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Naturkinder begaben sich auf Erkundungstour

Ketzin/Havel Naturkinder begaben sich auf Erkundungstour

Zum vierten Mal war die im November 2016 ins Leben gerufene Naturkindergruppe mit Waldpädagogin Nicola Kerkeling unterwegs, um Tiere und Pflanzen in der Region Ketzin/Havel kennen zu lernen. Dabei waren die Kids nicht nur als kleine Weltentdecker unterwegs, sondern wurden auch gleich selbst kreativ.

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Jugendklub begeistert Kids seit 15 Jahren

Das Picknick im Freien gehört dazu, wenn die Kinder ihre Umgebung erkunden.

Quelle: Wolfgang Balzer

Ketzin/Havel. Eisiger Wind weht am Samstagvormittag über die Havel. Kein Grund für die jungen Ketziner Naturentdecker, auf die geplante Vogelbeobachtung am Haveleinstich zwischen Schmähl und Diesterwegstraße zu verzichten. Neugierig lugt eine Schwanenfamilie von der Eiskante in der Havel zum naheliegenden Ufer. Offensichtlich Vater Schwan überwindet auf dem glatten Eis die kurze Distanz zu den Naturentdeckern – mehr rutschend als watschelnd. Neugier oder Hoffnung auf Futter?

Gemeinsam am See

Gemeinsam am See.

Quelle: Wolfgang Balzer

Nicola Kerkeling, Jahrgang 1963, empfiehlt den Mädchen und Jungen zwischen fünf und elf Jahren lieber vorsichtig zurückzutreten. Elf bis zwölf Kilogramm wiege so ein Schwan, das könne gefährlich werden, warnt die ausgebildete Naturtrainerin und Waldpädagogin. Zum vierten Mal seit November 2016 ist sie mit den Naturkindern unterwegs in der Ketziner Umgebung. „Ich bin selbst gern mit den Kleinen draußen“, sagt sie.

Doch zunächst ist gute Beobachtungsgabe gefragt. Sie packt die Ferngläser aus, gibt Hilfestellung, diese richtig einzustellen. „Eine Katze“, ruft Adrian (8) derweil schon etwas verwundert. Sie wollen doch Vögel beobachten. Den Zusammenhang erläutert Nicola, wie sie von allen gerufen wird. Und auch, dass der gerade entdeckte Storch in der kalten Jahreszeit den hiesigen Winter lieber im warmen Afrika verbringt.

Interessantes

Nicola Kerkeling ist seit 2012 freiberuflich in der Naturausbildung tätig.

Seit November 2016 ist sie mit den jungen Naturentdeckern in der Ketziner Umgebung unterwegs. „Mit Spiel, Spaß und Aktionen rund um die Tier- und Pflanzenwelt erleben wir die Natur mit allen Sinnen“, heißt es dabei.

Jeden ersten Sonnabend im Monat (nach Absprache) sind die jungen Entdecker zwischen 10.30 und 12.30 Uhr in der Natur in und um Ketzin/Havel unterwegs. Kontakt: (03 32 33) 27 91 77.

Dann sitzt auf dem Zweig auch noch der bekannte Zitronenfalter. Dem mache die Kälte nichts aus, hören die Naturentdecker aus berufenem Munde. Der überstehe in seiner Starre Temperaturen bis minus 20 Grad. Bald sind die vorher von Nicola Kerkeling im Gebüsch versteckten Bilder der Vögel und der anderen Tiere gefunden. „Ein bisschen sehr kalt“, meint Petri (6). Aber es mache auch Spaß.

Eigentlich Zeit für das geplante Picknick in der Natur, aber Vincent (9) guckt noch gespannt ins Gras. Losung von Kaninchen, meint die Naturpädagogin und hat gleich noch die passende Geschichte dazu parat. Zwei Decken über einen umgedrehten Kahn gelegt, und schon ist der Picknickplatz fertig. Bei allem müssen die Kinder auch Freiraum haben, dürfen toben und das machen, worauf sie Lust haben, erklärt Nikola Kerkeling.

Besondere Freude bereiteten den Kleinen die Schwäne auf dem Wasser

Besondere Freude bereiteten den Kleinen die Schwäne auf dem Wasser.

Quelle: Wolfgang Balzer

In diesem Moment steht Werfen von Knüppeln auf das Eis an, jedenfalls einige. Emilia (5) ist bei allem an diesem eiskalten Vormittag dabei. „Weil es Spaß macht“, sagt sie. Nur ihre Brotbüchse bekommt sie nicht auf: „Meine Finger sind zu kalt.“ Die Jungen helfen ihr, das kleine Problem zu lösen. „Spielen in der Natur regt die Fantasie an“, erklärt Nicola Kerkeling ein Detail ihres Konzeptes. So könne ein Baumstumpf zum Hocker oder zur Märchenbühne werden. Heute aber geht es um die Vogelbeobachtung. Also ist Fantasie gefragt, um aus den reichlich umherliegenden Ästen einen Vogel zu gestalten. Und Fantasie braucht es auch, sowohl beim Zusammenstecken als auch beim Erkennen. Man einigt sich, dass das kleine Natur-Kunstwerk Uschi genannt wird.

„Solche Aufgaben sollen die Bewegungsfreude der Kinder unterstützen, auch ermuntern, neues auszuprobieren und die Kreativität entwickeln“, so die Pädagogin zu der an diesem kalten Tag nicht ganz leichten Aufgabe. Und nachdem sie während der zwei Stunden auch mal spielerisch über die Wiese schreitend die Futtersuche eines Reihers nachgestellt hatten, ist es sowohl ein toller Zufall sowie ein schönes Bild, als sich auf dem Rückweg am Ufer ein Graureiher mit seinen fast zwei Meter Flügelspannweite schwungvoll in die Lüfte erhebt.

Von Wolfgang Balzer

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