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Havelland Naturschutz bremst Investor aus
Lokales Havelland Naturschutz bremst Investor aus
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00:27 29.08.2015
Komplett freigeräumt und erschlossen: Das Gelände in der Breitscheidstraße. Quelle: Markus Kniebeler
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Rathenow

Das Grundstück der einstigen Bau GmbH in der Rathenower Breitscheidstraße war ein Schandfleck. Seit der Wende gammelten die Gebäude vor sich hin und wurden zum Symbol für Stillstand, Verfall und Verwahrlosung. Doch diese Zeiten sind passé. Anfang des Jahres ließ der neue Eigentümer der rund 19.000 Quadratmeter großen Fläche die Gebäude abreißen, entsorgte den Schutt fachgerecht und bereitete das Gelände für eine neue Nutzung vor. Ein Wohnpark mit 20 bis 25 Einfamilienhäusern soll entstehen, großzügig angelegt, mit Grünflächen und altem Baumbestand. Interessenten gibt es genug, der Bau der Häuser könnte schon im Gange sein, aber seit Monaten tut sich nichts auf der Fläche.

Komplizierte Situation

Grund für den Stillstand ist ein Einwand der Unteren Naturschutzbehörde (UNB), der die Erteilung der Baugenehmigung verzögert. Die Situation ist ein bisschen kompliziert und für den Laien schwer nachzuvollziehen: Nach Ansicht der Naturschützer war – vereinfacht dargestellt – die Brache vor der Beräumung in artenschutzrechtlicher Hinsicht ein wertvollerer Lebensraum als das, was dort entstehen soll. Bestimmte Vogelarten wie Meise, Grünfink und Amsel hätten in den Bäumen auf der alten Brachfläche ihr Revier gehabt. Nach der Neubebauung sei es fraglich, ob die Qualität des Lebensraums erhalten bleibe.

Das Areal vor dem Abriss Anfang des Jahres. Quelle: Markus Kniebeler

Planer Hagen Roßmann teilt diese Befürchtung nicht. Der Investor habe bei der Planung des Wohnparks und beim Abriss der Gebäude die alten Eichen auf dem Gelände unangetastet gelassen Als Brutrevier würden diese Bäume den Vögeln also auch künftig dienen. Außerdem sei der Wohnpark, der mit seinen offenen Flächen, seinen Hecken und den Grünbereichen einer Gartenstadt ähnele, naturnah angelegt. Weil eine rund 100 Quadratmeter große Gehölzfläche beseitigt werden musste, habe man vorgeschlagen, einen doppelt so große Fläche mit Gehölzen am Rande des Grundstücks anzulegen, so Roßmann.

Verhandlungen kosten Zeit

Der Planer verschweigt nicht, dass die Verhandlungen mit der UNB Nerven kosten – und vor allem Zeit. „Manchmal habe ich das Gefühl, wir drehen uns im Kreis“, sagt er. Zumal es keine konkreten Vorschläge oder Forderungen der Behörde gebe, wie die Sache gelöst werden könnte. Es heiße nur immer wieder, dass aus artenschutzrechtlicher Sicht die Zustimmung verweigert werden müsse.

Bislang ist die Sache also immer noch nicht entscheiden. „Wir sind dennoch guter Dinge, dass eine Lösung gefunden wird“, so Rossmann. „Wir haben keine Vögel getötet, wir haben keine Bäume gefällt, wir haben keine Nester platt gemacht“, sagt er. Stattdessen sei eine komplett versiegelte, mit schadstoffbelasteten Betonruinen verunstaltete Fläche beräumt worden und werde jetzt mit Leben gefüllt. Er sei überzeugt, dass dies am Ende anerkannt werde.

Von Markus Kniebeler

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