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Multikulturelles Burger-Braten in der Oase

Integration in der Küche Multikulturelles Burger-Braten in der Oase

Integration gelingt beim gemeinsamen Kochen – das haben am Dienstag die rund 50 Gäste des Kochevents im Jugendhaus Oase in Rathenow bewiesen. Küchenchef Sebastian Crakau und der angehende Bäcker Luli Gas zeigten, wie man aus frischen Zutaten bestes Fastfood macht und weckten nebenbei noch Interesse für ihr Handwerk.

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Ein Kostprobe der selbst gemachten Mayonnaise für Adnan.

Quelle: Christin Schmidt

Rathenow. Zehn Kilogramm Rinderhack, 60 Brötchen-Teiglinge, jede Menge Salat, saure Gurken, Zwiebeln und Tomaten, dazu Speck, Gewürze, Eier und Öl – das waren die Zutaten für den Kochabend am Montagabend im Jugendhaus Oase. Küchenchef Sebastian Crakau und der angehende Bäcker Luli Gas zauberten daraus mit Jugendlichen und Bewohnern der Notunterkunft am Hasenweg frische Burger. Die Idee dazu hatte Crakau selbst, der im Restaurant „Zum alten Hafen“ das Kommando in der Küche hat.

Maximilian Vogt und Carsten Schulz beißen gemeinsam in einen Burger

Maximilian Vogt und Carsten Schulz beißen gemeinsam in einen Burger. Ihre einhellige Meinung: „Richtig lecker!“

Quelle: Ch. Schmidt

Am 19. Dezember wanderte dort für jedes bestellte Hauptgericht ein Euro in einen Spendentopf. Die Summe hatte Geschäftsführer Michael Schönberg anschließend verdoppelt und in Kücheninventar für das Jugendhaus investiert. Töpfe, Pfannen, Thermoskannen und Geschirr im Wert von 300 Euro packten Schönberg, Crakau und Serviceleiterin Christian Somalik am Montag in der Oase aus.

Ein herrliches multikulturelles Durcheinander

„Zu einem sozialen Projekt gehört aber mehr, als nur die bloße Übergabe von Geld oder Ware“, betonte der Küchenchef. Ihm war es wichtig, mit den Jugendlichen Zeit zu verbringen, mit ihnen zu kochen und sie so vielleicht auch für das Handwerk zu begeistern. Eine Idee die Bäckermeister Ingo Möhring unterstützt. Er schickte seinen jungen Mitarbeiter Luli Gas, der sich um die Brötchen für die Burger kümmerte, während Crakau mit Adnan aus Pakistan die Mayonnaise anrührte. Adnan war mit seinem Bruder Unowan und sechs weiteren Bewohner aus der Notunterkunft am Hasenweg zur Oase gekommen.

Luli Gas schiebt die Brötchen in den Ofen

Luli Gas schiebt die Brötchen in den Ofen.

Quelle: Ch. Schmidt

Die Idee, auch Flüchtlinge aus der Unterkunft einzuladen, war in einer Gesprächsrunde im interkulturellen Spielecafé entstanden und kam sehr gut an. Schon nach wenigen Handgriffen herrschte ein herrliches multikulturelles Durcheinander. Etwa 50 Gäste liefen durchs Haus. Die einen lümmelten auf dem Sofa oder spielten Billard, die anderen halfen in der Küche. Vor allem Adnan, Unowan und die 18-Jährige Julia waren tatkräftig dabei. Die junge Frau staunte über Adnans flinke Finger beim Scheiden der Tomaten und Zwiebeln. „Ich habe drei Jahre in einem türkischen Restaurant gearbeitet“, verriet er ihr. Julia, die gerade auf Jobsuche ist, nutzte die Gelegenheit mit Christiane Samolik ins Gespräch zu kommen, mit Erfolg: „Ich kann am Sonntag Probe arbeiten“ , jubelte sie , während es auf dem Grill brutzelte.

Auch Nächstenliebe geht durch den Magen

Carsten Schulz und Maximilian Vogt, die gemeinsam die Jugendlichen in der Oase betreuen, lächelten zufrieden angesichts des fröhlichen multikulturellen Treibens. Gegen 18.30 Uhr roch die gesamte Oase nach gebratenem Fleisch und frischen Brötchen. Jetzt erhoben sich auch die Gemütlichen vom Sofa und bastelten sich am Buffet aus den bereitgestellten Zutaten ihr Abendessen. „Hmm, lecker“, befanden die ersten mit vollem Mund. Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen, das gilt sicher auch für Nächstenliebe. Insofern sollte das nächste interkulturelle Kochevent nicht auf die lange Bank geschoben werden.

Spätestens zum Essen tauchten alle am Buffet auf, um sich ihr Abendessen aus Brötchen, Rindfleisch und Gemüse zu „basteln“

Spätestens zum Essen tauchten alle am Buffet auf, um sich ihr Abendessen aus Brötchen, Rindfleisch und Gemüse zu „basteln“.

Quelle: Ch. Schmidt

Von Christin Schmidt

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