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Havelland Nation of Gondwana: Ein ganzes Dorf im Techno-Fieber
Lokales Havelland Nation of Gondwana: Ein ganzes Dorf im Techno-Fieber
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09:17 21.07.2017
Auch in diesem Jahr werden wieder 8 000 Musikfans das Festival Nations of Gondwana in Grünefeld besuchen. Quelle: Tanja M. Marotzke
Grünefeld

Was die Feuerwehrkapelle auf dem Rockfestval in Wacken, ist der Grünefelder Frauenchor für das Technoevent Nations of Gondwana, das an diesem Wochenende zum 18. Mal in Grünefeld stattfindet. Schon zum dritten Mal wird der Frauenchor am Sonnabend das Festival, zu dem wieder 8000 Musikfans aus der ganzen Welt anreisen, eröffnen. „Beim ersten Mal haben die Frauen noch gebibbert vor Angst, heute ist es für uns der schönste Auftritt im Jahr“, sagt Chorleiter Bodo Ritschel. Daher haben sich die 14 Frauen zwischen 50 und 70 Jahren bei den vergangenen Probenterminen voll auf den Auftritt in Gondwana konzentriert. Damit nichts schief geht, traf sich der Chorleier in dieser Woche fast täglich mit Festivalorganisator Markus Ossevorth, der vor drei Jahren auf die Idee für diese ungewöhnliche Zusammenarbeit kam.

Doch nicht nur der Frauenchor ist derzeit im Techno-Fieber. Das halbe Dorf ist in die Vorbereitungen involviert, einige nehmen sich extra Urlaub. „Wir sind in diesem Jahr 92 Leute, das ist eine ganze Menge“, sagt die ehemalige Bürgermeisterin von Grünefeld Dorit Runge. Gemeinsam mit dem Förderverein der Feuerwehr organisiert sie einen Verkaufsstand. Bratwürste, belegte Brötchen, Kaffee und Tee verkaufen sie inzwischen im zehnten Jahr an die hungrigen Festivalbesucher. „Im Grunde glüht der Grill von Freitagabend bis Montagmorgen ohne Unterbrechung“, erklärt der Vereinsvorsitzende Michael Soelch. In elf Schichten werden jeweils neun Helfer rund um die Uhr arbeiten. Gut 10.000 Brötchen werden so an einem Wochenende über den Tisch wandern. „Durch den Verkauf bleibt natürlich auch Geld im Ort, das ist sehr schön“, sagt auch Heinrich Johannsen. Der ehemalige Ortsfeuerwehrchef möchte das Festival nicht mehr missen.

Bodo und Tina Ritschel proben mit Veranstalter Markus Ossevorth (M.) für den gemeinsamen Auftritt am Sonnabend. Quelle: Danilo Hafer

„Die Festivalbesucher sind so herzliche und fröhliche Menschen, es ist einfach toll und macht eine Menge Spaß, weil sie sich immer wieder bei uns bedanken“, so Johannsen. Dabei erinnert er sich noch gut an die Anfänge des Festivals. „In den ersten Jahren wurde hier weitergefeiert, wenn auf der Berliner Loveparade die Lichter ausgingen“, so Johannsen. Autos, Dreck und Lärm prägten dann das Ortsbild und sorgten für Ärgern unter den Dorfbewohnern. Davon ist heute aber nichts mehr geblieben. „Die Organisatoren haben sich jedes Jahr verbessert, so dass wir im Ort keine Einschränkungen mehr spüren“, so Johannsen. Mehr noch. Zwischen den Dorfbewohnern und dem Festivalteam habe sich inzwischen eine richtige Freundschaft entwickelt. „Markus lädt uns jedes Jahr alle zum Grillen ein, es fühlt sich an wie eine große Familie“, sagt Dorit Runge. Echte Katastrophen seien in all den Jahren zum Glück ausgeblieben. „Die einzige Katastrophe war, dass es in einem Jahr fürchterlich geregnet hat, das tat mir wirklich leid“, erinnert sich Runge.

Rund 10 000 Brötchen werden an diesem Wochenende den Grillstand des Feuerwehrvereins verlassen. Quelle: privat

17 Festivals finden jedes Jahr in Brandenburg statt. So strömen regelmäßig Tausende Musikfans in die sonst so beschaulichen Orte, um bei Rock, Techno, Ska oder Klassik das Leben zu genießen. Für die Sicherheit sorgen dabei vielerorts die freiwilligen Feuerwehren. Auch in Grünefeld. Da auf dem gesamten Festivalgelände offenes Feuer verboten ist, laufen die 40 Kameraden aus Grünefeld, Perwenitz, Pausin und Wansdorf regelmäßig Streife. „Wir müssen darauf achten, dass die Leute keine Kerzen oder Grills anzünden und die meisten hören auch sofort auf uns, da haben wir wirklich keine Probleme“, sagt Ortswehrführer Christian Schmidt. In den vergangenen Tagen galt es für den Feuerwehrchef vor allem, die Dienstpläne zu schreiben und die Kameraden mit dem Gelände vertraut zu machen. „Wir fahren vorher immer das gesamte Gelände mit unseren Fahrzeugen ab, um zu schauen, ob wir im Notfall überall durchkommen oder ob der Veranstalter noch nachbessern muss“, so Schmidt.

In diesem Jahr wartet auf die Besucher des Festivals noch eine ganz besondere Überraschung. „Markus wollte im nächsten Jahr gerne auch mal mit uns auf der Bühne stehen, so lange wollte ich aber nicht mehr warten“, sagt Bodo Ritschel lachend. Also ließ er dem Veranstalter keine Wahl. „Er muss jetzt mit uns singen, daran führt kein Weg vorbei.“

Von Danilo Hafer

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