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Mosolf will in Markee Gewerbegebiet errichten

Havelland Mosolf will in Markee Gewerbegebiet errichten

In Markee (Havelland) will die Firma Mosolf auf 65 Hektar ein neues Gewerbegebiet errichten. Allerdings ist die Verkehrssituation noch ungeklärt. So befürchten die Einwohner, dass künftig deutlich mehr Lkws durch ihren Ort fahren. Die Nauener Abgeordneten haben deshalb angekündigt, dass sie ihre Zustimmung verweigern, wenn keine Umgehungsstraße gebaut wird.

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Bereits seit Anfang der 90er-Jahre hat die Firma Mosolf einen Betriebsstandort in Etzin.

Quelle: Konrad Radon

Markee. Ein neues Gewerbegebiet will die Firma Mosolf in den nächsten Jahren in Markee errichten. Es soll im Bereich Neugarten/Röthehof realisiert werden. Doch eines steht schon jetzt fest: Ohne eine vernünftige regionale Verkehrslösung wird die Stadt Nauen dem Vorhaben nicht zustimmen. Das wurde in der Bauausschusssitzung am Donnerstagabend deutlich.

Für das Gewerbegebiet „Markau-Süd“ ist eine Fläche vorgesehen, die größtenteils verpachtet ist und auf der momentan Landwirtschaft betrieben wird. Mosolf hatte dort bereits Anfang der 90er Jahre insgesamt knapp 90 Hektar erworben, wollte dort Gewerbe ansiedeln. Das wurde dem Unternehmen aber verwehrt. Stattdessen hatte die Firma dann in unmittelbarer Nachbarschaft, in Etzin, einen Auto-Service-Dienstleistungsstandort etabliert.

Abzüglich vorhandener Schutzgebiete sollen 65 Hektar künftig dem Gewerbe vorbehalten sein. Wie Udo Schmidt vom Planungsbüro IGF sagt, plane Mosolf an dem neuen Standort Tätigkeiten im Zusammenhang mit Auto-Zukunftstechnologien wie Elektro oder Hybrid. „Dabei sind etwa 500 bis 600 Arbeitskräfte avisiert“, so Schmidt. Mit auf das Gelände sollen auch Zulieferer-Firmen aus der Automobil-Branche.

Zur Sitzung des Bauausschusses waren sehr viele Markeer erschienen, die vor allem eine Sorge hatten: Dass der durch das Gewerbegebiet entstehende Verkehr ihre Lebensqualität noch mehr beeinträchtigen könnte. Denn schon jetzt sind sie durch den Lärm der Autotransporter und anderer Lkws geplagt, die ständig durch ihren Ort fahren. Für sie verheißt auch das in Etzin entstehende Logistikzentrum von Hermes diesbezüglich nichts Gutes. „Dass Hermes ohne weitere Infrastruktur entsteht, ist ein Unding“, sagte eine Bürgerin. Ein anderer ist ebenfalls skeptisch: „Die Fläche ist das einzige, was Markee noch hat. Erst kam die Bahnlinie, dann die Windräder, jetzt das Gewerbegebiet.“

Hintergrund

Der Bebauungsplan „Gewerbegebiet Markau-Süd“ soll eine Fläche von 64,5 Hektar umfassen. Die Stadtverordneten wollen Anfang April den Aufstellungsbeschluss fassen.

Für das Projekt müssen neben der Verkehrsanbindung Richtung B 5 auch die Gebietsentwässerung festgelegt und die Ausgleichs-und Ersatzmaßnahmen vertraglich gesichert werden.

In der direkten Umgebung befinden sich die Röthehofer Teiche und kleinere, zusammenhängende Waldflächen.

Neben dem vorgesehenen Gewerbegebiet liegt die einstige Schadstoffdeponie Röthehof. Die MEAB plant die abschließende Sicherung der gut 20 Hektar großen Anlage.

Dass vor einer Zustimmung zum Gewerbegebiet erst die Verkehrssituation geklärt werden muss, sahen auch alle Ausschussmitglieder so. Diesbezüglich gibt es nur eine Lösung: eine neue Umgehungsstraße, die neben Wernitz auch Markee vom Verkehr entlastet. Die Chancen scheinen derzeit so gut wie nie zu sein. Alle Hoffnungen ruhen jetzt auf der Ankündigung des Landrates, eine verkehrstechnische Untersuchung für Wernitz, Markee und Etzin in Auftrag zu geben. Der Kreistag soll dafür am Montag grünes Licht geben.

Dieser Weg ist auch für Markees Ortsvorsteher Ralph Bluhm alternativlos. Denn erst vor Kurzem erhielt er – auf eine Anfrage zu Hermes hin – ein Schreiben des Infrastrukturministeriums, „dass mit einer Erneuerung der Ortsdurchfahrt nicht zu rechnen ist“, sagt er. Deshalb solle das Gewerbegebiet seiner Ansicht nach nur gebaut werden, wenn die Straße kommt, am besten auch in Verbindung damit, „dass unsere Ortsdurchfahrt in einen ordentlichen Zustand versetzt wird“. Momentan erfolgt gerade eine Verkehrszählung im Ort. „Wir möchten damit nachweisen, um wie viele Fahrzeuge sich der Verkehr in Markee erhöht hat. Außerdem denken wir darüber nach, auf die Wernitzer zuzugehen, um im Verfahren gemeinschaftlich aufzutreten“, kündigte der Ortsvorsteher an.

Wo das Geld für eine Umgehungsstraße herkommen soll, ist noch unklar. So hofft man auf einen Zuschuss vom Wirtschaftsministerium ebenso wie vom Investor Mosolf. Den sieht Thomas Große Rüschkamp (CDU) ohnehin in der Pflicht, sich im Dorf finanziell zu engagieren. „Durch die Verwandlung von Acker- in Gewerbefläche entsteht für Mosolf ein großer Vermögensvorteil. Da reicht es nicht nur Bäume zu pflanzen, sondern es muss für Markee und Nauen etwas dabei herauskommen“, sagte er. Anderenfalls werde man dem Vorhaben nicht zustimmen. Und Stefan Glagow (Frischer Wind) sieht das Gewerbegebiet grundsätzlich als den Schlüssel dafür, damit überhaupt die Chance auf den Bau einer Entlastungsstraße besteht.

Am Ende empfahl der Bauausschusses einstimmig, das etwa dreijährige Planverfahren für das Gewerbegebiet in Gang zu setzen, abschließend müssen dies noch die Stadtverordneten Anfang April beschließen. Oliver Kratzsch (SPD) wies darauf hin, dass es sich nur „um einen Aufstellungsbeschluss handelt, im weiteren Verfahren sind andere Behörden und natürlich die Öffentlichkeit zu beteiligen“.

Von Andreas Kaatz

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