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Havelland Krach um Kraniche
Lokales Havelland Krach um Kraniche
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09:14 06.02.2014
Kraniche im Anflug! Quelle: Ronny Hei
Nauen

Können sich die Kraniche, die jedes Jahr zu tausenden bei Nauen rasten, an der geplanten Solaranlage am Dechtower Damm zu Tode fliegen? Vor dieser Frage, bei der sich selbst die Fachleute nicht einig sind, werden Nauens Stadtverordnete am 24. Februar stehen.

Dann müssen sie darüber entscheiden, ob das Bebauungsplanverfahren zum Solarpark im Ortsteil Waldsiedlung eingestellt wird oder ob sie den Abwägungsbeschluss fassen und den B-Plan zur Genehmigung einreichen - auch auf die Gefahr hin, dass er abgelehnt wird.

Investor EnBW jedenfalls gab sich in der jüngsten Bauausschusssitzung kämpferisch. Dort hieß es: Sollte der Landkreis das Projekt ablehnen, werde man es notfalls auch auf eine gerichtliche Klärung ankommen lassen. Alle in dem Zusammenhang anfallenden Kosten will der Investor übernehmen, der sich durch sein eigenes artenschutzrechtliches Gutachten bestärkt sieht.

EnBW plant, auf einem Gebiet von etwa 21 Hektar rund 40 000 Solarmodule zu errichten: Eine riesige glitzernde Fläche, die die Großvögel nach Ansicht des Nabu-Regionalverbands Osthavelland mit einer Wasserfläche verwechseln könnten. Dadurch bestehe die Gefahr, dass die Vögel mit den Modulen zusammenstoßen und sich schwer verletzen. Und die Kranichschützer vom Nabu sind nicht die einzigen, die Probleme sehen. Das Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) hat in seiner Stellungnahme zur Fotovoltaikanlage "erhebliche Abwägungsmängel" festgestellt, hält den B-Plan wegen artenschutzrechtlicher Bedenken für nicht umsetzbar.

Nach Ansicht der Landesbehörde besteht durchaus ein Kollisionsrisiko der Großvögel mit dem Fotovoltaikanlagen. Dabei handele es sich "nicht um ein theoretisches Besorgnis, sondern um einen begründeten Verdacht", heißt es in der Stellungnah-me. Denn der geplante Solarpark liege im Luch, das dafür bekannt ist, dass dort häufig Nebel herrscht. Immer wieder gebe es anderenorts Beispiele dafür, dass auch Kraniche bei sehr schlechter Sicht zumindest an Straßen die spiegelnde Asphaltschicht als Wasserfläche ansehen und Autos nicht mehr ausweichen können. Da es sich beim Solarpark zudem um ein Areal in der Nähe eines Schlafplatzes handelt, sieht das Landesumweltamt "ein signifikant erhöhtes Tötungsrisiko". Denn bis zu 20 000 Tiere halten sich während des Vogelzugs im Herbst und Frühjahr in dem Bereich auf, der zum Vogelschutzgebiet "Rhin-Havelluch" gehört. Die Gegenargumente des Investors sieht die Landesbehörde als nicht schlüssig an.

Angesicht dieser Bedenken hatte Nauens Bauamt dem Bauausschuss die Einstellung des B-Plan-Verfahrens empfohlen. Der jedoch entschied sich jetzt dagegen, will dem Investor die Möglichkeit geben, das Vorhaben eventuell sogar vor Gericht durchzubringen. Allerdings wird das Bauamt den Stadtverordneten am 24. Februar erneut empfehlen, das Verfahren einzustellen, wie Mitarbeiter Gunther App ankündigte. Grund sei weiterhin die ablehnende Stellungnahme des LUGV. Dadurch sei der B-Plan nicht realisierbar. Für den Fall jedoch, dass die Stadtverordneten dem Beschlussvorschlag nicht folgen, bereite man einen Vertrag mit dem Investor vor. So soll verhindert werden, dass die Stadt bei einer eventuellen rechtlichen Auseinandersetzung auf Gerichtskosten sitzen bleibt.

Bereits 2010 gab es die Absicht, einen Solarpark an gleicher Stelle zu errichten. Damals lehnten die Stadtverordneten die Aufstellung eines Bebauungsplans ab.

Von Andreas Kaatz

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