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Nachfrage nach Kleingärten steigt weiter

Havelland Nachfrage nach Kleingärten steigt weiter

Ein Leben ohne eigenen Garten können sich Helena und Waldemar Podhorny nicht mehr vorstellen. In den vergangenen fünf Jahren haben sie sich in Nauen im Havelland ein kleines Paradies geschaffen. Sie sind nicht allein mit ihrer Leidenschaft: Die Kleingartenvereine der Region erfreuen sich zurzeit an einer steigenden Nachfrage.

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Ein kleines Paradies: der Garten von Waldemar und Helena Podhorny in Nauen.

Quelle: Danilo Hafer

Nauen. Ein Leben ohne eigenen Garten können sich Helena und Waldemar Podhorny nicht mehr vorstellen. „Meine Eltern hatten schon einen Garten, ich kenne es nicht anders“, sagt die gebürtige Polin. Vor fünf Jahren zog sie mit ihrem Mann von Hessen in die Bradenburger Sandbüchse, genauer gesagt nach Nauen.

„Uns gefällt es hier einfach. Und meine Frau muss nicht mehr so weit bis nach Polen fahren, wenn Sie ihre Verwandten besuchen möchte“, erzählt Waldemar Podhorny. Fast genauso lange besitzt das Ehepaar nun auch schon die kleine Parzelle in der Kleingartenanlage „Am Wiesenberg“ in Nauen.

„Als wir den Garten übernommen haben stand das Unkraut hier zwei Meter hoch“, erklärt die 71-Jährige. Unkraut sucht man in dem Garten heute vergebens. Helena Podhorny hat aus dem einst verwucherten Areal ein kleines Paradies geschaffen. Ihre ganz private Erholungszone, wie die beiden sagen. Eine gemütliche Sitzecke, ein bisschen Rasen und viele Blumen, Kräuter und Gemüse laden zum Verweilen und Genießen ein.

Doch das alles kommt nicht von alleine. Fast täglich ist das Ehepaar in seinem Garten aktiv, um alles auf Vordermann zu halten. „Wir haben dabei eine ganz gute Aufgabenteilung. Meine Frau hat die Ideen und ich die Arbeit“, sagt Waldemar Podhorny scherzend.

Waldemar und Helena Podhorny fühlen sich in ihrem Kleingarten in der Nauener Kolonie „Am Wiesenberg“ wie zu Hause

Waldemar und Helena Podhorny fühlen sich in ihrem Kleingarten in der Nauener Kolonie „Am Wiesenberg“ wie zu Hause.

Quelle: Danilo Hafer

Ihr eigener Garten ist für das Ehepaar allerdings viel mehr als nur Pflanzen und Gemüse. Durch ihre Parzelle sind sie auch Teil einer Gemeinschaft. „Wir wurden von Anfang an gut aufgenommen, inzwischen haben sich sogar Freundschaften entwickelt“, erklärt der 69-Jährige. So auch mit dem langjährigen Vorsitzenden der Kleingartenanlage Klaus-Dieter Wähnke. „Vor ein paar Jahren sind wir mit acht Leuten nach Breslau und Kolberg gefahren, Helena kennt sich da ja bestens aus“, so Wähnke.

Mehr als 30 Jahre hatte Klaus-Dieter Wähnke in der Kleingartenkolonie in Nauen den Hut auf. Viel habe sich im Laufe der Zeit nicht gerändert. Einige Vereine hätten heute nur das Problem, dass die privaten Landbesitzer vielerorts die Pacht erhöhen. „Wir befinden uns aber auf kommunalem Grund und bleiben davon zum Glück verschont“, so Wähnke.

79 Parzellen umfasst die Kleingartenanlage „Am Wiesenberg“. Im kommenden Jahr feiert sie ihr 50-jähriges Bestehen. Und Kleingärten sind heute beliebter denn je. So kommen die Mitglieder inzwischen nicht mehr nur aus Nauen. „Wir haben Gartenfreunde aus Falkensee, Hennigsdorf und sogar Berlin“, erklärt der 73-Jährige.

Dass immer mehr Berliner einen eigenen Garten als Rückzugsort auf dem Land für sich entdecken, spürt Petra Schnell, Vorsitzende des Kreisverbandes der Gartenfreunde Nauen: „Seit etwa zwei bis drei Jahren können wir einen deutlichen Anstieg vor allem bei den jungen Familien aus der Region aber auch aus der Hauptstadt verzeichnen.“ Man spüre, dass die Menschen vor die Tür wollen, raus ins Grüne. Für die Kleingartenvereine sei dies nur positiv. „Die Nachfrage ist so hoch, dass frei werdende Parzellen in der Regel sofort wieder an einen neunen Gartenfreund verpachtet werden können“, erklärt Petra Schnell.

Dank junger Familien hat sich der Altersdurchschnitt in den Anlagen verringert. Der liege aber immer noch bei rund 65 Jahren. „Dennoch ist ein Kleingarten nicht nur etwas für Rentner“, betont Klaus-Dieter Wähnke. Auch solle man sich nicht von den doch strengen Regeln des Bundeskleingartengesetzes abschrecken lassen. „Natürlich müssen die Vorgaben einhalten werden, aber dadurch ist die Pacht auch erschwinglich“, so Wähnke. Am Wiesenberg koste der Quadratmeter jährlich im Schnitt nur rund 0,045 Cent. „Auch bei der Drittel-Regelung gibt es Spielräume, es schreibt ihnen niemand vor, was sie anpflanzen sollen“, so Wähnke.

Helena und Waldemar Podhorny fühlen sich in ihrer Parzelle jedenfalls wie Zuhause. Neuen Ideen, was sie in ihrem Garten noch verändern könnten, haben die beiden schon. „Ich möchte gerne eine Rosen pflanzen und schauen mich nun nach ein paar besonderen Sorten um“, erklärt Helena Podhorny. Bis dahin kümmert sie sich aber erstmal um ihren Kohlrabi. „Bis Oktober kann er noch wachsen, dann hat er wieder seine fünf Kilo erreicht.“

Von Danilo Hafer

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