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Mülldeponie in Schwanebeck wird erweitert

Zweiter Bauabschnitt geplant Mülldeponie in Schwanebeck wird erweitert

Die Mülldeponie in Schwanebeck ist derzeit die einzige Annahmestelle für Abfälle im Havelland. Die Deponie Bölkershof bei Rathenow ist lange voll, in Schwanebeck wird es jetzt auch eng. Darum wird mit einem zweiten Bauabschnitt Platz für mehr Müll geschaffen. Abfälle aus dem Westhavelland sollen zum größten Teil zur Müllverwertung nach Premnitz gebracht werden.

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Blick in die Müllverbrennungsanlage Premnitz

Quelle: Bernd Geske

Havelland. Die Mülldeponie Schwanebeck wird um einen zweiten Bauabschnitt erweitert. Er ist bereits genehmigt. Das sagte Kreisumweltdezernent am Mittwoch bei einer Sitzung des Kreistagsumweltausschusses. Der erste Bauabschnitt in Schwanebeck ist inzwischen fast verfüllt. „Mit Ablauf des Jahres 2017 werden wir hier nichts mehr einbringen können“, sagte Kellner.

Der zweite Bauabschnitt in Schwanebeck könnte Platz für weitere 105 000 Kubikmeter Abfall schaffen. Das wird gar nicht nötig sein, so der Umweltdezernent zu den Ausschussmitgliedern. „Wenn man berücksichtigt, wie sich das Abfallrecht entwickelt und wie die Gegebenheiten sein werden, reichen 60 000 Kubikmeter zunächst aus“, so Kellner. Betreiber der Deponie und der mechanisch-biologischen Abfallanlage ist die kreiseigene abh.

Vorausgegangen sei eine Berechnung, was wirtschaftlicher ist. Hätte der Landkreis auf die Erweiterung der Deponie verzichtet, wäre als Alternative geblieben, den Müll nach mechanisch-biologischer Behandlung entweder anderswo abzugeben oder unbehandelt in die Verbrennungsanlage zu bringen. Da die Kosten für Müllverbrennung steigen, so Kellner, sei das keine Alternative für den gesamten Havelländer Müll. Zudem habe man bei dem Betreiber der Deponie Vorketzin, der Meab Potsdam, nachgefragt, was es kosten werde, die Restabfälle nach der mechanisch-biologischen Behandlung hierhin zu bringen. „Die Preisabfrage brachte kein wirtschaftliches Ergebnis“, heißt es in der Vorlage, die Kellner im Ausschuss einbrachte.

Dem widerspricht Dirk Michaelis, Geschäftsführer der Meab, die die Deponie in Vorketzin betreibt. In einer E-Mail an Henning Kellner, schrieb Michaelis am 11. Mai: „Mit Schreiben vom 22. April hat der Geschäftsführer der abh nach Ablagerungspreisen gefragt. In Beantwortung seines Schreibens erhielt er von der Vertriebsabteilung der Meab die Preisliste von Vorketzin mit einem Preisniveau von 55 Euro pro Tonne.“

Noch unverständlicher wird die Sache für Michaelis, wenn er sich die Preise der abh ansieht. Es sei ein Preis zwischen ein 63,80 Euro und 135,10 Euro pro Tonne ermittelt worden. Die Meab habe der abh Verhandlungen angeboten. Letztendlich hat wohl die Philosophie des Kreises, bestimmt Aufgaben der Ver- und Entsorgung weitgehend selbst in der Hand behalten zu wollen, eine Rolle gespielt.

Zwei Szenarien

Für die Verfüllung der Mülldeponie Schwanebeck gibt es mit Blick auf den zweiten Bauabschnitt zwei Szenarien.

Szenario A sieht eine Genehmigung für 105 000 Tonnen vor. Der Landkreis plant mit 60 000 Tonnen. Bei der größeren Menge wäre die Deponie bis Juni 2028 zu befüllen, bei der kleineren Menge bis spätestens Juni 2023.

Szenario B tritt in Kraft, wenn der Müll aus dem Westhavelland tatsächlich zu günstigen Preisen in die Verbrennungsanlage kommt. Bei 60000 Tonnen wäre dann Februar 2025 der Stichtag.

Grundsätzlich neu überlegen könnte der Kreis über die Zukunft der Müllstrategie dann bereits ab dem Jahr 2020.

Die Abfälle aus dem westlichen Teil des Landkreises sollen in die Müllverbrennungsanlage nach Premnitz gebracht werden. Aber auch nicht ausschließlich. „Am Ende zählt die Wirtschaftlichkeitsberechnung“, sagte Kellner. Würde der Kreis den Müll zum Teil auf den zweiten Bauabschnitt in Schwanebeck und zum Teil zur Müllverbrennung Premnitz bringen, könne man im Jahr 2020 über neue Ver- und Entsorgungsstrategien zum Abfall nachdenken. Das habe damit zu tun, dass neue Gesetze in Kraft treten und dass die Instandhaltung der mechanisch-biologischen Anlage zu teuer werden könnte. Zudem ergebe sich so die Chance, nach einer Kreisgebietsreform die Müllpolitik neu auszurichten.

Auch die Kosten sind berechnet. Mit einem Ablagerungsvolumen von 60 000 Kubikmetern würde die Erweiterung 1,103 Millionen Euro kosten. Bei dem vollen Volumen von 105 000 Kubikmetern wären 1,153 Millionen Euro fällig. „Das Geld ist eingeplant“, sagte Kellner.

Wenn der zweite Bauabschnitt verfüllt ist, werde der Landkreis neu rechnen müssen. „Es gilt dann erneut die Frage zu beantworten, wie es am wirtschaftlichsten geht“, so Umweltdezernent Kellner.

Von Joachim Wilisch

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