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Altstadt erhält Anlaufpunkt für Touristen

Einziger noch vollständig erhaltener Vierseitenhof in Nauen wird saniert Altstadt erhält Anlaufpunkt für Touristen

Ab dem nächsten beginnt sie Stadt auf dem Richart-Hof in der Nauener Altstadt mit den Umbau- und Sanierungsarbeiten. Sie will dort einen Anlaufpunkt für Besucher schaffen. So sollen eine Touristeninformation entstehen, ein Museum, eine Fahrradausleihstation und ein Veranstaltungsraum.

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Die Montage zeigt, wie das Gelände künftig von außen aussehen könnte. Der Haupteingang (links) soll auf jeden Fall an der viel befahrenen Gartenstraße angeordnet werden.

Quelle: Stadt Nauen

Nauen. Für den einzigen noch erhaltenen Vierseitenhof in der Nauener Altstadt hat sich die Stadt etwas ganz Besonderes ausgedacht. „Wir wollen dort einen Anlaufpunkt für Touristen entstehen lassen“, kündigte Vizebürgermeisterin Marion Grigoleit an. So ist geplant, auf dem Areal zwischen Garten- und Neue Straße eine Touristeninformation unterzubringen, einen Fahrradverleih, ein Café, ein Museum und auch das Stadtarchiv. Voraussichtlich 2017 soll der neue Anziehungspunkt für Nauen eröffnen.

Dass dies möglich wird, ist der Familie Richart zu verdanken. Sie hat das Ensemble, dessen Charakter mehr als 200 Jahre erhalten geblieben ist, im vergangenen Jahr an die Kommune verkauft. Kostenlos übertragen wurde auch eine Sammlung historischer landwirtschaftlicher Geräte. „Das ist eine tolle Ausstellung, mit der wir viel anfangen können. Herr Richart hat alles liebevoll beschriftet“, lobte Marion Grigoleit, die sich dort in ein echtes Museum versetzt fühlt.

Richart-Hof

Der Richart-Hof mit einem fast unveränderten Haus- und Hof-Charakter wie vor 200 Jahren wurde 2014 nach Stadtverordnetenbeschluss erworben.

2016/17 soll die Baumaßnahme umgesetzt werden.

Auf dem Hof werden künftig die Stadtrundgänge beginnen und enden.

Bis zum vergangenen Jahr wohnte Hans-Joachim Richart – letzter Nauener Ackerbürger – noch in dem Wohnhaus an der Neuen Straße, bevor er ins Pflegeheim kam. „Wenn manchmal Besucher durch die Altstadt spazierten, dann zeigte er ihnen die Ausstellung. Das hatte ihm viel Freude bereitet“, sagte Tochter Karin Hagemann, die als Kind auch auf dem Hof lebte. Dort wurden lange Zeit Rinder und Schweine gehalten „und auch fünf Pferde“, erinnert sie sich.

Die Richarts sind eine alteingesessene Familie, lebten seit dem Jahre 1903 auf dem Hof. Die Unterlagen zur Familiengeschichte hat Karin Hagemanns 87-jähriger Vater den Nauener Heimatfreunden bereits übergeben.

„Wir wollen das Kleinod bewahren für Nauen“, sagt Marion Grigoleit über den Hof, der mit seiner neuen Bestimmung dazu beitragen soll, das Image der Stadt aufzupolieren. Bis es jedoch soweit ist, muss eine Menge getan werden und es kostet vor allem auch viel Geld. Denn laut Schadensgutachten sind sowohl das Wohnhaus an der Neuen Straße und das zweistöckige Scheunengebäude an der Gartenstraße als auch die beiden Nebengebäude teils stark sanierungsbedürftig.

Mit knapp 1,4 Millionen Euro werden die Kosten für das Projekt veranschlagt. Der größere Teil wird über Fördermittel abgedeckt, der entsprechende Bescheid ging diese Woche ein. 560 000 Euro muss die Stadt darüber hinaus aus Eigenmitteln aufbringen. In diesem Jahr soll die Planung angeschoben werden und im nächsten Jahr weitestgehend die umfangreichen Baumaßnahmen über die Bühne gehen. Diese werden bis in das Jahr 2017 reichen. Ein Parkplatz für den Richart-Hof soll ein Stück weiter nördlich an der Gartenstraße entstehen, wo schon jetzt auf einer Sandfläche Autos parken.

Mit Eröffnung des Richart-Hofes wird den Besuchern von Nauen erstmals eine echte Touristeninformation zur Verfügung stehen. Bisher nimmt die Funktion teilweise die Bürgerbüro am Rathaus wahr. Im gleichen Gebäude befindet sich derzeit auch das Stadtarchiv, das aber unter Platzmangel leidet und deshalb umziehen soll – zumal auch das Bürgerbüro künftig mehr Räume benötigt. Des Weiteren wird die Kommune an der Neuen Straße auch einen eigenen Veranstaltungsraum für 50 bis 70 Personen haben. Der soll auch beispielsweise für Seminare vermietet werden. Weitere Einnahmen will die Stadt mit dem geplanten kleinen Café im Hofbereich, mit dem Museumsshop sowie mit Eintrittsgeldern vom Museum erzielen. „Aber wir werden dadurch nicht reich“, sagt Marion Grigoleit. Somit wird es einen jährlichen Zuschuss seitens der Kommune geben müssen.

Letztlich steht die Stadt auch unter einem gewissen Zeitdruck. Denn 2018 wird Hans-Joachim Richart seinen 90. Geburtstag feiern – und zwar am liebsten im neuen Veranstaltungsraum auf dem Hof.

Von Andreas Kaatz

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