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Natur auf Tour in Rathenow

„Es fährt kein Zug....“ Natur auf Tour in Rathenow

Es ist schon einige Jahre her, dass die Bahnstrecke Rathenow-Neustadt stillgelegt wurde. Doch noch immer gibt es Zeitgenossen, die Demonstrationen organisieren, bei denen die Verbindung wieder eingefordert wird. Bei denen in der Landesregierung, die die Strecke bestellen müssten, ist das aber kein Thema mehr.

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Die Demonstranten vor dem Bahnhof.

Quelle: Uwe Hoffmann

Rathenow„. Es fährt kein Zug nach Rhinow mehr“, texteten die Teilnehmer der „Tour de Natur“ 2015 auf den Schlager „Es fährt ein Zug nach Nirgendwo“. Musikalisch protestierten die rund 130 Teilnehmer der Etappe Rathenow - Potsdam am Samstag auf dem Bahnhofsvorplatz in Rathenow. Ein wichtiges Thema der Protestaktion ist die Förderung des öffentlichen Personen-Nahverkehrs. „Bereits in Vorbereitung der Buga, im Jahr 2011, führte die Tour de Natur durch Brandenburg/Havel“, erzählt Anja Große-Wolter. „Die Teilnehmer protestierten gegen die Stilllegung des Städtebahnabschnitts Rathenow-Neustadt/Dosse.“ Die begeisterte Radfahrerin aus der Domstadt beteiligte sich 2011 in ihrer Heimatstadt am Protest und organisiert die Tour seitdem zum vierten Mal mit. Die Ausdünnung des Bahnangebotes in der Fläche war auch das Thema des friedlichen Protestes in Rathenow in diesem Jahr. „Ich habe noch als Kind die Stille Pauline benutzt und natürlich auch die Städtebahn“, sagt Gerke Pachali, Vorstandsmitglied des VCD-Landesverbandes Brandenburg. „Die Städtebahn wurde 1871 als Lehrter Bahn von Berlin nach Lehrte gebaut.“

Bunte Truppe machte auf sich aufmerksam

Für 45 Minuten bevölkerte die bunte Truppe der Protestler den Bahnhofsvorplatz und erregte mit ihrem musikalischen Protest Aufmerksamkeit. Nach der Protestaktion führte die Teilnehmer der Tour de Natur ihre siebte und mit 70 Kilometern längste der 14 Etappen nach Potsdam. Dort empfing Grüne-Landtagsabgeordnete Ursula Nonnemacher die Protestler.

Am Freitagabend kamen die Radler aus Stendal in Rathenow an und übernachteten in Zelten und im Vereinsheim des Wassersportzentrums. Auf dieser 6. Etappe gab es einen Infostopp am ehemals geplanten Kohlekraftwerk in Arneburg. Im vierten Jahr bekocht der gebürtige Holländer Wam Kat aus Weitzgrund (Bad Belzig) mit seinem Team und der mobilen veganen Küche die Radler der Tour. Die mobile Küche entstand durch die Beteiligung Wam Kats am Film „Taste the waste“ des Regisseurs Valentin Thurn. Im Vereinsheim Rathenower Wassersportverein Kanu 1922 informierten sich die Teilnehmer über die Renaturierungsprojekte an der Unteren Havel. Den Vortrag hielt René Riep, Geschäftsführer des Nabu-Regionalverbandes Westhavelland.

Es gab viele fantasiereiche Aktionen

Es gab viele fantasiereiche Aktionen.

Quelle: Uwe Hoffmann

Im Sommer 1991 initiierte Frank Tober von der Grünen Liga Suhl spontan eine Radtour gegen den Bau der „Thüringer Wald-Autobahn“, das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nummer 16. Diese erste gemeinsame Fahrraddemo des ADFC Südthüringen und VCD Franken wurde als Tour de Natur, zuerst eine Woche, später zwei Wochen, zur jährlichen mobilen und klimafreundlichen Protestfahrt gegen Verkehrsprojekte und gegen die Nutzung von Atom- und Kohlekraft. Zu ihren Protestaktionen zählen unter anderem „Autobahnen zu Spielstraßen“ (1998), der Protest gegen den Börsengang der Deutschen Bahn (2006), die Demonstration auf der bereits eröffneten A 44 (im Jahr 2008) und die Friedensaktion auf dem Truppenübungsgelände Colbitz-Letzlinger Heide (2011).

Die diesjährige Tour startete am 25. Juli in Braunschweig und führte über Helmstedt, Stendal, Rathenow, Potsdam, Beeskow, Burg nach Cottbus. Abschluss ist der Aktionstag im nahen Klimacamp in Groß Gastrose gegen die Verstromung der Braunkohle.

Die Tour de Natur wird unter dem Dach der Grünen Liga Dresden/Oberes Elbtal von mehreren Vereinen, Netzwerken und Bürgerinitativen getragen. Dazu gehören der Verkehrsclub Deutschland, der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club , „Offene Heide“, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland.

Von Uwe Hoffmann

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