Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Muslime feiern mit Gästen erstmals Opferfest
Lokales Havelland Muslime feiern mit Gästen erstmals Opferfest
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 08.09.2017
Wasim Aldoughri (stehend) aus Syrien mit seiner Familie und einigen weiteren Kindern beim Opferfest. Quelle: Bernd Geske
Anzeige
Rathenow

Muslime des Westhavellandes haben erstmals mit einer großen Zusammenkunft gemeinsam das islamische Opferfest gefeiert. Es ist das höchste Fest aller Menschen mit diesem Glauben, dauert normalerweise vier Tage und beginnt immer am 10. Tag des islamischen Monats Dhu I-Hiddscha. Es findet alle Jahre statt zum Höhepunkt des Haddsch, der Pilgerreise nach Mekka. Weil sich die zeitlichen Abläufe nach dem Mond richten, rücken Haddsch und Opferfest von Jahr zu Jahr im weltlichen Kalender um meist elf Tage nach vorn.

Die Muslime im Westhavelland begehen das Opferfest im familiären Rahmen bereits seit Freitag. Für Montagnachmittag waren sie nun in den Speisesaal des Wohn- und Pflegezentrums (WPZ) am Fontanepark eingeladen. Die Organisation hatten drei verschiedene Einrichtungen übernommen: die Islamische Gemeinde Rathenow, die Migrationsberatung des Bezirksverbandes der Arbeiterwohlfahrt (Awo) und die Agentur für bürgerschaftliches Engagement.

An gleicher Stelle hatten die Muslime am 26. Juni ihr Zuckerfest gefeiert

Ihr traditionelles Zuckerfest zum Ende des großen Fastenbrechens hätten die Muslime am 26. Juni an gleicher Stelle noch weitgehend unter sich gefeiert, hat Björn Steinberg von der Migrationsberatung erklärt. Zum Opferfest hätten sie nunmehr ihre schon ältere Idee wahr gemacht, zusammen mit deutschen Partnern zu feiern. Eingeladen waren somit auch der Landkreis, die Stadt Rathenow, das Jobcenter des Landkreises, die Arbeiterwohlfahrt, das Institut für Kommunikation und Wirtschaftsbildung (IKW), Schulen, Lehrer und nicht zuletzt die ehrenamtlichen Paten, die Familien von Flüchtlingen betreuen.

Die Islamische Gemeinde Rathenow, die seit Juni als Verein eingetragen ist, hatte bei ihrer Gründung 37 Mitglieder, berichtet Vorstandsmitglied Alaa Alhafez. Gegenwärtig seien es fast 60. Man nehme weiterhin gern neue Mitglieder auf. Das Opferfest sei nach dem Zuckerfest nunmehr die zweite Veranstaltung, bei deren Organisation der Verein mitwirkt. Rund 150 Gäste kamen dieses Mal. Alaa Alhafez sprach ein paar Worte zur Begrüßung. Auf Deutsch, dann Arabisch. Anschließend lief ein kurzer Film mit Kommentar über die alljährliche Pilgerfahrt zum größten Heiligtum der islamischen Welt nach Mekka. Mehr als drei Millionen Pilger sollen beim letzten Mal dort unterwegs gewesen sein.

Alaa Alhafez vom Vorstand der Islamischen Gemeinde Rathenow. Quelle: Bernd Geske

Verglichen mit den meisten sonst bekannten Bildern – ist die Ausstattung mit Speisen und Getränken im Saal am Fontanepark nicht üppig gewesen. Muslimische Frauen hatten zu Hause gebacken und typische Speisen mitgebracht: süße Kokos-Kügelchen namens Joz Hind, Baklawa genannte Teigtaschen voller Sahne und Biskuits mit Nüssen, die keinen eigenen Namen haben.

Beim Opferfest wird des Propheten Ibrahim gedacht, der die Probe durch Allah bestanden hatte, ihm seinen Sohn Ismael zu opfern. Am Ende durfte er ihn aber verschonen. Weil Ibrahim und Ismael voller Dankbarkeit einst einen Widder geopfert haben sollen, gehören Tieropfer heute noch auf aller Welt zur muslimischen Tradition. Das Fleisch wird dann mit anderen geteilt. Beim Rathenower Opferfest hat aber kein Tier sein Leben lassen müssen.

Von Bernd Geske

Nach acht Jahren wird in Nauen turnusmäßig wieder ein neuer Bürgermeister gewählt. Für dieses Amt bewerben sich Eckart Johlige (CDU), Oliver Kratzsch (SPD) und Manuel Meger (LWN). Beim MAZ-Forum am Donnerstag stellen sie sich den Fragen der Einwohner.

05.09.2017

Beschädigte Sitzbänke, ein kaputter Zaun, ein zerstörtes Fenster am Kassenhaus und Farbschmierereien – erneut kam es zu einem Fall von Vandalismus in der Freilichtbühne am Nauener Stadtpark.

08.09.2017

Viel Zuspruch gibt es für den Kompromiss zum Neubau des Nahversorgers am Bahnhof Finkenkrug. Seit fünf Jahren wird über die Erweiterung des Pennymarktes gestritten. Auch Edeka in Finkenkrug will sich vergrößern, dafür müsste der Wald zu großen Teilen weichen.

08.09.2017
Anzeige