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Havelland Aufatmen in Premnitz: NP-Markt ist gerettet
Lokales Havelland Aufatmen in Premnitz: NP-Markt ist gerettet
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12:02 22.02.2018
Einkaufen am Dachsberg ist weiter möglich. Ein Blick in den NP-Markt. Quelle: Bernd Geske
Premnitz

Der Fortbestand des NP-Marktes im Premnitzer Wohngebiet am Dachsberg ist gesichert. „Aktuell wird der Verkauf des Gebäudes nicht weiter verfolgt“, teilt die Pressestelle von Edeka Minden-Hannover auf Anfrage mit. Der Umsatz des NP-Marktes habe sich verbessert.

Edeka-Gruppe bestätigt den Fortbestand der NP-Filiale im Ort

Auch wenn die Antwort klein ausfällt, wird das Aufatmen am Dachsberg groß sein. Ein heftiges Erschrecken war im November 2016 durch das Wohngebiet gegangen, als bekannt geworden war, dass Edeka die Immobilie des NP-Marktes zum Verkauf ausgeschrieben hatte.

Der Umsatz dort war nicht besonders groß, das hatten viele Kunden schon vermutet. So drängte sich vielen die Ahnung auf, dass der Verkauf des Gebäudes die Vorstufe zur Schließung sein könnte.

Erfolgreiche Bürgerinitiative mit Grund zur Freude vor dem Dachsberg-Markt, von links Werner Coch, Gisela Coch, Ingrid Genge und Margot Günther. Quelle: Bernd Geske

Der NP-Markt an der Karl-Marx-Straße ist die einzige größere Einkaufsgelegenheit für das Dachsberg-Gebiet. Rund 1350 Einwohner leben dort und ein großer Anteil von ihnen ist im höheren Alter. Viele gehen zu Fuß zum Markt, um die Waren ihres täglichen Bedarfs zu kaufen.

Viele haben kein Auto, mit dem sie größere Strecken zum Einkauf zurück legen könnten. Kurzum: Eine Schließung des NP-Marktes wäre verheerend für das Wohngebiet gewesen.

Von Stadtverordneten auf die mögliche Schließung des Marktes angesprochen, teilte die stellvertretende Bürgermeisterin Carola Kapitza damals im Wirtschaftsausschuss mit: Eine Nachfrage habe ergeben, dass der NP-Markt am Dachsberg nur die Hälfte des üblichen Umsatzes mache. Wollten die Einwohner zum Erhalt des Marktes beitragen, riet sie an, dann müssten sie halt dort mehr einkaufen.

Engagierte Einwohner verteilten Flugblätter in Premnitz

Dann geschah etwas, das den Markt vermutlich gerettet hat. Im Wohngebiet bildete sich eine Bürgerinitiative, die sich seinen Erhalt zum Ziel machte. Es waren vor allen Dingen die vier Anwohner Margot Günther (Mitglied des Seniorenbeirats der Stadt), Ingrid Genge sowie Gisela und Werner Coch, die sich verschiedene Aktivitäten ausdachten und auch direkt mit dem Unternehmen kommunizierten.

Sie verteilten 800 Flugblätter, mit denen sie die Anwohner aufforderten, mehr im „Markt vor Ort“ einzukaufen. Dann legten sie Zettel aus, auf denen die Kunden vermerken konnten, welche Verbesserungswünsche sie haben. Die gesammelten Ergebnisse hat die BI an Edeka weiter gereicht.

Edeka Minden-Hannover hat mit den BI-Vertretern gesprochen, aber der Presse gegenüber zu den laufenden Angelegenheiten keine Kommentare abgegeben. Auch das Personal des Marktes selbst durfte keine Stellungnahmen für die Medien abgeben. Im November hat das Unternehmen dann schließlich darauf verwiesen, dass Anfang 2018 ein guter Zeitpunkt wäre für eine erste Bilanz. Die ist nun offenbar ermutigend ausgefallen.

Auch neue Kunden sind hinzugekommen

„Es hat geholfen, dass wir die Anwohner darauf aufmerksam gemacht haben“, resümiert Werner Coch von der BI, „dass der Markt unterstützt werden muss.“ – „Die Bedienung ist schon immer sehr freundlich gewesen“, teilt Ingrid Genge mit, „aber sie haben immer viel zu tun.“ – „Viele Leute haben uns gesagt“, berichtet Margot Günther, „dass sie es toll finden, was wir gemacht haben.“

Im Markt gebe es jetzt alles, was für den Alltag gebraucht werde. Angestellte hätten ihr erzählt, dass auch neue Kunden in den Markt kommen.

Die einzige offene Frage ist die von vielen gewünschte Brotschneidemaschine. Das sei ein Platzproblem, hat man der BI mitgeteilt. Es solle ein Architekt kommen, der eine Planung erstellt. Im Markt ist ein fast schon familiäres Gefühl gewachsen.

Dort ist jetzt sogar erlaubt worden, am Packtisch Plakate aufzuhängen für die neuen Kaffee-Runden von Dachsberg-Bewohnern, die es seit wenigen Wochen im Café am See gibt. Alle 14 Tage donnerstags treffen sich interessierte Anwohner um 15 Uhr dort. Am 22. Februar findet die nächste Runde statt.

Von Bernd Geske

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