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Havelland Nach Wanderjahren zurück in der Heimat
Lokales Havelland Nach Wanderjahren zurück in der Heimat
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15:03 05.02.2018
Thomas Baumgardt am Kurfürstendenkmal. Quelle: Kniebeler, Markus
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Rathenow

Am Großen Kurfürst kommt niemand vorbei. Auch Thomas Baumgardt nicht. Der Bürgermeisterkandidat der SPD musste bei der Frage nach seinem Lieblingsort nicht lange überlegen. Die Gegend rund um den Alten Hafen hat er sich ausgewählt. Und wie gesagt: Wenn man dort unterwegs ist, kommt man am Kurfürstendenkmal nicht vorbei. Also posiert der Mann, der den amtierenden Bürgermeister Ronald Seeger beerben will, für den MAZReporter vor der Sehenswürdigkeit.

Und das, obwohl Baumgardt mit dem Gehabe, das Fürsten gemeinhin nachgesagt wird, nichts am Hut hat. Die Lust am Repräsentieren, das Hofhalten, die Prunksucht – viel weiter als der Tierarzt kann man von diesen Charaktereigenschaften kaum entfernt sein. „Ich bin niemand, der sich in den Vordergrund drängt“, sagt Baumgardt. „Ich brauche die große Bühne nicht.“

Aber warum will er dann Bürgermeister werden? Es gibt nicht wenige, die sich das fragen. Als Stadtverordneter verfolgt Baumgardt die Debatten eher aus der Distanz, als dass er mitmischt. Längere Redebeiträge in der SVV von ihm kann man an einer Hand abzählen. Bei der Debatte um den Rathausstandort etwa, in deren Verlauf sich kaum jemand nicht zu Wort meldete, war von Baumgardt nichts zu hören. Mit Absicht. „Dieser hitzige, bisweilen hasserfüllte Streit war kein Ruhmesblatt für das demokratische Mitein-ander“, sagt er. Da habe er auf eine Einmischung gerne verzichtet. „Das heißt nicht, dass mich die Dinge nicht interessieren“, erklärt der 46-Jährige. Im Gegenteil. Bei nahezu allen Abstimmungen – auch denen innerhalb der SPD – habe er sich eingebracht. Aber eben eher leise.

Von dieser moderierenden Haltung ist es nicht weit bis zum Premnitzer Weg, der Baumgardt als ideale Regierungsform vorschwebt. „Mir liegt sehr viel daran, auszugleichen, einen Konsens zu finden, zu pragmatischen Lösungen zu kommen“, sagt er. Dazu müsse man vor allem eines haben: die Fähigkeit, Meinungen – auch andere als die eigene – anzuhören. Zuhören, das ist auch unerlässlicher Bestandteil in Thomas Baumgardts Berufsalltag. „Ich muss von dem Halter ja erfahren, was mit seinem Tier nicht stimmt“, sagt er.

Dass diese Gespräche bisweilen über das rein Medizinische hinausgehen, liegt auf der Hand. Dann erfährt der Tierarzt nicht nur, was dem Hund fehlt, sondern auch, wo das Herrchen der Schuh drückt. „Von vielen habe ich gehört, dass sie nicht zufrieden sind mit der Entwicklung der Stadt“, sagt Baumgardt. Die einen klagen über Schlaglöcher vor der Haustür, andere fühlen sich nicht mehr sicher in ihrem Viertel. Und dann gibt es noch diejenigen, denen es an Bemühungen fehlt, die Stadt attraktiver zu machen – für Einheimische und Zuzügler. Alles Punkte, an denen Baumgardt ansetzen will. „Weniger Gerede, mehr Pragmatismus“ – auf diese kurze Formel könnte man seinen Ansatz bringen.

Zurück zu seinem Lieblingsort – dem Alten Hafen mit seiner malerischen Kulisse, mit Kirchberg und Stadtkanal. „Hier geh ich gerne spazieren“, sagt Baumgardt. Und fügt einen entscheidenden Satz an: „Wenn ich Zeit habe“. Denn die ist knapp im Leben eines Tierarztes: Sechs-Tage-Woche, Hausbesuche, Bereitschaftsdienste. Wenn er dann mal rauskommt, am Wochenende, dann geht es mit der Lebensgefährtin und dem 13-jährigen Sohn spontan irgendwohin. Zu Ausflügen in die nähere Umgebung – oder mal auf einen Trip nach Berlin.

Bevor Baumgardt vor zehn Jahren in seine alte Heimat Rathenow zurückkehrte, hatte er berufliche Wanderjahre absolviert. Studium in Berlin, Assistentenstellen in Magdeburg und Potsdam, eine eigene tiermedizinische Praxis in Meckenheim bei Bonn. Keine dieser Station wolle er missen, sagt er. Aber Rathenow sei in alle den Jahren seine Heimat geblieben.

Heimatverbunden, bodenständig vernünftig und pragmatisch – mit diesen Adjektiven ist der Charakter des 46-Jährigen vielleicht am treffendsten beschrieben. Wer tagtäglich mit kranken Hunden und deren besorgten Besitzern zu tun hat, der neigt nun mal nicht zu Überschwang und Spinnerei. „Irgendwelche verrückten Ideen, irgendeine verschrobenes Hobby?“ – der Reporter auf der Suche nach dem Außergewöhnlichen wird langsam aufdringlich. Dann die Erlösung. „Auf die Galapagos-Inseln will ich mal“, sagt Baumgardt. „Wegen der Tierwelt“. Na bitte, das ist doch zumindest ein Hauch von Exotik. Da gerät sogar der Große Kurfürst ins Staunen.

Von Markus Kniebeler

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