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Müllschutzgebiet statt Naturschutzgebiet

Rathenow Müllschutzgebiet statt Naturschutzgebiet

„Unser Kotzgrenze ist erreicht“, sagen die Stinknormalen Superhelden. Seit vier Jahren befreien sie das Naturschutzgebiet an der Stremme (Havelland) von vollen Windeln, benutzten Kondomen, Bauschutt und anderem. Die Helden fordern eine Schranke vor dem Naturschutzgebiet, diese wünscht sich auch die Stadt. Nur der Eigentümer mauert.

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Volle Windeln, benutzte Kondome, Asbest, Bauschutt und vieles mehr haben die Stinknormalen Superhelden in den letzten vier Jahren hier rausgeholt.

Quelle: Stinknormale Superhelden

Rathenow. Beim Stichwort Naturschutzgebiet denken die meisten an idyllische Landschaften, saubere Seen, Wiesen und Wälder, nicht aber an Bauschutt, ausrangierte Haushaltsgeräte, volle Windeln und tote Haustiere. Dennoch stoßen Spaziergänger bei einem Besuch im Naturschutzgebiet an der Stremme abseits der Bundesstraße 102 auf all diese Dinge.

„Seit mittlerweile vier Jahren sind wir damit beschäftigt, in diesem eigentlich geschützten Gebiet Massen, wirklich Massen, an Müll zusammenzutragen. Scherzes halber haben wir es mittlerweile in ,Müllschutzgebiet’ umbenannt. Dabei ist die ganze Geschichte so gar nicht zum kichern“, erzählt Katetschen Bernd. Er ist einer von 14 Superhelden, die sich für Umwelt- und Tierschutz einsetzen und unter anderem mit Müllsammelaktionen in Rathenow von sich reden machen.

14 Superhelden packen mit an

Tatsächlich ist der Begriff Naturschutzgebiet in diesem Fall ein Hohn, denn der Anblick, der sich Spaziergängern bietet, hat mit geschützter Natur nichts zu tun. Für die Stinknormalen Superhelden ist es offensichtlich, dass sowohl Gartenbesitzer aus der näheren Umgebung sowie Handwerker und Bauunternehmer dort regelmäßig ihren Müll abladen.

Echt eklig

Echt eklig: Was die Superhelden im Naturschutzgebiet an der Stremme sammel, gehört definitiv nicht dort hin.

Quelle: Stinknormale Superhelden

Wellasbest, Bauschutt, Staubsauger, Möbel, Laborutensilien, volle Windeln, getragene Kondome, tote Haustiere, Benzin-, und Farbkanister. Die Liste ist lang. Jeder der 14 Superhelden, sowie mehrere freiwillige Helfer, haben über die Jahre hinweg im „Müllschutzgebiet“ mitangepackt. „Die Fragen, die wir uns dabei stellen: Wie sähe es dort wohl aus, wenn wir nicht immer wieder in unsere Strumpfhosen schlüpfen würden? Und was stimmt mit uns nicht, dass wir uns das immer wieder freiwillig an tun? So eine volle Kackwindel aus den Büschen zu ziehen, zählt nämlich nicht zu unseren Lieblingsbeschäftigungen“, betont Katetschen Bernd.

Schranke könnte Vermüllung stoppen

Seid dem ersten Zusammentragen, informierten die Helden stets das Ordnungsamt der Stadt, dessen Mitarbeiter wiederum informierten den Landkreis, der für die Entsorgung herrenloser Abfälle auf frei zugänglichen Grundstücken zuständig ist. Das hat auch stets geklappt, zufrieden sind die Superhelden dennoch nicht. Sie wollen, dass das Naturschutzgebiet erst gar nicht vermüllt wird. Ihr Vorschlag: An der Einfahrt des Geländes müsste eine Schranke oder ähnliches errichtet werden.

Das wünscht sich auch die Stadt Rathenow, wie Pressesprecher Jörg Zietemann erklärte. „Wir befürworten diese Idee ausdrücklich. Auch uns ist es wichtig, dass dort eine Schranke hinkommt. Allerdings handelt es sich um ein Privatgelände. Das heißt, nur der Eigentümer kann das Aufstellen einer Schranke veranlassen. Dabei ist es nebensächlich, dass es sich um ein Naturschutzgebiet handelt“, so Zietemann.

Eigentümer ignoriert Anfragen und Aufforderungen

Eigentümer der Fläche ist die Deutsche Bahn. Diese wurde auch schon mehrfach von der Stadt angeschrieben, reagiert hat das Unternehmen aber offenbar noch nie. Die Stinknormalen Superhelden wollen die Vermüllung in jedem Fall nicht länger hinnehmen: „Unsere Kotzgrenze ist, im wahrsten Sinne des Wortes, erreicht. Wer sich die Bilder aus dem ,Müllschutzgebiet’ auf unserer Facebookseite ansieht, weiss was gemeint ist. Sollte sich zeitnah kein Zuständiger finden, der sich mit diesem Problem auseinandersetzt, sehen wir uns dazu gezwungen, es an die ganz große Glocke zu hängen. Es reicht!“

Darf es so in einem Naturschutzgebiet aussehen

Darf es so in einem Naturschutzgebiet aussehen?

Quelle: Stinknormale Superhelden

Von Christin Schmidt

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