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Havelland Nach Herzenslust im Wasser toben
Lokales Havelland Nach Herzenslust im Wasser toben
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10:19 31.05.2014
Die Wasserlandschaft an der Karl-Thon-Straße bietet bis heute viel Spaß für Groß und Klein. Generationen von Kindern haben dort das Schwimmen erlernt. Quelle: Archiv Konrad Radon
Nauen

Eine Gedenkmünze „700 Jahre Nauen“, Baupläne von 1967 und 1992 sowie eine Märkische Allgemeine Zeitung: Das war der Inhalt der Kassette, die der damalige brandenburgische Bildungsminister Roland Resch am 14. Juni 1993 bei der Grundsteinlegung fürs neue Nauener Schwimmbad einmauerte. Unter großem Beifall. Elf Monate später konnte der erste Bauabschnitt abgeschlossen werden und die Nauener endlich wieder nach Herzenslust schwimmen und plantschen. Vor genau 20 Jahren – am 15. Mai 1994 – übergab Bürgermeister Werner Appel das Nichtschwimmerbecken mit 644 Quadratmeter purem Badespaß seiner Nutzung. Der Dornröschenschlaf auf dem alten Freibadgelände an der Karl-Thon-Straße war beendet.

Die Einwohner hatten die Neueröffnung sehnsüchtig erwartet, vor allem die Kinder freuten sich riesig. Denn das 1968 errichtete Schwimmbad hatte mittlerweile schon fünf Jahre geschlossen. „Die technischen Anlagen waren verschlissen“, erinnert sich Bürgermeister Detlef Fleischmann, der die Rekonstruktion als Stadtverordneter mit angeschoben und als stellvertretender Bürgermeister begleitet hatte. Der Instandhaltungsaufwand nahm zu. Beim Neubau des Bades waren teils gebrauchte Pumpen, Kessel und Armaturen installiert worden, die irgendwann ihr Leben aushauchten. Ende der 80er-Jahre nahmen die Havarien immer mehr zu, die Kosten stiegen immens. Nach der Saison 1988 war Schluss.

„Danach gab es in Nauen keine Möglichkeit mehr, den Kindern das Schwimmen beizubringen“, sagt Fleischmann. Als dann 1990 die erste frei gewählte Stadtverordnetenversammlung ihre Arbeit aufnahm, spielte auch die Wiederinbetriebnahme des Freibades eine Rolle. Es war aber nur eines von vielen Themen, denn so kurz nach der Wende hatte die Stadt viele Probleme. Schulen, Kitas und Straßen waren marode. „Es hatte sich dann aber glücklich ergeben, dass es für das Bad eine Förderung vom Land gab“, sagt der Bürgermeister. Und so fiel letztlich die Entscheidung, ein Schwimmer-, Nichtschwimmer- und Planschbecken zu bauen, obwohl die Stadt mehr als die Hälfte der Investitionskosten tragen musste. 4,3 Millionen Mark kostete allein der 1.Bauabschnitt, in dessen Zuge das Sanitärgebäude saniert wurde und das Nichtschwimmerbecken mit Rutsche sowie die Wasseraufbereitungsanlage entstand. Fast 2,6 Millionen Mark trug davon die Stadt. Technisch beraten wurden die Nauener auch von Schwimmmeister Armin Becker aus der Partnerstadt Kreuztal.

Fleischmann ist froh, dass damals vorausschauend geplant wurde. „Es war wegen der höheren Kosten nicht unumstritten, die Becken aus Edelstahl zu errichten“, sagt er. Heute sei man dankbar, weil die Instandhaltungskosten deutlich geringer seien als bei einem gefliesten Becken.

Der Eröffnungstermin im Mai 1994 war aber ein wenig gefährdet, wie sich Fleischmann erinnert. Befand sich doch gleich nebenan noch das marode alte Schwimmerbecken, in dem sich über die Jahre eine eigene Fauna entwickelt hatte. „Es gab die Befürchtung, dass man irgendwelche Tiere stören könnte“, meint er. Doch letztlich blieb es beim geplanten Termin, ein Jahr später waren auch das Schwimmer- und das Planschbecken für 3,9 Millionen Mark fertiggestellt.

Danach war das Schwimmbad immer mal wieder Thema politischer Debatten. Als sich Nauen mit einem Haushaltssicherungskonzept herumschlagen musste, war sogar von Schließung die Rede. „Ich bin froh, dass sich letztlich die Vernunft durchgesetzt hat, so dass die Kinder dort auch weiterhin schwimmen lernen konnten“, so Fleischmann. Seit 2013 betreibt nun die kommunale Dienstleistungsgesellschaft die Freibadanlage, die zu einem wichtigen Veranstaltungsort für die Stadt geworden ist.

Fleischmann selber hatte als Kind an der Karl-Thon-Straße seine Schwimmstufe gemacht. „Damals gab es dort den Bademeister Friese. Der hatte eine mächtig durchdringende Stimme, aber auch Ordnung im Bad“, erinnert sich Fleischmann, der nach der Wende häufig am 24-Stunden-Schwimmen teilgenommen hat. Schwimmen lernte Fleischmann indes im Bereich der 1923 eröffneten alten Badeanstalt am Havelländischen Hauptkanal.

Von Andreas Kaatz

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