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Havelland Wie ein Feuerball
Lokales Havelland Wie ein Feuerball
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08:00 05.06.2014
Quelle: dpa
Nauen/Falkensee

Die Verbrennungen erstrecken sich über Oberschenkel, die rechte Körperseite und einen Arm Arm - zehn Prozent von Katrin Eisens Körperfläche sind betroffen. Haut musste transplantiert werden. Bis heute ist sie krankgeschrieben und in psychischer Behandlung.

Es sollte eigentlich ein schöner Tag werden. Die Falkenseerin hatte für den Spätnachmittag zu einer Grillparty in ihren Garten eingeladen, Freunde und Bekannte kamen. Unter ihnen war auch Max Breser*. Als jemand gesucht wurde, der die Holzkohle anzündet und an dem Abend grillt, bot er sich an.

Erst einmal probierte es Breser erfolglos mit Pappe, den unter einem Terrassenvordach stehenden Grill zu entzünden. „Dann kam die Gastgeberin mit einer Brennspiritusflasche heraus“, sagte er. Dass Spiritus nicht ungefährlich ist, wusste Breser. Er hatte aber schon öfter damit hantiert. „Nie war etwas passiert“, so der 28-Jährige. Als er den Grill entzündete, gab's eine Stichflamme. Doch ein Teil der Holzkohle hatte noch nicht Feuer gefangen. Breser spritzte daraufhin weiteren Spiritus in die Flamme. Plötzlich gab's eine Verpuffung.

„Es machte Wumm und dann fühlte ich plötzlich einen Feuerball um mich herum“, sagte Eisen. Partygäste stießen sie auf den Rasen, rissen ihr die brennenden Kleider vom Leib. Auch zwei weitere Frauen und der zweijährige Sohn von Breser erlitten Verbrennungen – wenn auch leichtere als Katrin Eisen.  Jetzt musste sich der Falkenseer wegen fahrlässiger Körperverletzung vor Gericht verantworten.

„Haben Sie sich keine Gedanken gemacht, was passieren könnte, wenn man Spiritus in eine offene Flamme spritzt?“, fragte ihn der Richter. Zumal auch zwei der Frauen ihn nach der Stichflamme aufgefordert hatten, den Spiritus wegzustellen. „Da habe ich nicht dran gedacht. Ich hätte mir gewünscht, dass die Verbrennungen mir passiert wären“, meinte der Angeklagte reuig. Sein Verteidiger sieht sogar ein gewisses Mitverschulden der Partygäste. „Es wäre nichts passiert, wenn alle dies unterbunden hätten. Somit haben sie das Risiko hingenommen.“

Staatsanwältin und Richter waren indes der Ansicht, dass der Angeklagte ein hohes Maß an Fahrlässigkeit an den Tag gelegt hatte. Nur er selbst sei für den Unfall verantwortlich. Eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten wurde anschließend gegen Breser verhängt.

Dass diese nicht zur Bewährung ausgesetzt wurde, hängt mit weiteren Anklagen zusammen, die an dem Tag mit verhandelt wurden. Unter anderem war Breser in Dallgow-Döberitz mit einem Auto erwischt worden, das falsche Kennzeichen hatte und nicht haftpflichtversichert war. Einen Führerschein konnte er ebenfalls nicht vorweisen. Den hatte er schon nach drei Tagen in der Probezeit verloren, als er mit „180“ durch eine Baustelle gerauscht war. Trotzdem setzte sich der Falkenseer seither immer wieder hinters Steuer, fuhr häufig mit Autos, die ebenfalls nicht pflichtversichert waren und stand deshalb schon mehrfach vor Gericht. „Sie scheinen Verkehrsdelikte relativ locker zu sehen“, stellte der Richter fest.

Dass er im Oktober 2011 Kennzeichentafeln gestohlen hat, konnte Breser letztlich nicht nachgewiesen werden. „Die lagen im Auto, als ich es gekauft hatte“, meinte er. Von einer hanebüchenen Darstellung sprach die Staatsanwältin. (*Name geändert)

Von Andreas Kaatz

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