Streitkräfte und ähnliche Bauwerke. In diesem Jahr haben die Helfer des Naturschutzbundes 19 Bunker von Rhinow bis Mögelin und von Schmetzdorf bis Barnewitz aufgesucht. Dabei haben sie das Braune Langohr 56-mal angetroffen, vor einem Jahr waren es sogar 92 gewesen. Eine Fransenfledermaus war 40-mal dabei, 2016 36-mal aufgefunden. Nicht zuletzt gibt es noch die Wasserfledermaus, die zwölfmal (2016: neun) aufgetaucht ist.

„Bunker der früheren Streitkräfte können für Fledermäuse sehr gute Winterquartiere sein“, erklärt René Riep vom Naturschutzbund Westhavelland. Damit sie dort auf artgerechte Weise überwintern können, haben Helfer des Naturschutzbundes diese in früheren Jahren hergerichtet. So haben sie an Bunkerdecken Bretter in Abständen von zwei Zentimetern angebracht, damit die Fledermäuse dazwischen kriechen können. In letzter Zeit verwenden sie lieber Hohlkammersteine, weil diese länger halten. Da die Luft im Bunker feucht sein muss, damit die Flughäute der Tiere geschmeidig bleiben, führt das andererseits zügig zum Verrotten der Bretter.

Zeitgleich kontrollieren die Naturschützer die Bunker

Zeitgleich mit der Fledermauszählung kontrollieren die Naturschützer den Zustand der Bunker. Sie entfernen den unberechtigt abgelagerten Müll oder registrieren und reparieren gegebenenfalls Schäden. Immer wieder kommt es vor, dass Türen, die im Sinne der Tiere fest verschlossen sein müssten, von neugierigen Zeitgenossen aufgebrochen wurden. „Die Fledermäuse scheinen recht standorttreu zu sein“, fasst René Riep zusammen, „wenn sich die Bedingungen nicht ändern, bleibt der Bestand stabil.“

Allerdings sei festzustellen, dass sie keinesfalls den ganzen Winter über an einem Ort verharren. Sie fressen sich zwar zum Herbst ein Fettpolster an, von dem sie in der kalten Jahreszeit zehren. Doch wenn die Temperaturen nicht gar zu frostig sind, fliegen sie alle paar Wochen auch ein bisschen herum. Dann lassen sie ein paar Exkremente fallen und suchen sich wieder einen ruhigen Ort. Oft ist das aber nicht die Stelle, die vor dem Ausflug ihr Winterquartier war.

Von Bernd Geske

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