Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Museumstag brachte Menschen zusammen

Mühlenberge Museumstag brachte Menschen zusammen

Der Museumstag in den drei Dörfern der Gemeinde Mühlenberge brachte viele Organisatoren und Besucher zusammen. An sechs Kulturhaltestellen gab es viel zu sehen und zu hören und bei der Feuerwehr auch auszuprobieren.

Voriger Artikel
Stadtausscheid im Löschangriff Nass
Nächster Artikel
Abriss der Viskose geht dem Ende entgegen

In Haage konnten sich die Besucher an der Spritze der Feuerwehrleute ausprobieren. Die Feuerwehr sorgt auch für Bratwurst.
 

Quelle: Astrid Wiebe

Haage/Senzke/Wagenitz.  Zufriedene Gesichter bei den Organisatoren und engagierten Helfern. Der zweite Museumstag am Sonntag in der Gemeinde Mühlenberge war ein voller Erfolg. Anlass der Veranstaltung war der alljährlich im Mai stattfindende Internationale Museumstag, der bundesweit in mehr als 6 500 Museen gefeiert wird.

„Es freut uns sehr, dass so viele Besucher gekommen sind. Und das, ohne vorher groß die Werbetrommel gerührt zu haben. Nicht nur Ausflügler aus dem Umland, sondern gerade Einheimische haben den Tag genutzt und sich umgeschaut. Das stärkt natürlich auch den Zusammenhalt in den Dörfern“, bilanzierte am Sonntagnachmittag Andreas Gäring, Gemeindevertreter von Mühlenberge, die abwechslungsreiche Veranstaltung.

An neugierigen Besuchern fehlte es wahrlich nicht. Bei bestem Sonntagswetter hatten sich schon am frühen Vormittag zahlreiche Ausflügler auf den Weg gemacht und gingen in den Dörfern Haage, Senzke und Wagenitz auf historische Entdeckungstour.

Mit dem Fahrrad oder mit dem extra eingerichteten „Dörflichen Personen Nahverkehr“, der aus mehreren Feuerwehreinsatzwagen bestand, wurden die jeweils knapp drei Kilometer voneinander entfernt gelegenen Dörfer unter die historische Lupe genommen. Die angekündigte Pferdekutsche fiel aus – auch Pferde werden mal krank.

Sämtliche Museen, Kirchen, Baudenkmäler und Parkanlagen in den Ortsteilen waren geöffnet und gewährten Einblicke in die geschichtsträchtige Vergangenheit und das frühere bäuerliche Leben der drei Dörfer im Havelländischen Luch. Viel gab es zu sehen an den sechs Stationen – den sogenannten „Haltestellen“ - und die Besichtigung der alten Bauwerke bot viel Überraschendes.

In der Wagenitzer Dorfkirche, deren ockerfarbener Westturm schon von der nah gelegenen Bundesstraße 5 deutlich zu sehen ist, klärte eine Restauratorin die zahlreich erschienenen Kulturinteressierten auf, mit wie viel historischem Fachwissen und Fingerspitzengefühl alte Schätze für die Zukunft bewahrt werden.

„Es ist schon erstaunlich, was es hier in unmittelbarer Nähe alles zu entdecken gibt. Dass der Schwedenturm in Wagenitz das älteste Baudenkmal des Ländchens Friesack ist, ist uns völlig neu“, wunderte sich ein junges Paar, das mit dem Fahrrad die knapp 20 Kilometer von Nauen über den Havelland-Radweg gekommen war. Wie so viele andere verschnauften sie bei Kaffee und selbst gebackenem Kuchen der Landfrauen an dem seltsam anmutenden turmartigen Küchenbau aus dem Spätmittelalter, der seit vielen Jahren Nistplatz der Störche ist. Das Nest ist auch in diesem Jahr besetzt und die Störche sahen dem musealen Treiben zu ihren Füßen zu.

Besondere Anziehungskraft bei Jung und Alt hatte in Wagenitz das Bauernmuseum auf dem Betriebsgelände des Ackerbaubetriebes der Familie Weber. Pflüge, pferdegezogene Geräte, Dreschkästen und alte Traktoren - Dinge, die früher auf keinem Bauernhof fehlen durften, zogen vor allem Fans antiker Landtechnik in ihren Bann.

Auf dem Bauernhof von Otto Weber

Auf dem Bauernhof von Otto Weber.

Quelle: Astrid Wiebe

„Die Zeugnisse früherer Zeiten zeigen, wie beschwerlich die Arbeit auf dem Feld gewesen ist.“, klärte Otto Weber, der ein ausgeprägtes Faible für, wie er selbst sagt, „alten Kruscht“ besitzt, die Liebhaber alter Gerätschaften auf. „Es sind mittlerweile grobgeschätzt 100 Stücke, die hier im Bauernmuseum herumstehen. Oft sind es Spenden von Einheimischen, die noch das ein oder andere Schätzchen in der Scheune stehen haben.“

Die fleißigen Helfer hatten sich bei der Vorbereitung des Museumstages sehr viel Mühe gegeben. Sie hatten alles so hergerichtet, dass alle Gäste sich wohlfühlen und einige schöne Stunden erleben konnten. So gab es in Haage zwar nur eine „Haltestelle“, aber dieser Stopp hatte es in sich. Denn die Freiwillige Feuerwehr hatte ein Zielspritzen mit einer Handspritze von 1912 organisiert. Besonders die jüngsten Besucher kamen bei dieser Gaudi voll und ganz auf ihre Kosten. Ruhiger ging es in der nahen Kirche zu. Hier führte Karl-Heinz Lauenstein die Besucher in die wechselvolle Geschichte des Altars ein, der 1720 entstanden war, aber erst in den 1930er-Jahren nach Haage kam.

Geschichte und Geschichten im Schlosspark von Senzke

Geschichte und Geschichten im Schlosspark von Senzke.

Quelle: Astrid Wiebe

Ein grünes Denkmal konnten die Besucher in Senzke erkunden. Wer mochte, der konnte sich nach einem kleinen Orgelkonzert in der Kirche einem Parkspaziergang hinter dem Schloss anschließen. Friedrich Höricke erzählte informativ und unterhaltsam über den Park, so erfuhren die Besucher einiges über die preußische Hofgärtnerfamilie Fintelmann und die chinesische Rennsau Aurora. So macht Museumstag Spaß.

Von Astrid Wiebe

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Havelland
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg