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Havelland Nach Axtangriff: Täterin muss in Psychiatrie
Lokales Havelland Nach Axtangriff: Täterin muss in Psychiatrie
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22:09 31.10.2013
Die angeklagte Falkenseerin ist psychisch krank. Quelle: dpa
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Falkensee / Potsdam

Die 44-jährige Falkenseerin, die am 8. Januar dieses Jahres ihre schlafende Tochter mit einer Axt angegriffen hat, wird in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen.

Mit diesem Urteil endete in dieser Woche das Sicherungsverfahren vor dem Landgericht Potsdam. Der Richter stufte die Tat der Falkenseerin als versuchten Totschlag ein. Die Angeklagte sei jedoch nicht schuldfähig, weil sie an einem krankhaften Wahn leidet, der sich in der übertriebenen Sorge um die Tochter und der Angst zeigte, dass dem Kind etwas zustoßen könnte.

In diesem Haus in Falkensee spielte sich das Familiendrama ab. Quelle: dpa

Vor der Urteilverkündung bereute die Angeklagte ihre Tat und sagte: "Ich liebe meine Tochter. Es tut mir leid. Ich habe sie immer gefördert. Ich bitte um eine Chance mein Leben neu gestalten zu können." Was in der Januarnacht geschah, ist mit dem Verstand nicht zu erklären. Die Mutter hat ihre Tochter innig geliebt und behütet. Doch in dem Moment, als die Angeklagte auf ihr schlafendes Kind losging, wandelte sich ihre übertriebene Fürsorge in Aggression, und sie wurde zur Täterin. Mit einer schweren Axt hatte die 44-Jährige dreimal auf den Kopf der schreienden Tochter geschlagen. Der Vater konnte einschreiten und die 13-Jährige vor Schlimmerem bewahren. Die Beschuldigte selbst fügte sich daraufhin Schnittverletzungen zu, nahm Schlaftabletten und flüchtete.

Aus Angst, dass sich die Tochter verletzten könnte, hatte die Mutter bereits im Kindergartenalter den Spielplatz nach Scherben abgesucht. Später begleitete die Mutter jede Klassenfahrt. Die übertriebene Sorge verstärkte sich, als die Frau 2011 eine Hautrötung im Nacken ihres Kindes entdeckte. Sie steigerte sich in den Gedanken an eine Krebserkrankung hinein. Obwohl ihr die Hausärztin mehrmals versicherte, dass sich keine Krankheitssymptome nachweisen lassen, ging die Beschuldigte weiter von einer tödlichen Gefahr aus. Ihre ohnehin übersteigerte Sorge verstärkte sich weiter, bis die Situation mit den Axthieben auf die Tochter eskalierte. Das Tatinstrument hatte die Mutter einen Monat zuvor gekauft.

Der Richter erklärte, dass bei der Tat Aggressionen zum Ausbruch kamen, die durch die übertriebene Fürsorge stets versteckt gewesen seien. Das Unbewusste habe sich als aggressiver Akt Bahn gebrochen. Zudem stellte er fest, dass die Gefahr für weitere rechtswidrige Handlungen auch künftig bestehe. "Man darf nicht ausblenden, dass die Frau krank ist. Sie ist für die Allgemeinheit gefährlich." Demnach müsse die chronische Erkrankung intensiv mit Therapien und Medikamenten stationär behandelt werden. Dazu gehöre die Einsicht der Beschuldigten in ihre Krankheit, die Aufarbeitung der Straftat und ihre schrittweise Rehabilitation. Der Richter sagte, der Wahn ist unheilbar. Man könne ihn aber behandeln. Die Angeklagte solle dies als Chance begreifen, ihr Leben neu zu ordnen.

Von Annett Lahn

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