Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° wolkig

Navigation:
Naturschützer machen den Hahneberg erlebbar

Spandau Naturschützer machen den Hahneberg erlebbar

500 Schafe und Ziegen grasen auf und um den Spandauer Hahneberg. Sie sind Teil eines vom Bezirk geförderten Projektes, das den Hahneberg für Naturinteressierte erlebbar macht. Naturschützer, Landwirte und Verwaltungsangestellte ziehen an einem Strang.

Voriger Artikel
Auf der Suche nach Blindgängern
Nächster Artikel
„Machetenmann“ sorgt für Polizeieinsatz

Natur zum Anfassen in der Spandauer Naturschutzstation am Fuße des Hahnebergs.

Quelle: Laura Sander

Spandau. Bei Wind und Wetter grasen die schwedischen Gotlandschafe, Heidschnucken und Thüringer Waldziegen genüsslich auf den Flächen rund um den Spandauer Hahneberg. Was für viele Pendler auf der Heerstraße einem herrlichem Naturschauspiel gleicht, ist für Agraringenieur und Schäfer Björn Hagge seit 2012 Alltag. In dem Jahr startete er hier mit 45 Schafen, die seither die Wiesen und Weidenflächen kurz halten. Mittlerweile ist seine Herde auf 500 Tiere angewachsen. „Allein in diesem Jahr hatten wir 100 Lämmer. Durch die Beweidung ist rund um den Hahneberg ein offeneres und schöneres Landschaftsbild entstanden“, findet Hagge.

Müllsünder und uneinsichtige Hundehalter

Probleme bereiten ihm immer wieder Müllsünder und einige uneinsichtige Hundebesitzer, die ihre Vierbeiner frei laufen lassen. „Es gab in der Vergangenheit einige Übergriffe auf Schafe und auch das Müllproblem ist stärker geworden, seit es keine Mülleimer mehr gibt“, sagt Björn Hagge, der vor rund drei Jahren den Landschaftspflegeverband Spandau als neuen Nachbarn am Fuße des Hahnebergs begrüßte.

Petra Vollmer vom Spandauer Treff „Regenbogen“ ist auch privat auf dem Hahneberg unterwegs

Petra Vollmer vom Spandauer Treff „Regenbogen“ ist auch privat auf dem Hahneberg unterwegs.

Quelle: Laura Sander

In Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt hat der Verband auf dem ehemaligen Laubengrundstück an der Staakener Heerstraße eine Naturschutzstation aufgebaut. „Unser Verein setzt sich aus Landwirten, Naturschützern, Vertretern der Kommune und engagierten Bürgern zusammen. Hier an der Heerstraße wollen wir ein besseres Verständnis für den Naturschutz vermitteln und Natur erlebbar machen“, sagt Stationsleiterin Edelgard Backhaus. Durch die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Projektpartner schafft der Verein Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen auf dem Hahneberg und schützt sie gleichermaßen. „Wir sprechen hier von einem Mix aus geschützter Grünanlage, Landschaftsschutzgebiet und Naturschutzgebiet. Rund um den Hahneberg gibt es eine Vielzahl seltener Pflanzen-, Fledermaus- und Vogelarten“, weiß Enrico Hübner vom Spandauer Bezirksamt.

Schulklassen und Senioren

Regelmäßig empfängt Leiterin Edelgard Backhaus Kindergruppen, Schulklassen oder interessierte Senioren, gärtnert mit ihnen und klärt rund um das Thema Naturgarten auf. „Ich besuche die Naturschutzstation mit Jugendlichen im Rahmen meiner Naturworkshops. Es ist toll zu sehen, wie die Schüler aufblühen und die Zeit an der frischen Luft genießen“, sagt Franziska Kaiser. „Einigen Jugendlichen hat es sogar so gut gefallen, dass sie selbst in ihrer Freizeit wiedergekommen sind und mit angepackt haben. Das ist das größte Lob für die Arbeit des Vereins“, so Kaiser weiter.

Edelgard Backhaus leitet die Naturschutzstation

Edelgard Backhaus leitet die Naturschutzstation.

Quelle: Laura Sander

Exkursionen, Projekte und künstlerisches Gestalten – die Möglichkeiten in der Naturschutzstation sind vielfältig. „Derzeit ist ein überdachter Unterstand geplant, den wir für unsere Arbeit nutzen können, wenn das Wetter mal nicht so gut ist. Außerdem würden wir gerne eine barrierefreie Toilette bauen, um wirklich jedem den Zugang zur Naturschutzstation zu ermöglichen“, so Backhaus, die weiß, dass dafür die Finanzierung stimmen muss. „Wir erhalten europäische Fördermittel und Gelder von der Stadt – bislang steht die Finanzierung bis Ende des laufenden Jahres, wie es danach weitergeht ist noch nicht klar“, sagt die Leiterin, die sich persönlich um den Naturgarten kümmert und bei Weitem nicht nur die 20 Stunden auf dem Gelände des Vereins verbringt, die sie bezahlt bekommt. „Schulklassen können sich ihre eigenen Beete anlegen und sie pflegen, aus Fundstücken, wie Blättern, Zweigen und Blüten, gestalten wir Bilder und Objekte. Ich pflanze gemeinsam mit den Besuchergruppen an, ernte und erkläre die mögliche Verwendung der einzelnen Pflanzen und Kräuter“, sagt Edelgard Backhaus. Zudem werden regelmäßig Exkursionen in die Flora und Fauna angeboten und über die Landwirtschaft in Spandau und den umliegenden Ortsteilen und Landkreisen informiert.

Weitere Informationen zu Projekten des Landschaftspflegevereins gibt es im Internet unter www.naturschutzstation.hahneberg.de.

Von Laura Sander

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Havelland
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg