Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Nackte Nymphe ziert bald den Kreisverkehr

Brieselang (Havelland) Nackte Nymphe ziert bald den Kreisverkehr

Kreisverkehr mit Hingucker: Am 9. September soll die Bronze-Skulptur der Brieselanger Nymphe im Kreisverkehr der L 202 eingeweiht werden. Derzeit befindet sich das Gipsmodell, das als Vorlage dient, in der Gießerei. Seit 2013 werden für das Projekt Spenden gesammelt, zudem haben Sponsoren viele unentgeltliche Leistungen erbracht.

Voriger Artikel
Gemeinde ist beim Energie-Spar-Verbund dabei
Nächster Artikel
Für die Ferien: Bibliothek füllt die Regale auf

Guido von Martens mit einem Modell der Brieselanger Nymphe, die am 8. September auf der Säule im Kreisverkehr montiert wird, einen Tag später ist die Einweihung.

Quelle: Andreas Kaatz

Brieselang. In ein paar Wochen soll es endlich soweit sein: Die Brieselanger Nymphe nimmt auf der seit seit Längerem errichteten Säule – mitten im Kreisverkehr der Landesstraße 202 – Platz. Mit einer Einweihungsveranstaltung wird die 2,40 Meter große Skulptur am 9. September den Brieselangern feierlich übergeben.

„Die Skulptur ist momentan im Bronzeguss“, sagt der Künstler Guido von Martens, der die Nymphe erschaffen hat. Dass das künftige Wahrzeichen der Gemeinde über seinem Kopf einen Zander hält, war indes nicht von Anfang an geplant. Eigentlich sollte die Nymphe die Hand ausstrecken und darauf das berühmte und gleichzeitig mystische Brieselanger Licht halten. „Doch das wurde vom Landesbetrieb Straßenwesen nicht genehmigt“, sagt von Martens. Das Licht könnte nämlich Autofahrer irritieren. Und dass die Nymphe auf der vier Meter hohen Säule einfach nur so die Hand ausstreckt, hätte keinen Sinn gemacht, meint er.

Deshalb nun der Fisch. „Es heißt, dass im Nymphensee ein riesiger Zander leben soll“, sagt der Künstler. „Die Nymphe nimmt ihn nun und wirft ihn in Richtung Havelkanal.“ Sprich: Wer künftig mit seinem Auto aus Richtung Karl-Marx-Straße kommt, schaut dem neuen Wahrzeichen der „Nymphengemeinde“ ins Gesicht.

Guido von Martens will mit der Skulptur den Brieselangern eine Identität geben. Denn daran fehlt es, der Ort hat eine eher junge Geschichte. Erst vor gut 90 Jahren wurde er Landgemeinde. Unterstützt wird das Künstlerpaar Guido von Martens und Reneé Dressler bei dem Projekt von einer Interessengemeinschaft, die sich seit 2013 um Spenden und Sponsoren kümmert. „Viele haben Geld dazu gegeben und freuen sich, dass die Nymphe bald steht“, sagt der Künstler. „Manches Kind hat sich sogar von seinem Taschengeld getrennt.“

Die erste Spende – 50 Euro – ging damals von Ingeburg Saß ein. „Ich finde, dass es eine gute Idee ist, so dass der Ort gegenüber anderen Orten heraus ragt und bekannter wird. Er bekommt eine Identität. Die Nymphe bietet sich dafür an“, begründet die Brieselangerin, die sich in der Interessengemeinschaft mit engagiert, ihre frühzeitige Spende.

Zu Beginn der Sammlung war das Ziel ausgegeben worden, rund 40 000 Euro zusammen zu bekommen. Davon sind jetzt etwa 31 500 Euro vorhanden. 49 Sponsoren und Spender haben größere Summen zur Verfügung gestellt – sowohl Private als auch Institutionen. Darunter sind der Landkreis und das Land Brandenburg.

Somit fehlt noch eine gewisse Summe. Aus dem Grunde war der Künstler jetzt an die Gemeinde Brieselang herangetreten. Die hat sich zwar um das Genehmigungsverfahren für das Kunstobjekt gekümmert – um Bauantrag, Genehmigung und Statik – , wollte sich allerdings bisher aus der Finanzierung heraushalten. Nunmehr hat jedoch der Hauptausschuss auf Antrag von Martens empfohlen, bis zu 4000 Euro bereitzustellen, um das restliche Defizit auszugleichen. „Wir sollten das Projekt zu einem guten Ende bringen“, meinte etwa Michael Koch (CDU). Christian Achilles (BFB) findet es zwar – gemessen an der Vereinsförderung insgesamt – eine Menge Geld und kritisiert, dass die Gemeinde jetzt in einen Sachzwang gebracht wird. „Aber weil das Engagement so super ist, sollten wir es machen.“ Genauso sieht es Heike Swillus (Linke), die anfangs nicht begeistert war, „dass wir eine Goldelse bekommen.“ Jetzt muss noch die Gemeindevertretung der Finanzspritze zustimmen.

Ursprünglich hatte von Martens geplant, die Skulptur aus Kunstharz herzustellen. Aus Gründen einer langen Haltbarkeit wird sie nun jedoch in Bronze gegossen, ist damit teurer. Die Figur entsteht im so genannten Wachsschmelzverfahren. Um die Säule im Kreisverkehr der L 202 soll sich künftig Efeu ranken.

Von Andreas Kaatz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Havelland
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg