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NPD-Abgeordneter wegen Gewalttat angeklagt

Verfahren am Amtsgericht Rathenow NPD-Abgeordneter wegen Gewalttat angeklagt

Michel Müller, NPD-Abgeordneter im Kreistag Havelland, muss sich wegen des Vorwurfs der Körperverletzung vor dem Amtsgericht Rathenow verantworten. Müller soll vor gut einem Jahr einen Mann brutal zusammengeschlagen haben. Der Angriff tue ihm „wahnsinnig leid“, so Müller vor Gericht.

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Draußen vor dem Eingang des Havelrestaurants Schwedendamm soll sich das Geschehen zugetragen haben.

Quelle: Bernd Geske

Rathenow. Wegen des Vorwurfs der Körperverletzung musste sich der Rathenower Michel Müller (35 Jahre) am Dienstag vor dem Amtsgericht Rathenow verantworten. Der Fall hat besondere Bedeutung, weil er für die NPD im Kreistag Havelland und in der Stadtverordnetenversammlung Rathenow sitzt, und wegen Gewalttaten einschlägig vorbestraft ist.

Ihm wird zur Last gelegt, in der Nacht zum 7. Dezember 2014 vor dem Eingang des Havelrestaurants Schwedendamm einen 39-jährigen Mann aus einem ruhigen Gespräch heraus ohne erkennbaren Anlass zu Boden geschlagen, sich auf ihn gekniet und weiter geschlagen zu haben. Der Geschädigte erlitt nach eigenen Angaben Rippenprellungen, Brüche an den Querfortsätzen des zweiten bis vierten Wirbels der Wirbelsäule und erhebliche Verletzungen im Gesicht. Bis Anfang Februar 2015 sei er krank geschrieben gewesen.

Michel Müller muss sich vor Gericht verantworten

Michel Müller muss sich vor Gericht verantworten.

Quelle: NPD Brandenburg

Michel Müller sagte vor Gericht, es tue ihm „wahnsinnig leid“. Was genau in jener Nacht geschehen sei, könne er nicht sagen. Er habe keine Erinnerung daran, weil er im Laufe des Tages viel Alkohol zu sich genommen habe. Es habe ein „Herumgefuchtel“ gegeben, nicht wie ein Boxkampf. Beide Männer seien zu Boden gekommen, er habe das mutmaßliche Opfer festgehalten. Richter Robert Ligier verwendete viel Zeit darauf, möglichst genau zu rekonstruieren, welche Mengen Alkohol der Angeklagte zu welcher Zeit konsumiert hatte. Denn dessen Verteidiger führte die Paragrafen 20 und 21 des Strafgesetzbuches an, in denen die Schuldunfähigkeit geregelt ist.

Michel Müller war an jenem Tag um 10 Uhr mit Bekannten per Bahn nach Berlin gefahren und hatte nach eigenen Angaben schon im Zug Alkohol getrunken. Wodka mit Cola. Auf dem Weihnachtsmarkt in Spandau habe er zwei, drei Becher Feuerzangenbowle, diverse Becher Glühwein „mit Schuss“, wieder Wodka mit Cola und auf der Rückfahrt nach Rathenow noch einmal Wodka mit Cola zu sich genommen. Was er im Havelrestaurant getrunken habe, wisse er nicht mehr. Am Ende unterbrach Richter Robert Ligier die Hauptverhandlung. Er kündigte an, dass ein Sachverständigengutachten eingeholt werden soll, um Aussagen über den Grad der Alkoholisierung des Angeklagten einzuholen. Zu gegebener Zeit werde ein neuer Termin angesetzt.

Der Rathenower Michel Müller ist seit 2007 Mitglied der NPD Brandenburg. Er gehört dem Vorstand an und ist seit 2007 Vorsitzender des Kreisverbandes Havel-Nuthe. Im Mai 2014 ist Müller in den Kreistag Havelland und die Stadtverordnetenversammlung Rathenow gewählt worden. Er war vor zwölf Jahren wegen Beihilfe zum versuchten Mord an einem Pakistani zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden.

Von Bernd Geske

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