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Nabu startet erste Pflanzaktion im Osthavelland

Rohrbeck Nabu startet erste Pflanzaktion im Osthavelland

Der Nabu-Regionalverband im Osthavelland pflanzte jüngst zum allerersten Mal Bäume auf einer Streuobstwiese. Als Ort wurde dafür das Areal zwischen Königsgraben und Bahngelände bei Rohrbeck ausgewählt. Die Macher hatten die Fläche von der Bahn AG übernommen.

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Das Guteschaf ist eine Rasse aus Skandinavien, die sich auf der Rohrbecker Streuobstwiese wohl fühlt und selbst auch der Wiese gut tut

Quelle: Tanja M. Marotzke

Rohrbeck. Carola trifft auf James Grieve, Roter Boskop auf Goldparmäne. Das Treffen fand am Donnerstagvormittag auf einer Streuobstwiese im Dreieck von Rohrbeck, Dyrotz-Luch und Finkenkrug statt, auf einer Fläche zwischen Königsgraben und Bahntrasse. Bäume der vier Apfelsorten kamen in den frostfreien Boden und ergänzen die vor Jahren angelegte Wiese.

Naturfreunde in Aktion

Naturfreunde in Aktion.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Zum Spaten griffen Julia Burger, Jörg Sommer und Olaf Batschkun vom Nabu-Regionalverband Osthavelland. Das erste Mal hat die Nabu-Gruppe damit auf der Fläche Bäume gepflanzt. Eine Aktion mit Vorgeschichte.

Fred Meister vom Vorstand der Regionalgruppe hatte die Wiese einst entdeckt. Mit Fahrrad und Hund ist der Brieselanger oft im Revier unterwegs, da sah er die verwilderte Fläche mit den Obstbäumen. Auf einem 8,5 Hektar großen Flurstück, das auf der Gemarkung Dallgow liegt, hatte die DB Netz AG vor Jahren eine Ausgleichsmaßnahme abgearbeitet und diese Streuobstwiese angelegt. Allerdings hat so eine Wiese es ohne Pflege schwer, da wollten die Nabu-Leute aktiv werden.

In Absprache mit der Bahn, kümmern sie sich um das Areal, Pacht müssen sie nicht bezahlen. Die Bahn reparierte noch mal den Zaun um die Wiese. Die war stark zugewachsen, vor allem die Goldrute hatte das Areal erobert, viele Bäume waren nicht mehr geschnitten worden, etliche waren vom Sturm umgedrückt. „Wir haben das Gebiet genau kartiert und eine Bestandsaufnahme gemacht“, sagt Olaf Batschkun, der die Gruppe „Obststreuwiese“ leitet.

124 Bäume stehen auf der Fläche: Kirschen, Pflaumen, Birnen und Äpfel. „Es könnten mehr Äpfel sein“, haben die Naturfreunde festgestellt. Deshalb haben sie sich von der Selbelanger Baumschule passende Sorten ausgesucht und nun zwölf Bäume gepflanzt.

Hintergrund

Der Nabu-Regionalverband Osthavelland zählt etwa 750 Mitglieder.

Für Sonnabend ist ein Pflegeeinsatz im FFH-Gebiet „Kleine Jahnberge“ geplant. Treffpunkt ist um 10 Uhr am Bahnhof Paulinenaue.

Die Kleinen Jahnberge sind geprägt durch sehr artenreiche kontinentale Steppentrockenrasen.

Kontakt über info@nabu-osthavelland.de

Die Pflanzung ist eine der Aktionen der Naturschützer. Seit mehr als einem Jahr sind Schafe auf der Fläche, um die Goldrute in Schach zu halten und das Gelände freizubekommen. „Wir werden sehen, ob das reicht oder ob wir noch mechanisch gegen die Goldrute vorgehen müssen“, sagt Olaf Batschkun. Ziel ist es, die Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren zu erhöhen. So könnten Sandhügel als Eiablageplätze für Eidechsen geschaffen werden, ein Insektenhotel ist schon aufgestellt, Steinhaufen und Totholzstreifen sind angelegt.

Schautafeln und Flyer können helfen, über das Anliegen der Streuobstwiese zu informieren. Vielleicht sind auf dem Gelände Führungen oder Veranstaltungen möglich. „Wir denken auch über Baumpatenschaften nach“, sagt der Nabu-Freund. So eine Patenschaft könnte nicht nur darin bestehen, den Kauf eines Baumes zu fördern, sie könnte auch in der Nutzung der Ernte bestehen. Allerdings hätten Baumpaten in diesem Jahr wenig Glück gehabt. Der Frost im Frühjahr hatte auch den Bäumen der Rohrbecker Streuobstwiese zugesetzt. Es gab nicht eine Kirsche zu ernten.

Von Marlies Schnaibel

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