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Nach 16 Jahren im Amt: Wallenta sagt Adios

Premnitz Nach 16 Jahren im Amt: Wallenta sagt Adios

Am 31. August wird der Premnitzer Bürgermeister Roy Wallenta mit einer Festveranstaltung in den Ruhestand verabschiedet. Nach 16 Jahren im Amt tritt er seine Pension an. In dieser Zeit hat er dazu beigetragen, dass sich das Städtchen im Havelland von einem arg gerupften Entlein zu einem ansehnlichen Schwan entwickelt hat.

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Roy Wallenta auf dem „Premnitzer Weg“, dem Stein gewordenen Sinnbild für das politische Miteinander in der Stadt.

Quelle: Bernd Geske

Premnitz. Mit einer Festveranstaltung im Gasthaus Retorte wird der Premnitzer Bürgermeister Roy Wallenta am 31. August in den Ruhestand verabschiedet. Nach seinem Amtsantritt am 1. September 2000 hat er 16 Jahre lang entscheidend das Wachsen und Werden der kleinen Industriestadt bestimmt. An vielen Stellen von Premnitz lassen sich Orte finden, die ihre heutige Gestalt weitgehend seinem Schaffen verdanken.

Aus dem Kaltstart hatte er lernen müssen, dass „Wachsen und Werden“ in Premnitz eher „Schrumpfen und Umbauen“ bedeutet. Nur wenige Wochen nach seinem Arbeitsbeginn jagte im Industriepark eine Insolvenz die andere: Wolpryla 65, Polyamid 2000, Märkische Faser AG, das Kraftwerk und die Viskose sind zahlungsunfähig geworden. „Man konnte nichts Nennenswertes dagegen machen“, blickt er zurück, „durfte aber nicht in destruktive Stimmung verfallen.“

So wie sonst auch zeigt sich Roy Wallenta an seinen letzten Arbeitstagen respektvoll und bescheiden. Er hat darum gebeten, auf persönliche Präsente zu verzichten. Sehr willkommen wäre „eine kleine Spende“ zu Gunsten der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt. Selbst eine Bilanz seines Schaffens zu ziehen, das ist nicht sein Ding. Lieber dankt er allen, die ihm in der Verwaltung, der Politik, bei Vereinen und Institution oder einfach als Mensch zur Seite standen. Es sei ihm eine sehr ehrenvolle Aufgabe gewesen, der schönen Stadt Premnitz zu dienen.

2005 und 2009 kam Premnitz ins Stadtumbauprogramm

Unter seinem Wirken ist die Stadt von einem übel gerupften Entlein zum ansehnlichen Schwan geworden. 2005 und 2009 wurde Premnitz zweimal hintereinander ins Stadtumbauprogramm aufgenommen. Mit Augenmaß, Mut und Konsequenz ließ Roy Wallenta in seinem Haus die Beschlussvorlagen entwickeln, mit denen viele wichtige Weichen gestellt wurden. Er ließ sich auch nicht vom als richtig erkannten Weg abbringen, als sein einziges Enkelkind mit betroffen war, als die Schließung der Kita „Wichtelburg“ beschlossen wurde. Er ging danach noch dorthin zum allerletzten Tag der offenen Tür. Annähernd alle politisch Tätigen der Stadt heben seit vielen Jahren den „Premnitzer Weg“ hervor. Sie meinen damit die Art des Umgangs miteinander, der als lösungsorientiert und nicht parteigeprägt beschrieben wird.

Erstmals gewählt am 2. Juli 2000

Erstmals als Bürgermeister gewählt wurde Roy Wallenta am 2. Juli 2000. Als Kandidat der Liste CDU/Kulturbund gewann er die Stichwahl gegen Christian Maaß (SPD).

Am 1. September 2000 trat er sein Amt an.

Die Wiederwahl schaffte Roy Wallenta in Premnitz am 18. Mai 2008 gegen Christine Milde.

Neuer Bürgermeister von Premnitz ist ab 1. September Ralf Tebling (SPD).

Dieses Sinnbild ist auch zu einem tatsächlich begehbaren Weg geworden, in den die Premnitzer einzelne gravierte Steine einsetzen lassen können, mit denen sie an Ereignisse, Personen und Zeitabschnitte erinnern. Spätestens heute ist darauf aufmerksam zu machen, dass die politische Kultur des „Premnitzer Weges“ vermutlich überhaupt erst möglich wurde, weil der Bürgermeister den unterschiedlichen Beteiligten mit qualifizierten Beschlussvorschlägen die Brücken dazu baute. Roy Wallenta hat seine beiden Amtsperioden ohne echte „Hausmacht“ in der Stadtverordnetenversammlung durchgehalten, er ist immer parteilos geblieben.

Die ganzen 16 Jahre begleitet hat ihn das tief in den roten Zahlen hängende Gesundheitszentrum. Einst übernommen mit 3,7 Millionen Euro Schulden, hat Roy Wallenta die Einrichtung nun auf einen guten Weg gebracht. Der viel gelobte Neubau im Stadtzentrum schreitet zügig voran und die Schuldenlast konnte auf 700 000 Euro gemindert werden. Auf die Zukunft angesprochen, verrät er nicht viel. Mehr persönliche Freiheit, Zeit für Haus, Grundstück und Reisen. Für die Stadtverordnetenversammlung kandidieren wird er nicht. Er werde aber ehrenamtlich „in und für Premnitz“ tätig sein, verrät er dann, hüllt sich aber in Schweigen, was es ist. Die Zeit sei noch nicht reif. „Jetzt geht ein neuer Abschnitt los!“, ruft er aus: „Ich freue mich darauf.“

Von Bernd Geske

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