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Havelland Nachthimmel mit Gänsehautgefühl
Lokales Havelland Nachthimmel mit Gänsehautgefühl
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19:07 12.02.2014
Christopher Kyba von der IDA, Umweltministerin Anita Tack, Kordula Isermann und Jens Aasmann bei der feierlichen Übergabe der Sternenpark-Urkunde Quelle: R. Stork
Strodehne

Am Sonntag hatte sich die gute Nachricht vom Sternenpark-Titel bereits im Westhavelland verbreitet. Mittwoch folgte nun der feierliche Akt: In der Potsdamer Staatskanzlei nahm Kordula Isermann die Urkunde der International Dark Sky Association (IDA) entgegen. „Dark Sky Reserve“ lautet der offizielle Titel. Mit Einverständnis der international tätigen Gesellschaft hat man sich auf Deutsch für den einprägsamen Titel „Sternenpark“ entschieden.

Andreas Hänel, Astronom am Osnabrücker Planetarium und Vater der Sternenpark-Idee, erzählte in der Staatskanzlei gut gelaunt von der Geburtsstunde der jetzt erfolgreich abgeschlossenen Initiative. Vor gut drei Jahren war er auf dem Weg nach Berlin, um mit der Bundestagsfraktion der Grünen über Lichtverschmutzung zu sprechen. Er war extra einen Tag früher aufgebrochen, um herauszufinden, ob es im westlichen Havelland tatsächlich so dunkel ist, wie es die am Computer erstellten Lichtverschmutzungskarten vermuten ließen. „Ich wusste nicht, wo ich war, fuhr einfach nur nach dieser Lichtverschmutzungskarte, mit der ich das Navi gespeist hatte“, sagt er. Schließlich landet er auf einem Plattenweg irgendwo zwischen Görne und Witzke. Allmählich wird es dunkel und sein Lichtmessgerät bestätigt, was seine Augen ohnehin schon sehen. Es wird dunkel. Richtig dunkel. So dunkel wie er das in Deutschland und so dicht an Berlin nicht für möglich gehalten hätte. „Von dort, wo ich stand, konnte man ziemlich weit gucken. Und nirgendwo war eine künstliche Lichtquelle zu sehen“, sagte er. Dafür bald darauf die Milchstraße! In seiner Erzählung klingt noch etwas von seiner Begeisterung und der Erhabenheit dieses Moments nach.

Überhaupt wählten alle Beteiligten der Feierstunde große Worte, um ihrer Freude für den deutschlandweit exklusiven Titel Ausdruck zu verleihen. Das muss wohl an der mythischen Kraft der Sterne liegen. Christopher Kyba, der Vertreter der IDA, sprach von der „kulturellen Verbundenheit mit dem Universum“, die die Besucher im neuen Sternenpark nun wieder spüren könnten.

Auch Kordula Isermann wirkte fast ein wenig ergriffen, als sie gefragt wurde, wie es denn sei, sich die Sterne rund um Gülpe genau anzugucken: „Ich fand unglaublich, wie plastisch die Milchstraße wirkt. Dieses Gefühl, unterm Sternenhimmel zu stehen, kann man nicht ersetzen, auch nicht durch den Besuch eines Planetariums.“

Der Rhinower Amtsdirektor Jens Aasmann sah den neuen Titel auch von der pragmatischen Seite. „Die Möglichkeiten haben uns überzeugt“, sagte er auch stellvertretend für die anderen Kommunen im Naturpark. Er hofft darauf, dass der Sternenpark zusätzliche Besucher in die Region lockt.

Von Ralf Stork

Seine Hoffnung könnte in Erfüllung gehen. In zwei ländlichen Regionen in Schottland und Portugal, die vor einigen Jahren den Titel Sternenpark bekommen haben, wird jedenfalls berichtet, dass die Zahl der Besucher seitdem um 15 bis 30 Prozent gestiegen sei.

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