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Havelland Ein Dorf organisiert sich gegen Einbrecher
Lokales Havelland Ein Dorf organisiert sich gegen Einbrecher
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21:12 29.09.2015
Die Täter haben es meist auf Schmuck und Wertgegenstände abgesehen. Quelle: DPA
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Seeburg

Harald Wunderlich ist ein erfahrener Polizist, seit 35 Jahren arbeitet er bei der Kripo. Doch das, was sich gerade in Seeburg abspielt, hat auch der Ortvorsteher bislang nur selten erlebt. Seit einigen Monaten häufen sich im Dorf die Einbrüche, 14 Mal haben die Täter in diesem Jahr bereits zugeschlagen. „Und dabei hat die dunkle Jahreszeit, in der sich Einbrüche sonst am häufigsten ereignen, noch gar nicht angefangen. Das ist wirklich außergewöhnlich“, sagt Harald Wunderlich (Freie Wähler).

Im Mai habe es angefangen, erzählt er. Im Juli und August habe die Einbruchserie ihren bisherigen Höhepunkt erreicht, doch auch jetzt noch treiben die Diebe weiter ihr Unwesen. „Wir gehen davon aus, dass es sich um mehrere Tätergruppen handelt“, so Wunderlich. Meist suchen sie sich ein Haus am Ortsrand aus, lauern in den umliegenden Feldern auf den geeigneten Moment für ihren Beutezug. „Die Täter haben Erfahrung, sie wissen ganz genau, wo sie schauen müssen“, glaubt Harald Wunderlich. Die Einbrecher kämen meistens nachts und häufig am Wochenende, berichtet er. Sie hätten es vor allem auf Schmuck und Wertgegenstände abgesehen, weniger auf Elektrogeräte wie Fernseher oder Musikanlagen. „Sie suchen nach Dingen, die sie schnell mitgehen lassen können“, sagt Harald Wunderlich. Nach fünf Minuten ist alles vorbei und die Täter verschwunden.

Nun ist es nicht so, dass die Seeburger nicht vorgesorgt hätten. Viele Bewohner haben Alarmanlagen und Bewegungsmelder an ihren Häusern, doch das schreckt die Einbrecher nicht ab. Sie sind clever, decken notfalls einfach das Dach ab, das von keiner Alarmanlage gesichert ist, um ins Gebäude zu gelangen. „Sicherheitstechnik allein ist keine Garantie, dass nicht eingebrochen wird“, sagt Wunderlich.

Er setzt deshalb auf ein ganz anderes Mittel zur Kriminalitätsbekämpfung: gute Nachbarschaft. „Wir wollen die Menschen dazu bringen ein bisschen besser aufeinander aufzupassen und Augen und Ohren offenzuhalten“, sagt er. Ist der Nachbar im Urlaub, könne man nach dem Rechten schauen, den Rasen mähen oder den vollen Briefkasten leeren, der sonst eine Einladung für Diebe darstellen würde. „Das ist die beste Waffe gegen Einbrüche“, sagt Harald Wunderlich.

Seit kurzem haben sich die Bürger von Seeburg außerdem in einem Chat auf Basis des Kommunikationsdienstes WhatsApp zusammengefunden, in dem sie sich über verdächtige Vorfälle austauschen. 60 Mitglieder hat die Gruppe bereits – Tendenz weiter steigend. Am Donnerstagabend findet im Gemeindehaus in der Alten Dorfstraße 15 um 20 Uhr eine Informationsveranstaltung zu diesem Thema statt, zu der alle Bürger eingeladen sind.

„Eine gute Sache“, meint Harald Wunderlich über den Dorf-Chat. Einigen im Ort geht die Plattform jedoch nicht weit genug. Sie fordern eine Bürgerwehr und wollen die Täter selbst zur Strecke bringen. Der Ortsvorsteher und Polizist Wunderlich hält das jedoch für keine so gute Idee. „Man sollte kein Risiko eingehen und eine Konfrontation mit den Tätern unbedingt vermeiden.“ Auf der Infoveranstaltung am Donnerstag will er das auch noch einmal deutlich machen.

Von Philip Häfner

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