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Muslime und Deutsche feiern gemeinsam

Rathenow Muslime und Deutsche feiern gemeinsam

Der neu gegründete Islamische Kulturverein Rathenows hat am Montag zum ersten Mal interessierte Bürger der Stadt zu einem muslimischen Fest eingeladen. Mit Musik, Tanz, Theater und einem großen Buffet feierten rund 130 Gäste das Zuckerfest. Dabei lernten die deutschen Gäste die Kultur ihrer neuen Mitbürger kennen und erfuhren, was im Ramadan alles verboten.

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Diese beiden jungen Frauen hatten für die Gäste ein arabisches Lied eingeübt.

Quelle: Christin Schmidt

Rathenow. Was für Deutsche das Weihnachtsfest ist, ist für Muslime das Zuckerfest. Während sich hierzulande viele Menschen im Dezember mit Pfefferkuchen und anderen Leckereien den Bauch vollschlagen, tafeln Muslime im Sommer jede Menge süße Köstlichkeiten auf, um das Ende des Fastenmonats Ramadan zu feiern. In diesem Jahr endete die Fastenzeit am vergangenen Samstag, am Montagnachmittag wurde in Rathenow gefeiert.

Zum ersten Mal gab es in der havelländischen Kreisstadt ein öffentliches Zuckerfest zudem sowohl Muslime als auch Deutsche eingeladen waren. „Ein Fest für alle Rathenower“, wie Hassan Al-Sharkawi betont. Der 42-jährige Syrer ist der Vorsitzende des neu gegründeten Islamischen Kulturvereins. Gemeinsam mit vielen Helfern und mit Unterstützung der Agentur für bürgerschaftliches Engagement und der Migrationsberatung der Arbeiterwohlfahrt (AWO) hatte er das Zuckerfest vorbereitet.

Kein Alkohol, kein Essen, kein Sex

Gefeiert wurde im großen Saal des Seniorenheims am Fontanepark. Um die Räumlichkeiten hatte sich Björn Steinberg, Leiter der AWO-Migrationsberatung gekümmert. Er übernahm auch die Eröffnung des Festes in deutscher Sprache. Keine ganz leichte Aufgabe, immerhin hatten sich rund 130 Gäste, darunter zahlreiche Kinder, zu dem Fest versammelt. Es herrschte Aufregung und Trubel.

Der Gang zum Buffet wurde für die deutschen Gäste zu einer kulinarischen Entdeckungsreise

Der Gang zum Buffet wurde für die deutschen Gäste zu einer kulinarischen Entdeckungsreise.

Quelle: Christin Schmidt

„Einen Monat von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang nicht rauchen, nichts essen, nicht trinken und auch keinen Sex“, erklärte Steinberg den deutschen Gästen die Regeln des Ramadan. Ist die Zeit überstanden, wird in einigen Regionen drei Tage lang gegessen und gefeiert. „Für ein so ausschweifendes Fest fehlt uns die Zeit und das Geld, feiern wollen wir dennoch und wir freuen uns, dass es in diesem Jahr erstmals ein gemeinsames Fest für Muslime und interessierte Rathenower gibt“, erklärte Steinberg. Er betonte auch, dass es im Islam Tradition ist, nicht allein zu feiern, sondern alle Freunde und Verwandten einzuladen. Dieser Gedanke konnte nun Dank des neuen Vereins auch erstmals in der neuen Heimat umgesetzt werden.

Der Rathenower Verein plant weitere Veranstaltungen

Bisher waren es die Deutschen, die die neuen Bürger Rathenows zum Neujahrsfest und andere Willkommensfesten eingeladen hatten. Nun waren es Menschen aus Syrien, Afghanistan, dem Iran und anderen Ländern, die eine Veranstaltung auf die Beine stellten und dazu Rathenower einluden. Nicht zuletzt auch mit der Absicht, einen Einblick in ihre Kultur zu geben. Dazu hatten vor allem junge Muslime ein Programm mit Musik, Tanz und Theaterstück erarbeitet. Natürlich gab es dazu noch jede Menge zu essen.

Stolz präsentierte eine Gruppe Jugendlicher Tänze und Gesang aus ihrer Heimat

Stolz präsentierte eine Gruppe Jugendlicher Tänze und Gesang aus ihrer Heimat.

Quelle: Christin Schmidt

Wie der Name „Zuckerfest“ erahnen lässt, gibt es an diesem Tag vor allem sehr viel Süßes. Das Buffet, dass von vielen Händen gefüllt worden war, bot Kekse, Kuchen, Torte, Pasteten, Pralinen und sogar herzhafte Teigtaschen und Fladen. Während all das bei den Muslimen vermutlich Erinnerungen an die Heimat weckte, war der Gang zum Buffet für die deutschen Gäste eine kulinarische Entdeckungsreise.

„Im letzten Jahr haben wir das Fest noch allein gefeiert, in den Räumen des Übergangswohnheims am Birkenweg. Wir freuen uns, das wir nun die Möglichkeit haben, auch die Rathenower zum Zuckerfest einzuladen“, so Hassan Al-Sharkawi. Seit 2015 lebt er in Rathenow.Etwas später konnte er auch seine Frau und seine fünf Kinder nachholen. Al-Sharkawi ist ausgebildeter Chefkoch und arbeitet nun unter anderem als Übersetzer für die AWO-Migrationsberatung. Erst vergangene Woche bekam er den Bescheid, dass Islamische Kulturverein jetzt im Vereinsregister eingetragen ist. Das Zuckerfest war die erste Veranstaltung, die der Verein ausrichtete. Weitere sollen folgen, versicherte Hassan Al-Sharkawi.

Ramadan – Der Fastenmonat

Muslime richten religiöse Feiertage nach dem Mondkalender aus.

Der Fastenmonat Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders.

Kinder, Schwangere, Kranke, Reisende sind vom Fasten ausgenommen.

Jeden Abend findet nach Sonnenuntergang das Fastenbrechen statt.

Der Ramadan zählt als eine der fünf Säulen des Islam zu den Grundpflichten der Gläubigen.

Von Christin Schmidt

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